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Stephan Broszio

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Netzänderung: Darum schreibt die Telekom die Kunden an

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Der Breitbandausbau in Deutschland nimmt Fahrt auf. Täglich werden Tausende Anschlüsse aufgerüstet und bieten dann bis zu 100 MBit pro Sekunde und mehr. Aber warum erhalten einige wenige Kunden der Telekom Kündigungsschreiben? Die paradoxe Antwort: Gerade, weil ausgebaut wird.

Symbolbild Briefzustellung

Die Umstellung auf eine andere Technik darf die Telekom nicht einfach im Hintergrund vornehmen. Stattdessen muss der bestehende Vertrag mit dem Kunden geändert werden. Darum schreibt das Unternehmen die Kunden an.

Hintergrund ist der Ausbau der so genannten Nahbereiche mit schnellem Internet. Die meisten davon baut die Telekom selbst aus. Die Kunden merken davon – wenn sie bereits einen IP-Anschluss haben - nichts. Außer, dass sie schnelleres Internet bekommen können.

Den Zuschlag für den jeweiligen Ausbauenden in den Nahbereichen hat die Regulierungsbehörde vergeben – die Bundesnetzagentur. 7.200 dieser Nahbereiche baut die Telekom aus, für die restlichen 400 – das sind ca. fünf Prozent – haben Wettbewerber den Zuschlag bekommen. Wie z.B. EWE in Niedersachsen. Auch in diesen Gebieten können die Kunden also demnächst schnelleres Internet bekommen. Die Telekom muss dort dann diese schnelleren Leitungen (bzw. die so genannten Vorleistungsprodukte) anmieten.

Dabei kommt es leider zu zwei Problemen.

Problem 1:

Diese "Mietverträge" bestehen leider noch nicht in allen Fällen. Daran arbeiten wir. Und wir müssen gemeinsam die technischen Voraussetzungen schaffen, etwa mit EWE. Das kann einige Monate in Anspruch nehmen. Und hier gibt es leider ein Problem: Das neue, schnelle Netz baut aus technischen Gründen pro Nahbereich nur ein Anbieter aus, die anderen Wettbewerber mieten sich dann ein. Sie müssen ihre so genannte VDSL-Technik, mit der Anschlüsse mit 25 MBit/s oder 50 MBit/s möglich, stilllegen. Anschlüsse, die über diese Technik laufen, müssen vorübergehend umgeschaltet werden – und zwar auf ADSL. Damit sind aber nur bis zu 16 MBit/s möglich. Damit es schneller werden kann, wird es also vorübergehend zunächst etwas langsamer.

Problem 2:

Diese Umstellung auf eine andere Technik darf die Telekom nicht einfach im Hintergrund vornehmen. Stattdessen muss der bestehende Vertrag mit dem Kunden geändert werden. Darum schreibt die Telekom die Kunden an.

Knapp 10.000 Anschlüsse sind davon in Niedersachsen betroffen. Diesen Kunden teilen wir die Netzänderung mit und weisen auf die Alternativen hin. Aber wir müssen leider auch mitteilen, dass wir den Vertrag kündigen müssen, wenn es zu keiner Reaktion kommt. Bevor das passiert, melden wir uns natürlich bei unseren Kunden und bitten sie, mit uns nach einer neuen Lösung zu suchen. Dafür haben wir extra eine Hotline eingerichtet.

Der Großteil der angeschriebenen Kunden ist auf die ADSL-Übergangslösung und in einen neuen Vertrag eingestiegen.

Ein neuer Vertrag wird aber auch notwendig, wenn wir ein Produkt auf Basis der vom Wettbewerber gemieteten Leitung anbieten. Wegen Leistungsänderungen. Hier besteht leider oft das Problem, dass wir Produkte wie unser TV-Angebot Entertain auf diesen Leitungen nicht so einfach abbilden können.

Auch dazu klärt die Telekom auf und informiert. Das Ziel ist natürlich, dass wir unseren Kunden immer das bestmögliche Magenta-Angebot machen können. Meistens auf unseren eigenen Leitungen. Aber auch auf den Leitungen der Unternehmen, die sich ebenfalls beim Ausbau des schnellen Internets engagieren. Denn genau für solche Kooperationen ist die Telekom offen.

Insgesamt will die Telekom 26 Millionen Haushalte bis Ende des Jahres bis zu 100 MBit/s anbieten, davon 15 Millionen Haushalte sogar bis zu 250 MBit/s.

Netzänderung: Fragen und Antworten Was hat es mit den Kündigungsschreiben für einige wenige Telekom-Kunden auf sich? Hier die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zu dem aktuellen Thema.

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