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Video-Interview mit Lisa Lang: Müssen wir Angst haben, dass die Mode der Digitalisierung zum Opfer fällt?

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Ein Interview mit Lisa Lang, Designerin und Gründerin von ElektroCouture, Berlin.

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Lisa, in Zeiten der Digitalisierung macht die Technik vor der Mode nicht halt. Müssen wir Angst haben, dass die Mode der Digitalisierung zum Opfer fällt?

Lisa Lang: Ach, nein, ich denke, überhaupt nicht. Fashion und Mode an sich ist ja immer von Technik irgendwie beeinflusst worden. Sei es die Nähmaschine, der Reißverschluss, das Stretch-Material - das war alles mal futuristische Technik und ist dann normal geworden, auch durch die Hände der Fashion und der Mode. Ich sehe das eigentlich als eine absolute Möglichkeit und Gelegenheit für neue Designer wie aber auch für alteingesessene Designer, sich neu zu erfinden und auch wieder ein bisschen zu spielen und Spaß zu haben.

Style versus Gadget: Ist es wichtiger in Zukunft, was meine Kleidung kann, als wie sie aussieht?

Lisa Lang: Das kommt immer darauf an, wen man fragt. Ich glaube, für Fashion und Mode - deswegen heißt es ja auch #FASHIONTECH, also "Fashion" zuerst - ist die Geschichte und das Design immer das Wichtigste. Es ist die Daseinsberechtigung einfach. Ich glaube aber auch: Wenn man zu viel Technik und Funktion in etwas hineinbaut, sei es ein Gadget oder ein Kleidungsstück, wird das auch von der normalen Masse einfach nicht angenommen, weil man dann einfach wie ein Roboter aussieht. Wir kennen ja das User Interface "Jacke", wir kennen das User Interface "Kleid". Und darüber dann Stück für Stück Technik hinein zu infiltrieren, finde ich als natürlichen Weg viel, viel besser und angenehmer, als sofort die Diskokugel auszupacken.

Das Wichtigste ist nun aber: Man muss miteinander reden. Man muss zusammen zuhören und auch so ein bisschen aus seinem normalen Prozess hinausgehen, um den nächsten Schritt in die Innovation zu machen. Die Maschinen, die Technologie, Fashion an sich ist nicht das Problem. Es sind die Menschen, die die Maschinen jetzt neu programmieren müssen.

Wenn du eine Prognose wagen solltest, würdest du sagen, dass Smart Fashion in den nächsten zehn Jahren massenkompatibel wird, oder bleibt es immer ein Trend für wirkliche Hightech-Fans?

Lisa Lang: Ich bin der absoluten Überzeugung, dass es Massenware wird. Weil, es geht technisch. Designtechnisch geht das. Wir haben die Manufakturen, wir haben Textilmanufakturen, wir haben die Mikrochips, wir haben die Batterietechnologien. Das ist überhaupt kein Problem. Ich denke mal, woran es scheitern wird, ist wirklich, dass die großen Kolosse nicht miteinander kommunizieren können. In der Zwischenzeit werden sehr viele kleine Firmen - weil die agiler sind, "lean" sind -, sehr, sehr viele tolle Produkte auf den Markt bringen. Und das ist ja nicht nur Zukunft, sondern es passiert ja wirklich jetzt schon, seit Jahren, auf einem sehr hohen Level und jetzt auf einem sehr internationalen Level. Ich glaube, die Frage ist nicht einfach nur Ob, sondern die Frage ist Wann. In zehn Jahren wird so einiges passieren.

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