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Roman Ahrens

Brille auf, Hände frei

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In jüngerer Vergangenheit standen intelligente Brillen längere Zeit kaum im Fokus. Erstaunlich, wenn man die vielfältigen Anwendungsbeispiele solcher Smart Glasses bedenkt. Beim Mobile World Congress (MWC) habe ich den Prototyp, den die Telekom gemeinsam mit Zeiss entwickelt, getestet.

zeiss

Ich habe mich lange gewehrt, überhaupt eine Brille zu tragen. Irgendwann habe ich dann eingesehen, dass es wohl doch nötig ist. Die Vorstellung, dass Menschen tatsächlich freiwillig Brillen tragen könnten, schien mir völlig abwegig.

Mittlerweile geht es mir eher andersrum: Ohne Brille wirkt alles ziemlich unscharf.  Bald aber könnten Brillen nicht nur für besseres, sondern für ein gänzlich anderes Sehen sorgen. Gemeinsam mit Zeiss entwickelt die Telekom aktuell im Joint Venture namens tooz technologies Smart Glasses, die ihren Trägern neue Welten erschließen sollen.

Optisch erinnert die Brille, die als Prototyp beim Mobile World Congress offiziell vorgestellt wurde, in ihrer aktuellen Form an eine Sonnenbrille. Eine etwas klobigere zwar, aber wenn man bedenkt, wie viel Technik in ihr steckt, ist sie nahezu grazil. Wenn die Brillen tatsächlich in den Massenmarkt kommen sollten, müssen die Brillen natürlich möglichst unauffällig sein.

Bedienung ist Gewöhnungssache

Mein erster Eindruck, als ich die Brille unter den gespannten Blicken der Telekom- und Zeiss-Vertreter auf dem MWC teste: komplett ungewohnt. In einem kleinen Fenster im rechten, unteren Drittel läuft ein Demo-Video der möglichen Anwendungen. Der Blick in diesen Ausschnitt des Sichtfeldes fühlt sich in meinem Fall zunächst etwas komisch an. Der perfekte Ausschnitt in diesem Bereich wird noch festgelegt, wurde mir von den Experten versichert – schließlich ginge es in der aktuellen Phase vor allem ums Ausprobieren.  Die Bedienung erfolgt über ein kleines Touchpad am rechten Rand der Brille.

Im Übrigen scheint es mir dabei vor allem um Gewöhnung zu gehen: So wie eine Gleitsichtbrille am Anfang irritierend ist, aber mit der Zeit einen extremen Mehrwert bietet, könnte es auch bei den Smart Glasses sein.

Eine Brille, 1.000 Möglichkeiten

Neben der Optik und Handhabung geht es dabei vor allem um Anwendungsfälle. Am wichtigsten ist es geradeherauszufinden, wer welchen Mehrwert durch eine solche Datenbrille haben könnte. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten mit mehr als 40 Partnern aus Industrie, Handel und Wissenschaft Anwendungsfälle entwickelt.  Ob das Abbilden eines virtuellen Ichs beim Joggen, das die jeweilige Bestzeit als Hologramm auf die Strecke projiziert, individualisierte Angebote für jeden Kunden im Handel, das Einblenden der Social Media-Profile des Gegenübers oder als Hilfsmittel für einen operierenden Arzt: Die Ideen sind unfassbar vielfältig.

Theoretisch könnten wohl die meisten Anwendungsfälle der Brille auch auf dem Smartphone abgebildet werden. Nachteil: Das muss man immer in der Hand halten. Die Brille hingegen lässt einem völlige Freiheit. Wenn man also beim Kochen mit mehlverstaubten Händen nicht mehr das Tablet bedienen, sondern nur kurz in die Ecke der Brille schauen muss, um das Rezept zu checken, wäre das für mich schon mal ein kleiner, aber eindeutiger Vorteil.

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