Blog.Telekom

Melanie Kubin-Hardewig

0 Kommentare

Die grüne Gretchenfrage

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

Wer ist verantwortlich für Klimaschutz? „Die“ Politik? „Die“ Unternehmen? Oder „die Privatpersonen“? Wenn nicht alle drei Gruppen Verantwortung übernehmen, werden wir unsere Ziele verfehlen. Umso wichtiger ist der Austausch miteinander – wie beim jüngsten TEDx Event zu den „Stories of sustainability“.

Bei vielen Events und Panels zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist mir ein mehr oder minder gleichbleibendes Bild bei den Diskutanten begegnet: Ähnlich alt, ähnlich sozialisiert, ähnliche Herkunft. Nicht selten sind dies rein männliche Besetzungen ein gefundenes Fressen für Twitter-Accounts wie @UndWieVieleFrauen.

Insofern war TEDxBonn zu den „Stories of sustainability“ eine willkommene Abwechslung: Nicht nur divers in Bezug auf Alter und Herkunft, sondern auch so weiblich, dass man schon hätte fragen müssen „Und wie viele Männer“.

Die so vielfältigen Speaker*innen haben dem Event eine ganz eigene Dynamik verliehen. Denn bei der Nachhaltigkeit verhält es sich nicht anders als bei vielen anderen Themen auch: Diversität hilft. Sie hilft dabei, andere Standpunkte zu verstehen. Sie hilft, neue Perspektiven zu eröffnen. Und vor allem hilft sie, die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. 

Die Talks zum Beispiel von Monika Griefahn, Gründungsmitglied von Greenpeace und ehemalige Umweltministerin in Niedersachsen, Marina Ponti, verantwortlich für die Kampagne zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, oder den jungen Damen des engagierten Projekts BUNDjugend waren gerade in Corona-Zeiten spannende Impulse von außerhalb der „Magenta Blase.“ 

Expertinnen mit Moderatorin Liz Shoo auf dem Panel

Die Expertinnen (v.l.n.r.) Marina Ponti, Monika Griefahn, Melanie Kubin-Hardewig diskutierten beim Panel mit Moderatorin Liz Shoo.

Pars pro toto

Die sieben Einblicke dieses Abends stehen stellvertretend für die unglaubliche Vielfalt unserer Gesellschaft und der Perspektiven. Und doch eint sie alle ein Ziel: Die Welt grüner und sozialer zu machen.

Wenn es einen gemeinsamen Nenner gibt, dann wohl diesen: Ohne das Engagement aller, der Politik, der Gesellschaft und Individuen und der Unternehmen werden wir dieses Ziel nicht erreichen.  

Für die „großen Brocken“, etwa die Verkehrs- und Energiewende, braucht es Leitplanken seitens der Politik. Die jüngsten Entscheidungen zu den Klimazielen des Bundesverfassungsgerichts machen nochmals deutlich, dass wir ambitioniertere Ziele mit konkreteren Maßnahmen brauchen. Der Kampf gegen den Klimawandel darf nicht zu großen Teilen den zukünftigen Generationen oder der Gesellschaft im Allgemeinen überlassen werden. 

Was kann ich denn schon bewirken?

Das heißt im Umkehrschluss aber auch nicht, dass wir als Privatpersonen aus unserer Verantwortung entlassen wären. Da bin ich ganz bei Marina Ponti, die die Bedeutung vieler kleiner Entscheidungen im Alltag für das „große Ganze“ betonte. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass eine jede Lebenswirklichkeit anders ist und entsprechend unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden können und müssen. 

Für Städter*innen mag es sich leichter auf ein Auto verzichten lassen, auf dem Land ist das mitunter noch schwieriger. Dafür ist dort vielleicht die regionale Ernährung das Äquivalent zum stylishen Drahtesel in der Innenstadt.

Wenn zu viele Menschen unter dem Anspruch, perfekt im Sinne der Nachhaltigkeit leben zu wollen, von vornherein resignieren, ist keinem geholfen – am wenigsten der Umwelt. Daher stünde uns mitunter mehr Ermutigung statt kritischem Beäugen besser zu Gesicht.

Grün, grün, grün sind alle Unternehmen

Die Zeiten, in denen kleinste Maßnahmen als Feigenblatt des Klimaschutzes dienten, sind für die allermeisten Unternehmen passé – ein Glück!  Denn nicht zuletzt sind insbesondere große Unternehmen wie das unsere gefordert, mehr zu tun. Unsere kürzlich angepassten Klimaziele mit dem der Maßgabe spätestens 2040 klimaneutral zu sein, gehen daher in die richtige Richtung. Zudem können unsere Kund*innen durch unsere digitalen Services – etwa die Verbindung im Home Office – mehr als 600 Prozent mehr CO2-Emissionen einsparen als wir verursachen. 

Je größer Unternehmen sind und je mehr Einfluss sie haben, desto größer ist auch ihre Verantwortung. Für Kund*innen ebenso wie für Investor*innen lautet die Gretchenfrage immer häufiger: „Wie habt ihr´s mit der Nachhaltigkeit?“ Dabei wird es mittelfristig nicht reichen, nur die Pflicht – also den Weg zur Klimaneutralität – zu bestreiten. Die Umwelt und unser Umfeld erwarten von uns auch die Kür – wir fangen besser früh an, diese zu üben.

Melanie Kubin-Hardewig

Melanie Kubin-Hardewig

Vice President Group Sustainability Management Deutsche Telekom AG

Symbolbild zum Erdüberlastungstag

Klimaschutz bei der Telekom

Mit konkreten und messbaren Klimazielen unterstützt die Telekom das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens.

FAQ