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Video-Interview mit Charles-Edouard Bouée

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Ein Gespräch über die Rolle von Science-Fiction bei der Entwicklung von realistischen Szenarien für die Zukunft und warum wir das menschliche Gehirn mit Maschinen verbinden und erweitern sollten.

Charles-Edouard Bouée, Senior Advisor bei Roland Berger.

Was ist Ihre größte Angst hinsichtlich Digitalisierung und KI?

Meine größte Angst ist, dass Künstliche Intelligenz als Waffe eingesetzt wird. denn sie ist eine sehr mächtige Waffe und wir könnten Anwendungen sehen, die wir nicht gern sehen wollen.

Was ist also Ihre größte Hoffnung?

Meine größte Hoffnung ist, dass wir uns von Künstlicher Intelligenz - KI - zu HAI, also zur erweiterten menschlichen Intelligenz kommen (Anmerkung der Redaktion: HAI = Human Augmented Intelligence). Dass wir das menschliche Gehirn mit Maschinen verbinden und erweitern.

Wie können wir verhindern, dass Maschinen die Macht über uns übernehmen?

Ich denke, wenn wir eine bequeme Haltung einnehmen, eine entspannte Haltung, dann werden die Maschinen übernehmen. Denn dann werden wir nicht darauf konzentriert sein, in welcher Art von Welt wir leben möchten.

Wenn wir die Vorteile der Maschinen nutzen und die HAI, die Human Augmented Intelligence umsetzen, dann werden wir die Herren der Maschinen sein.

Sie haben einmal gesagt, dass das Rennen um KI noch offen ist und es eine Chance für Europa und für China gibt. Was genau was meinen Sie?

Ich denke, China investiert massiv Geld und Ressourcen in Künstliche Intelligenz, denn sie haben jede Menge Daten, sie wollen schnell vorankommen. Wir sehen viele neue Unternehmen in China, die am Markt sehr interessante Produkte anbieten.

Was Europa betrifft, bin ich ziemlich optimistisch, aber wir müssen das Rennen beginnen, denn wir haben keinen etablierten Player. Es gibt in Europa weder Google noch Apple, noch Baidu oder Alibaba. Daher ist hier ein besserer Platz für Investments - so lange wir endlich loslegen.

Was können wir von China lernen?

Ich denke, von China können wir einige Dinge lernen.

Erstens müssen wir langfristig denken. Sie (Anmerkungen der Redaktion: die Chinesen) haben den Fünfjahresplan, den 30-Jahresplan, den 100-Jahresplan und wir sollten es genauso machen.

Das Zweite, was wir tun müssen, ist in Science-Fiction zu investieren. Wir müssen verstehen, was die Zukunft für uns bereithält und in diejenige Technologie investieren, die es in die Zukunft schaffen wird. Und hier kommen Regierungen und Unternehmen ins Spiel, die unsere Kunden sind.

Also ist Science-Fiction eine Quelle für realistische Szenarien?

Ich meine, wir alle brauchen Vorstellungskraft. Vorstellungskraft kommt von SciFi, von den alten Autoren wie Arthur Clark oder Asimov bis zu den neuen Autoren in China und überall auf der Welt.

Dann gibt es Hollywood, das Filme produziert, das Militär und schließlich die Unternehmen. Und ich denke, das ist der zeitliche Horizont, mit dem wir arbeiten müssen. Wir haben die Science-Fiction verloren, die uns dabei hilft, die Zukunft zu entwerfen.

Reale Szenarien: Science-Fiction ist mehr als Fiktion

Mehr als nur Fiktion

Charles-Edouard Bouée empfiehlt uns Science-Fiction-Literatur als Quelle der Inspiration und für einen realistischen Blick in die Zukunft.

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