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Martina Morawietz

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Flottenmanagement: Einsparpotenzial gibt es immer

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„Zeit ist Geld.“ Denke ich an die Logistikbranche, kommt mir dieses Sprichwort in den Sinn. Flottenmanager stehen vor einer echten Herausforderung: Wie erbringe ich in möglichst kurzer Zeit mit möglichst niedrigen Kosten die erforderlichen Fahrten und stelle meine Kunden zufrieden? Das gilt für den Transport von Waren, Betriebsmitteln ebenso wie beispielsweise für Einsätze von Service-Mitarbeitern. Mithilfe neuer digitaler Technologien kann die vergleichsweise mitarbeiterintensive Branche ihren erheblichen Organisationsaufwand wesentlich effizienter koordinieren.

IoT LKW Fuhrpark

Logistiker profitieren von der Digitalisierung: weniger Kosten, schnellere Transportkette und geringere Fehleranfälligkeit.

Eine Lünendonk Studie zeigt, dass Fuhrparkmanagement-Systeme mehr als 60 Prozent der Fuhrparkkosten einsparen können. Der größte Posten dabei ist die Einsparung beim Treibstoff. Das sind immerhin bis zu 30 Prozent der Kosten. Es gibt aber noch weitere Potenziale: Leerfahrten auf ein Minimum reduzieren, durch Routenplanung und Navigation weniger Kilometer pro Fahrt zurücklegen. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern verringert auch den Verschleiß der Fahrzeuge, lässt Wartungskosten sinken und ermöglicht eine höhere Lebensdauer. Auch niedrigere Versicherungsprämien winken. 

Das Internet der Dinge ermöglicht vernetzte Prozesse. Maschinen, Geräte und Sensoren können dank optimaler Konnektivität, Cloud Computing, Big Data und Sicherheit ihr volles Potenzial entfalten und liefern dem Flottenmanager den Schlüssel zur Transparenz: Er kennt den Standort der Fahrzeuge, Kraftstoff- und Wartungskosten und die private Nutzung. Er hat den Überblick zu den Einsatzzeiten und der Verfügbarkeit der Fahrer. Er kann die Flottenperformance berechnen. Ein paar Beispiele gefällig? 

  1. Der Sonderauftrag: Der Kunde bittet um dringenden Besuch durch einen Service-Mitarbeiter.
    Bei spontanen Kunden-Anfragen hat der Disponent früher alle Fahrzeuge abtelefoniert. Dann kannte er ihren Standort. Die Route plante er per Online-Karte. Entsprechend Auftragseingang und Kundenwunsch. So fuhren Fahrzeuge von A nach F, dann wieder nach B. 

    Nun unterstützt ihn GPS-Tracking mit einem übersichtlichen Online-Portal für unterschiedliche Auswertungen. Dongles in den Fahrzeugen liefern über die eingebaute SIM-Karte die GPS-Daten des Fahrzeugs. Alle Daten aus dem Tracking fließen in eine übersichtliche grafische Darstellung ein. Dort lassen sie sich unkompliziert auswerten und weiternutzen, beispielsweise mit Instrumenten für eine bessere Routen-Planung. Fragt ein Kunde an, wann der Service-Mitarbeiter eintrifft, kann er direkt am Telefon eine Auskunft bekommen. Für Sonderaufträge kann der Planer einen Mitarbeiter in der Nähe um Erledigung bitten. Die Service-Mitarbeiter vergeuden weniger Fahrtzeit. Das reduziert Lohnkosten und Kraftstoffverbräuche. 
  2. Vergleich mit der Konkurrenz: Der Kunde will im Vorfeld Angebote.
    Ein valides Angebot deckt vor allem auch die Eigenkosten des Betriebs. Mit GPS-Tracking sieht der Disponent im Online-Portal alle Fahrzeuge am Einsatzort oder anderen Punkten. Er kennt deren voraussichtliche Einsatz- bzw. Standzeiten. 
    So kann er bequem optimierte Routen planen. Aus dieser Planung lässt sich zudem die erforderliche Einsatzzeit der Teams feiner abschätzen. Das hilft bei der Vorkalkulation von Aufträgen. 
  3. Sicherheit: Überhöhte Geschwindigkeit kann zu Unfällen führen und kostet mehr Sprit.
    Der Betrieb hat ein berechtigtes Interesse, dass die Fahrer sich an die Verkehrsregeln halten. Eine intelligente Blackbox stellt Standort, Bewegung und Fahrzeit eines Fahrzeugs im Online-Portal dar. Sensoren erfassen den Fahrzeugzustand, Batteriespannung, Motordaten und mehr. Aus den Daten erstellt die Plattform detaillierte Analyseberichte zu Geschwindigkeitsverstößen, Bremsverhalten oder Beschleunigung. Möglich ist eine sofortige Benachrichtigung, wenn ein Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist. Sicherheit lässt sich aber auch trainieren: Fahrercoachings helfen, Verkehrsverstöße und Unfälle zu vermeiden. Bei entsprechenden Vereinbarungen mit der Versicherung lassen sich Prämien sparen.
  4. Investition: Neue Technik heißt nicht automatisch neue Flotte.
    Für die Digitalisierung kann nicht der ganze Fuhrpark ausgetauscht werden. Das ist auch nicht erforderlich. Die Dongles für das GPS-Tracking lassen sich einfach und schnell ohne Montage auf die in den Fahrzeugen vorhandenen OBD2-Schnittstellen (On-Board-Diagnose) aufstecken. Auch in Leasing-Fahrzeugen. Über das Online-Portal in der Cloud hat der Disponent Zugriff auf die ganze Lösung. Das geht über Smartphone, Tablet bis hin zum Computer. Die Software ist dank automatischer Updates immer auf dem neuesten Stand und die Daten sind sicher vor fremdem Zugriff geschützt.
  5. Attraktiver Arbeitgeber: Die Branche kämpft um Fahrer
    Kundenwünsche, Lieferzuverlässigkeit und Termintreue haben oberste Priorität für die Betriebe. Dafür braucht man gute Leute. Den Dienstwagen auch privat nutzen zu dürfen, bringt Vorteile im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Ein Fahrtenbuch kann für die private Nutzung der Dienstfahrzeuge größere Steuervorteile bringen als die Ein-Prozent-Regelung. Angenehm wird es allerdings erst, wenn ein elektronisches Fahrtenbuch zuarbeitet: Dank GPS werden alle wichtigen Informationen wie Datum und Uhrzeit, Startort, Zielort und die Fahrtstrecke in Kilometern automatisch aufgezeichnet. Dann ist die Nachbearbeitung denkbar einfach.
  6. Das gewisse Extra: Die Augen überall haben. 
    Der Kunde hat Sorge um seine wertvollen Maschinen auf dem Transportweg. Aber auch hier können digitale Technologien für Sicherheit sorgen: GPS-Ortung und Alarme schützen vor Missbrauch und Diebstahl. Sie helfen unerlaubten Aktivitäten wie Türöffnungen, Kraftstoffdiebstahl oder Stromabzweigung zu verhindern. 

    Ausfälle in der Flotte treffen Betrieb und Kunde gleichermaßen hart. Sensoren helfen, solchen Ausfällen vorzubeugen. Sie erfassen die Motoraktivität an den wichtigsten Datenpunkten und melden rechtzeitig Wartungsbedarf.

Flottenmanagement-Lösungen gibt es für jeden Kundenwunsch und jede Betriebsgröße. Von Dongle über verbaute Tracker bis zur Tacho-Lösung. Informationen im Internet zu suchen, ist sicherlich der erste Schritt. Ein Gespräch mit Fachleuten hilft. Dann gilt es zu starten. Kleine Schritte statt theoretischer Konzepte. Das empfiehlt auch die Bundesvereinigung Logistik (BVL) in ihrem Positionspapier zur Logistik.

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