Verantwortung

Was heute geforscht wird

Gibt es Forschung zu Mobilfunk und Gesundheit? Mit welchen Themen befassen sich aktuelle Studien?

Das Fundament für die sichere Nutzung des Mobilfunks ist die Forschung. Sie hat in den vergangenen Jahren eine umfassende Wissensbasis über die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den Menschen geschaffen. Auf dieser Grundlage bewerten anerkannte Expertengremien kontinuierlich den Zusammenhang von Mobilfunk und Gesundheit. Übereinstimmend haben alle Fachgremien bis heute die Gültigkeit der Grenzwerte bestätigt.

Forschung in Deutschland

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) hat unter der Projektleitung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) seit 2002 zahlreiche Forschungsvorhaben umgesetzt.

Dazu zählen:

  • Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF; 2002–2008)
  • Forschung im Rahmen des Umweltforschungsplans des BMU (2009–2011)
  • Forschung zur Verbesserung der Informationen über Mobilfunk und Gesundheit (2012–2014)
  • Forschungsprojekte im Zusammenhang mit dem Start der 5G Technologie (ab 2019)

Basierend auf den Ergebnissen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms zog das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) 2013 den Schluss: "Die Ergebnisse des DMF haben die Kenntnislücken deutlich verringert und somit die Datenbasis für die Risikobewertung verbessert. Die Ergebnisse geben nach sorgfältiger Prüfung insgesamt keinen Anlass, die Schutzwirkung der bestehenden Grenzwerte in Zweifel zu ziehen".

In einer Zusammenfassung der wissenschaftlichen Forschung zu Mobilfunk inklusive 5G, stellt das Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) 2021 fest, bei der Einhaltung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte davon auszugehen, dass sich durch den Betrieb der 5G Mobilfunktechnik keine nachteiligen gesundheitlichen Wirkungen auf den Menschen ergeben. Die Aussage stützt das Bundesamt für Strahlenschutz nicht nur auf die Ergebnisse des von unabhängigen wissenschaftlichen Instituten durchgeführten Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms, die weitgehend auf 5G übertragbar sind. Vielmehr handelt es sich auch um die Bewertung nationaler und internationaler Fachgremien, die hierfür alle verfügbaren Publikationen herangezogen haben. Mehr Informationen zu 5G in der Broschüre des Bundesamts für Strahlenschutz.

In Bezug auf weitere Forschung sieht das Bundesamt für Strahlenschutz sieht weiteren Forschungsbedarf bei der Nutzung von Frequenzen größer als 20 GHz.  Zusätzlich sollen elektromagnetische Felder der neu eingeführten technischen Innovationen und der neu aufgebauten 5G Netze sowie die Auswirkungen auf die Exposition der Bevölkerung insgesamt untersucht werden.

Forschung auf internationaler Ebene

Neben den Forschungsaktivitäten in Deutschland wurde in den vergangenen zehn Jahren in zahlreichen Staaten auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene geforscht. Dadurch wurden viele weitere Wissenslücken geschlossen. Beispiele sind die in 13 Ländern durchgeführte INTERPHONE-Studie, die MOBIKIDS-Studie, das EMF-Projekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nationale Forschungsprogramme in vielen europäischen Ländern sowie wissenschaftliche Aktivitäten im Rahmen der EU-Forschungsrahmenprojekte.

Nach heutigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand können laut Urteil der Weltgesundheitsorganisation (Faktenblatt 193, 2014) keine negativen Gesundheitseffekte durch Mobiltelefonnutzung festgestellt werden.

WHO Faktenblatt 193, 2014 (englisch)

Derzeit werden die von der EU im Forschungsrahmenprogramm Horizon 2021 geförderten wissenschaftlichen Projekte durchgeführt. Sie werden weiter dazu beitragen, die noch offenen Fragen zu klären.

ETAIN (Exposure to Electromagnetic Fields and Planetary Health)

Das Forschungskonsortium wird von der Universität Utrecht, Niederlanden koordiniert und wird untersuchen, ob es Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf die Gesundheit von Menschen und die Biodiversität gibt. 

https://www.etainproject.eu/the-project

GOLIAT (5G Exposure, Causal effects, and Risk perception through Citizen Engagement)

Schwerpunkt des Projekts, das von ISG Global aus Spanien koordiniert wird, ist es, die Exposition durch EMF zu quantifizieren und u.a. durch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern geeignete Strategien zur Risikokommunikation zu entwickeln.

http://www.projectgoliat.eu/

NextGEM (Next Generation Integrated Sensing and Analytical System for Monitoring and Assessing Radiofrequency Electromagnetic Field Exposure and Health)

Die Forschungen sollen die Wissensbasis zur EMF-Exposition in verschiedenen Bereichen (Wohnumgebung, öffentliche und arbeitsplatzspezifische Umgebungen) erweitern. Das Ziel des Projekts ist es, gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen basierend auf einem sicheren EMF-Schutzkonzept zu ermöglichen. Die Projektkoordination hat die Stiftung für Forschung und Technologie (FORTH - Foundation for Research and Technology Hellas) aus Griechenland übernommen.

https://www.nextgem.eu/

SEAWave (Scientific-Based Exposure and Risk Assessment of Radiofrequency and mm-Wave Systems from Children to Elderly - 5G and Beyond)

Das Forschungsprojekt wird eine aktuelle wissenschaftliche Basis für eine umfassende Risikoeinschätzung von möglichen Gesundheitsrisiken und die Grundlage für eine effektive Risikokommunikation für alle Bevölkerungsgruppen (von Kindern bis zu Seniorinnen und Senioren) bereitstellen. Das Projekt dient einer wissenschaftlich fundierten Expositions- und Risikobewertung von Hochfrequenz- und Millimeterwellensystemen und bezieht 5G ebenso wie weitere Technologien ein. Das Forschungskonsortium koordiniert die Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland.

https://seawave-project.eu/

https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/emf/laufend/seawave.html

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