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Dr. Andreas Gladisch

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Ein neuer und innovativer Ansatz für Aufbau und Entwicklung von Telekommunikationsinfrastrukturen

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Telecom Infra Project (TIP) Community bietet für Netzbetreiber und Start-ups eine Arbeitsumgebung zur Zusammenarbeit.

Was bedeutet TIP?

Das im Februar 2016 gestartete Telecom Infra Project (TIP) ist eine technikorientierte Initiative von Netzbetreibern, Herstellern, Systemanbietern und Startups, mit der herkömmliche Netzausbauszenarien radikal verändert werden sollen. Die Community verfolgt das Ziel, gemeinsam neue Technologien zu entwickeln, innovative Geschäftsmodelle zu untersuchen und mehr Investitionen in das Gesamtökosystem „Telekommunikation“ zu lenken. Zu den Gründungsmitgliedern – Facebook, Deutsche Telekom, Intel, Nokia und SK Telecom – sind inzwischen über 500 Netzbetreiber, Gerätehersteller und Systemanbieter hinzugekommen.

Was ist mmWave im TIP-Kontext?

Im Rahmen des TIP existieren verschiedene Projektgruppen. Konkret für die Projektgruppe "Millimeter Wave Networks" (mmWave) hat die Deutsche Telekom den Mitvorsitz. Diese Gruppe will die zahlreichen verfügbaren mmWave-Frequenzbänder nutzen, um neue Techniken für kostengünstige Zugangs- und urbane Netze mit extrem hohen Geschwindigkeiten zu entwickeln. Ziel ist eine durchgängige Lösung mit Funkverbindungen in mmWave-Frequenzbändern, die auf einer vermaschten Netzwerkarchitektur basieren. Diese werden über einen SDN-ähnlichen Controller aus der Cloud heraus gemanagt. Der initiale Schwerpunkt der Projektgruppe liegt auf dem 60-GHz-Bereich des mmWave-Bands, aber die Mehrzahl der technischen Entwicklungen lässt sich auch auf Systeme anwenden, die in anderen mmWave-Frequenzbereichen arbeiten. Die Gruppe will unter anderem verschiedene Einsatzszenarien für Netzbetreiber und die entsprechenden Systemarchitekturen entwickeln. Dazu gehören mit Glasfaser vergleichbare Datenraten im Gigabit-Bereich für Privatkunden, Backhaul-Lösungen für Mobilfunk- und WLAN-Anschlüsse sowie eine dichte Netzabdeckung für Smart Cities. Insgesamt sollen kostengünstige, innovative Lösungen bereitgestellt und gleichzeitig ein Community-orientiertes Ökosystem entwickelt werden, um den Bedürfnissen von Netz- und Stadtbetreibern gerecht zu werden.

Infografik: mmWAVE Netze

mmWAVE Netze haben das Potenzial, eine zukünftige Basistechnik zur Unterstützung der Gigabit-Gesellschaft zu werden. Sie bieten einen schnellen und flexiblen Ausbau um bestehende Technologien wie FTTH zu ergänzen.

Welchen Schwerpunkt setzt die DT im Rahmen von mmWave?

Die DT konzentriert sich auf die genannten Einsatzszenarien, um mithilfe der mmWave-Technologie unter anderem Gigabit-Datenraten für Privat- und Geschäftskunden sowie für die Wohnungswirtschaft zu erzielen, die mit Glasfaserverbindungen vergleichbar sind (Wireless to the building - WTTB, Wireless to the home - WTTH). Ein weiteres Ziel ist das Bereitstellen von Rücktransportkapazitäten für Mobilfunk- und WLAN-Netzwerke sowie eine ausreichend enge Netzabdeckung für Smart-City-Anwendungen. Aktuell gibt es vier Arbeitsgruppen (Validierung, ökonomische Aspekte, Best Practices, Planung), wobei die DT den Vorsitz in den Arbeitsgruppen "ökonomische Aspekte" und "Validierung" inne hat.

Aktueller Stand

In allen Arbeitsgruppen des mmWave-Projekts werden bereits gute Fortschritte erzielt. Außerdem wurde vor Kurzem ein mmWave-Testnetzwerk in Berlin aufgebaut und in Betrieb genommen. Mit diesem Netz können die technischen Fähigkeiten und Leistungsmerkmale der mmWave Technologie in einer nahezu realen Umgebung intensiv evaluiert und getestet werden. So lassen sich die Funkverbindungen und die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems unter unterschiedlichen Wetterbedingungen untersuchen. Im Einklang mit dem Community-Modell steht dieses Testnetz allen Mitgliedern des TIP zur Verfügung und ist somit ein wichtiges Hilfsmittel für die gemeinsame Entwicklung innovativer Technologien.

 

Dr. Andreas Gladisch

Dr. Andreas Gladisch

Vice President für das Themenfeld Convergent Networks & Infrastructure bei den T-Labs und Technology Innovation

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Die Telekom investiert jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in den Netzausbau.

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