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Hagen Rickmann

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Warum wir beim Weg in die digitale Zukunft nicht beim Homeoffice stehen bleiben dürfen

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Ein Beitrag von Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH.

Geht‘s Ihnen wie mir? Verfolgen Sie jede noch so kleine Nachricht, die sich um die neuen Corona-Impfstoffe dreht? Ich informiere mich täglich über den aktuellen Stand. Natürlich hoffe ich, dass wir die Pandemie damit möglichst schnell überwinden und zu unserem gewohnten sozialen Miteinander zurückfinden. Und ich bin wirklich begeistert, dass auch deutsche Unternehmen im globalen Kampf gegen Covid-19 helfen können. BioNTech aus Mainz gehört ebenso wie CureVac aus Tübingen zu den Pionieren der neuen mRNA-Technologie. Und die nimmt nicht nur Corona den Schrecken, sondern könnte die Medizin revolutionieren und auch gegen ganz andere Krankheiten helfen. 

Digitalisierungsindex Mittelstand belegt Transformationsschub

Der Erfolg der Pioniere beruht auf einem Mix aus Expertenwissen, Innovationskraft und Beharrlichkeit – und das sind genau die Stärken, die auch unsere mittelständischen Unternehmen traditionell auszeichnen. Was im Übrigen unsere gerade erschienene Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/21“ deutlich macht. Denn sie beweist: Wir können in Deutschland nicht nur Biotech, sondern auch Digitalisierung. So haben 46 Prozent der befragten Unternehmen während der Corona-Krise ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Services kurzfristig angepasst. Mehr als die Hälfte führte neue Arbeitsplätze im Homeoffice ein oder weitete das Angebot aus. Fast drei Viertel boten ihren Beschäftigten an, im Homeoffice zu arbeiten. Mehr noch: Die Unternehmen berieten ihre Kunden in virtuellen Meetings, verlagerten ihre Kundenhotlines über Nacht an die heimischen Schreibtische ihrer Beschäftigten. Und wählten die Cloud als zentralen, von überall verfügbaren Ablageort der Wahl. Viele Einzelhändler entwickelten in Windeseile Webshops und schlossen sich Plattformen an. Oder erschließen sich gerade neue Geschäftsfelder: Der Heizungsbauer beispielsweise, der jetzt auch Luftreiniger produziert, weil die in Schulen und Unternehmen dringend gebraucht werden. Immer mehr Unternehmen zeigen auch in den sozialen Medien Präsenz, damit nicht auch die Beziehung zum Kunden in den Lockdown geht. Und 86 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre räumlich getrennten Teams nur dank digitaler Lösungen weiter effizient zusammenarbeiten konnten. Das alles zeigt: Die digitale Transformation des Mittelstands geht stetig voran – auch und gerade in Zeiten der Pandemie. Die Unternehmen sind viel weiter als viele denken. Viele Mittelständler haben sich mit digitaler Unterstützung erstaunlich flexibel und vor allem resilient durch die Corona-Krise manövriert.

Digitalisierung: Schutzimpfung vor der Pandemie

Zugegeben: Dass ich diese Entwicklung vor einigen Monaten in meinem Beitrag „Die Krise als digitaler Weckruf“ schon prognostiziert habe, liegt nicht an meinen seherischen Fähigkeiten. Sondern an den Erfahrungen, die ich im Kontakt mit meinen mittelständischen Kunden sammle – und die unser Digitalisierungsindex alljährlich bestätigt: Digitalisierung zahlt sich aus. Seit Jahren schon. Das hat sich im Mittelstand längst herumgesprochen. Auf der Haben-Seite stehen mehr Umsatz und Effizienz, eine bessere Produkt- und Service-Qualität, neue digitale Geschäftsmodelle – und nun auch noch mehr Resilienz. Die jüngste Ausgabe des Digitalisierungsindex unterstreicht, dass diejenigen Unternehmen besonders gut durch die Krise kommen, die bereits einen hohen Digitalisierungsgrad erreicht haben: Das behaupten 80 Prozent der befragten Top-Digitalisierer. 75 Prozent der Digital Leader sind zudem mit ihren Umsätzen zufrieden. Damit leistet das Virus in Sachen digitaler Transformation den nötigen Veränderungsdruck. Zumindest auf den ersten Blick. 

Es alarmiert mich, wenn im Mittelstand der „mittlerweile sechs Jahre andauernde Investitionsaufschwung im laufenden Jahr ein jähes Ende findet“, wie die staatliche Förderbank KfW schreibt. Die Experten bilanzieren ein Investitionsminus von 37 Milliarden Euro. Ich fürchte, dass dies zu Lasten von Zukunftsinvestitionen gehen könnte – und die Covid-19-Pandemie auf diesem Wege nun doch noch die Digitalisierung ausbremsen könnte. 

Digitale Transformation: Abwarten ist keine Option

Dafür finden sich im neuen Digitalisierungsindex leider Anhaltspunkte. Zwar wollen die Unternehmen für mobile Endgeräte, Kommunikations- und Kollaborationstools oder VPN-Lösungen auch 2021 Geld ausgeben. Das ist gut, weil Unternehmen damit mehr Flexibilität, Produktivität und Resilienz erreichen. Aber das New Normal darf sich nicht in Homeoffice-Angeboten und der stärkeren Nutzung von Kollaborationstools erschöpfen. Sie allein erzeugen noch keine nachhaltige digitale Wirkung. 

Der Prozentsatz derer, die verstärkt in Zukunftstechnologien wie Data Analytics, Künstliche Intelligenz, Robotik, IoT oder in Plattformökonomien investieren wollen, bewegt sich laut Index derzeit abhängig von der jeweiligen Technologie zwischen 13 und 17 Prozent. Die Zahl derer, die solche Investitionen senken oder verschieben möchten, beträgt dagegen zwischen 32 und 40 Prozent. Das ist fatal. Denn genau diese Technologien entscheiden künftig über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Und ob der Mittelstand seine Erfolgsstory fortsetzen kann. 

Deshalb ist es ein richtiger Schritt, wenn die Bundesregierung nicht nur milliardenschwere Corona-Rettungspakete auflegt, sondern darüber die digitale Zukunft des Mittelstands nicht vergisst. Das Programm „Digital Jetzt“, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seit diesem Herbst Investitionen in digitale Technologien und in die digitale Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert, ist ein wichtiger Anfang. Rettungsgelder sind dann besonders sinnvoll, wenn sie in neue Technologien investiert werden, wenn die Unternehmen ihre Belegschaft auf die neue, auf die digitale Zeit vorbereiten.

Neue Wege zu smarter digitaler Wertschöpfung 

Denn wir sollten mit dem New Normal nicht lediglich unseren Status quo digital aufhübschen. Sondern ein Better Normal ins Visier nehmen, das mit digitalen Geschäftsmodellen neue Handlungsspielräume, Optionen und Innovationen schafft. Digitale Technologien wie Data Analytics, KI oder das Internet der Dinge unterstützen die Unternehmen dabei, ihr Geschäft um digitale Wertschöpfung zu ergänzen, ihre Produktion zu automatisieren oder ihre Produkte mit Softwareangeboten zu veredeln. Damit Zukunft kein Lippenbekenntnis bleibt. Und Digitalisierung den Weg zeigt zu innovativer, smarter Wertschöpfung. 

Hagen Rickmann

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