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Klaus vom Hofe

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Wie Suba aus Indien zur Telekom kam

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Suba Rajan tüftelt in Darmstadt am „vorausschauenden Router-Neustart“ für die Kundinnen und Kunden. Ihr Weg zur Telekom begann in der indischen Metropole Chennai. Was ihre Cousins dabei für eine Rolle spielen, wie sehr ihr Herz für Telekommunikation schlägt und welche Stationen es für sie dorthin gab, erfahrt ihr in unserem Porträt. 

 Subashini Rajan

Suba setzt ihre Expertise in Data Science bei der Telekom im Innovationsprogramm Telekom Connectivity ein. Dessen Ziel ist es, die Kund*innen online zu bringen: überall, so schnell es geht und jederzeit. ©  Dieth und Schröder

Herr Rajan, Eisenbahningenieur in der südindischen Millionenstadt Chennai, hat sich das sicher nie so vorgestellt: Dass seine Tochter Suba einmal auf Deutschlands Schienennetz unterwegs ist, mit viel Technik im Gepäck. Sie stellte Messtechnik in Waggons auf: Geräte, Handys, Antennen. Suba lächelt, wenn sie daran zurückdenkt. Ihr erster Job in Deutschland: ein Praktikum bei einer Firma, die die Qualität von Handyverbindungen misst. In Städten, auf dem Land, auf den Autobahnen. Und eben im Zug. „Die anderen Passagiere musterten uns sehr irritiert“, blickt die heutige Telekom-Mitarbeiterin zurück. „Aber wir hatten ein Schreiben der Bahn dabei. Das erklärte alles.“

Eigentlich lautet Subas Vorname Subashini. Doch sie bevorzugt die kurze Form und bietet allen an, sie so zu nennen. Die 28-Jährige ist Elektronik-/Telekommunikations-Ingenieurin mit Leib und Seele. Ihre Passion: Data Science, also die Arbeit mit Daten. Und auch maschinelles Lernen. Das braucht sie im Connectivity-Team bei der Telekom in Darmstadt. Alles dreht sich für sie um Router: Im Projekt „Predictive Router Reboots“ geht es darum, die Geräte der Kund*innen vorausschauend aus der Ferne neu zu starten.

Suba lernt den Algorithmus an 

Die Telekom startet die Router bei den Kund*innen neu? Subas Augen leuchten, wenn sie davon erzählt: Das Team will ein Alltagsproblem von Kundinnen und Kunden lösen, deren Internetverbindung hakt. Denn oft ist ein einfacher Neustart die Lösung. Die Gründe sind vielfältig. Doppelt vergebene IP-Adressen für die Identifikation des Geräts, mit dem jemand im Netz ist, kann zum Beispiel eine Ursache sein. Ein Neustart klärt zudem einen vollen Zwischenspeicher oder hilft, einen von Nachbarn weniger frequentierten Kanal für bessere Verbindungen neu auszuwählen.  „Nicht alle wissen, dass es meist hilft, den Router für eine Minute vom Netz zu nehmen“, sagt Suba. „Und wir wollen weder, dass die Kundinnen und Kunden das machen müssen, noch, dass der Service das lösen muss.“ Sie weiß: Rund 30 Prozent der Anliegen, die an der Hotline eintreffen, lassen sich mit Neustarts lösen. 

Subashini Rajan und Hatem Mousselly-Sergieh

Maschinelles Lernen selbst beigebracht: Suba mit ihrem Kollegen Hatem Mousselly-Sergieh an der Wandtafel in ihrem Büro. ©  Dieth und Schröder

Bei der Telekom-Tochter Hrvatski Telekom in Kroatien laufen die „Vorausschauenden Neustarts“ schon. Über Daten. Suba wertet Daten von technischen Eigenschaften zehntausender Router aus, die mit Zustimmung der Kund*innen, über das so genannte TR-069 Protokoll übertragen werden. „Wir erhalten keine sensiblen Informationen wie Passwörter oder MAC-Adressen. Die Router-ID wird komplett pseudonymisiert”, betont sie. 

Suba lernt damit einen Algorithmus an, der erkennt, wann und wo wieder Ausfälle anstehen werden. Mit diesem Wissen startet er in den frühen Morgenstunden die betroffenen Router neu. Die Netzwerke bleiben stabil. Dies sollte die Zahl der Anrufe beim Service verringern. Erste Tests zeigen gute Ergebnisse.

Weichen früh gestellt

„Ich liebe es, mit Daten zu arbeiten – sie können uns so gut helfen, die Qualität zu verbessern“, sagt Suba. „Und es wird nie langweilig.“ Wer Suba in ihrem Büro in Darmstadt besucht, sieht sofort: Ihre Arbeitswelt spielt sich im Rechner ab. Alles recht schlicht, nur eine Wandtafel mit kaum lesbaren Formeln spiegelt etwas davon in die physische Welt: „Ein Konzept für maschinelles Lernen“, lächelt sie. „Das brauchte ich groß vor Augen, als ich mir das selbst beigebracht habe.“   

 Subashini Rajan

"Ich liebe es, mit Daten zu arbeiten – sie können uns so gut helfen, die Qualität zu verbessern. Und es wird nie langweilig.“ ©  Dieth und Schröder

Wie verlief Subas Weg von Chennai zur Telekom nach Darmstadt? Die Weichen stellten sich schon früh. Als Teenagerin beeindruckten sie ihre älteren Cousins, die als Ingenieure bei großen Marken der Softwarebranche arbeiten. „In Indien hat das einen sehr hohen Stellenwert. Mich faszinierte es, wenn sie von ihrer Arbeitswelt erzählten.“ Aber welche Ingenieurwissenschaft sollte sie wählen? „Telekommunikation ist ein ‚Evergreen‘, die Grundprinzipien bleiben stets dieselben – dachte ich, und mir gefiel der Gedanke.“ Also schrieb sie sich für ein entsprechendes Bachelor-Studium in Chennai ein.

In Indien strömen sehr viele Talente in die Ingenieurswissenschaften: halb Männer, halb Frauen. Meist entwickeln sie letztlich Software, berichtet Suba: „Irgendwann kommt der Punkt, an dem du merkst, dass du dich mit etwas Besonderem abheben musst.“ Auslandserfahrungen sind da sehr geeignet. Sehr viele orientieren sich bereits Richtung USA oder Großbritannien. In einem deutschen Sprachkurs sprang der Funke bei Suba über. Die Lehrerin, eine Muttersprachlerin, weckte ihr großes Interesse für das Land. Suba entschloss sich, ihr „Master of Science“-Studium in Darmstadt anzugehen. Elfeinhalb Flugstunden entfernt.    

Matthias Weidmann, Johann Sahling, Subashini Rajan und Andy Wittmann.

Mit Kollegen in den Darmstädter Bürowelten (von links): Matthias Weidmann, Johann Sahling, Suba Rajan und Andy Wittmann. ©  Dieth und Schröder

Weniger hierarchisch

Das war 2015. Inzwischen hat Suba viel dazugelernt, das Studium abgeschlossen und ist prompt bei der Telekom eingestiegen. Sie hat dank ihrer Darmstädter Kolleginnen und Kollegen viele neue Erfahrungen gesammelt, auch in puncto Unternehmenskultur. Erfahrungen, die sie auch mit den neuen indischen Telekom-Teams in Pune und Bangalore teilen kann, die nun in vielen Innovationsprojekten mitarbeiten. 

Wenn sie die Arbeitswelten vergleicht, was sind ihre wichtigsten Eindrücke? Suba: „In Indien entwickelt sich gerade erst der Work-Life-Balance-Gedanke. Da ist die Telekom weiter, zudem auch weniger hierarchisch, und Mitarbeitende können mehr hinterfragen“, fasst sie zusammen. „Dafür kleben wir hier manchmal sehr an Zeitplänen, wobei sich vieles davon oft schon ganz einfach früher erledigen lässt - das läuft aus meiner Sicht in Indien flexibler.“ Von diesen und unzähligen anderen Eindrücken und Erlebnissen erfahren Herr und Frau Rajan im entfernten Chennai allabendlich. Live, per Videokonferenz mit ihrer Tochter Suba.

 Subashini Rajan

Suba an ihrem Standort: Darmstadt, Deutsche-Telekom-Allee. ©  Dieth und Schröder


 

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