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MINT muss attraktiver werden!

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Claudia Nemat, Vorstand Europa & Technik Deutsche Telekom AG, engagiert sich als MINT-Botschafterin.

Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, Technologie und Innovation

Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Technologie & Innovation der Deutschen Telekom AG.

Sie setzen sich dafür ein, dass mehr junge Menschen einen MINT-Karriereweg einschlagen. Warum setzen Sie sich so dafür ein?
Für mich persönlich war es eine Herzensangelegenheit Physik zu studieren. Nicht nur Deutschland hat ein Problem damit, qualifizierte Nachwuchskräften mit technisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund zu finden. Initiativen, wie STEM to STEAM, das amerikanische Gegenstück zu MINT, zeigen, dass solche Fachkräfte weltweit knapp sind. Das ist ein strukturelles Problem, welches sich heute schon als Wachstums- und Innovationsbremse auf bestimmte Branchen und Regionen auswirkt – mit dem Risiko von hohen Wertschöpfungsverlusten für die Volkswirtschaft. Dagegen möchte ich etwas tun! Wie wichtig MINT für die Zukunft ist, zeigt ein Blick auf die Trends, die sich weiter herauskristallisieren. Alles hat etwas mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu tun.

Warum entscheidet sich der Nachwuchs so selten für eine MINT-Karriere?
Technische Fächer wirken oft abschreckend, da die Inhalte auf den ersten Blick komplex und schwierig erscheinen. Auch verbinden junge Menschen eine MINT-Karriere damit, in einem Keller, Labor oder dunklen Raum vor sind hin zu werkeln. Gerade für junge Frauen ist es natürlich auch nicht attraktiv, einen Studiengang zu wählen, in denen mehr als 90 Prozent der Studenten Männer sind, dabei sollten sie gerade das als Chance sehen, um aus der Masse hervorzustechen. Einer Frau mit Abschluss in einem MINT-Fach stehen förmlich alle Türen offen. Viele junge Menschen verbinden Karriere mit einem Studium in Wirtschaftswissenschaften, dabei ist der Arbeitsmarkt mittlerweile übersättigt von Akademikern die einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund haben. Wir müssen Unterschiedlichkeit in Unternehmen fördern und technische Berufe attraktiver machen.

Fragt sich nur wie…
Wir brauchen mehr Rollenvorbilder. Bestehende Klischees und Vorurteile müssen geändert und MINT-Berufe attraktiver dargestellt werden. Das muss bereits in der Schule anfangen. Wenn wir das nicht schaffen werden wir in Zukunft einen erheblichen Mangel an Fachkräften mit technischem Hintergrund haben. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir in Unternehmen gemischte Teams mit verschiedenen Kulturen, Hintergründen und Geschlechtern. Wir wissen nicht nur intuitiv, dass Unterschiedlichkeit wichtig ist. Studien haben gezeigt, dass Diversity mit positiven Ergebnissen verknüpft ist. Unternehmen sind dadurch in der Lage kreativer, problemlösender und effizienter zu arbeiten. Wir müssen Rahmenbedingungen und Unternehmenskulturen schaffen, die Unterschiedlichkeit fördern. Mit einem Unternehmen voll von Wirtschaftswissenschaftlern ist das nicht möglich. Das muss sich ändern, MINT muss attraktiver werden! Deshalb setze ich mich dafür ein, besonders das Potenzial von jungen Frauen für MINT-Fächer zu fördern.

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