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Martina Morawietz

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Stadt und Land: alles im Fluss

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Städte wollen mehr Lebensqualität und weniger Verkehr, lebendige Zentren, starken Einzelhandel und eine gute Verflechtung mit dem Umland. Wie das geht? Mit einer neuen Idee zum Zusammenspiel von Verkehrswegen für Autos, Bahn, Räder, Fußgänger und smarter Datenverwertung. 

Wenn Städte Menschen anziehen, hat das seinen Grund. Sie sind Heimat, liefern mit der Arbeit die Lebensgrundlage und sind lebendige und belebte Orte der Begegnung. Sie bieten ein angenehmes Wohnumfeld. Sie geben den Menschen Raum mit entspannten Shopping-Angeboten, Märkten, Treffpunkten, Kultur. In ihnen entstehen Impulse, sie haben ein unverwechselbares Gesicht. Jedoch überall da, wo viele Menschen zusammenkommen und sich von A nach B bewegen, wird Mobilität zur Herausforderung. Städte leiden unter Überlastung und Staus. Menschen leiden unter Lärm und Luftverschmutzung. Gut vernetzte, zukunftsfähige Verkehrsdienste sind zum Greifen nah. Ihr Kern: flexible, kombinierbare Bausteine, basierend auf einer leistungsstarken Infrastruktur und smarter Datenverwertung. Fünf Beispiele.

Zeichnung René Jeroch: Frau kommt im Auto an vernetzte Bahnhaltestelle.

Perfekt angebunden – der ländliche Raum

Linda und ihre kleine Familie sind aufs Land gezogen. Sie hat am Morgen „kinderfrei“ und will Stadtluft schnuppern beim Frühstück mit Freundinnen im alten Lieblingscafé. Fährt sie direkt in das kleine Parkhaus mitten im Zentrum? Der Stau ist garantiert, ein freier Platz nicht. Für eine mögliche Lücke endlos um den Block zu kurven, scheidet von vorne herein aus. Es ist vertane Zeit und das grüne Gewissen spielt nicht mit. Lieber mit dem Auto zur S-Bahn-Haltestelle und am Bahnhof in der Stadt weiter schauen. 

Vom Land in die Stadt zu kommen, kann völlig unkompliziert sein. Der Parkplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Verkehrsknotenpunkt entwickelt und verknüpft verschiedenste Verkehrsmittel: die Bahnen im Nahverkehr, das eigene Auto mit Parkplätzen, Ladesäulen für Elektro-Autos, Leihwagen, Taxis, aber auch Leihräder oder eScooter. Abhängig von der aktuellen Verkehrssituation bekommt Linda passende Verbindungen auf Displays und in ihrer Mobilitäts-App angezeigt. Sie fährt ohne langes Warten weiter zum Café – mit dem Bus oder auch eScooter, ganz nach Laune. 

Klingt nach Zauberei? Nein, nur kluge Datenverwertung. Und zwar darüber, wie die Leute welche Verkehrsmittel üblicherweise benutzen. Natürlich sind die Park-and-Ride-Parkplätze vernetzt und liefern den Betreibern und Stadtplanern in Echtzeit Daten zur Auslastung der Anlage. In Kombination mit den Daten der Pendleranalyse und den Mobilitätsdaten können Verkehrsmanager den Verkehr steuern. Sie können zum Beispiel Bus und Bahn empfehlen. Natürlich bei voller Transparenz über den anfallenden CO2-Verbrauch. Darüber hinaus können Städte für die Zukunft planen: Lohnt sich an diesem Ort eine Station für Leihräder? 

Solche integrierten Konzepte für Mobilität machen dem Auto echte Konkurrenz: Mit ihnen lassen sich der Verkehr in der Stadt, die CO2-Emissionen sowie der Feinstaub reduzieren - ohne Abstriche beim Komfort. 

Zeichnung René Jeroch: Mann im Rollstuhl am vernetzten Parkplatz.

Vom Ende der Parkplatzsuche

Ben ist auf den Rollstuhl angewiesen. Er braucht verlässlich einen Parkplatz in der Nähe seines Ziels, zum Beispiel für Arztbesuche. 

Sensoren auf den Parkplätzen für Behinderte, Induktionsschleifen oder Kameras zeigen, ob Ben dort eine Lücke finden wird. Die Kombination dieser Echtzeitdaten mit Prognosedaten leiten Ben schnell und einfach zu den freien Plätzen. Bei größeren Parkplätzen oder Parkhäusern erkennen Kamera- und Schrankensysteme darüber hinaus automatisch, wenn sein Auto Ein- und Ausfahrt passiert. Ein Leitsystem lotst Ben zur Lücke. Die Technik erlaubt auch, Parkplätze zu buchen und diesen Platz frei zu halten. 

Die Daten helfen, in Echtzeit die Auslastung der Anlage zu analysieren. Darüber hinaus fließen diese Informationen in die Systeme zur Steuerung des Verkehrs ein. Parkplatz-Betreiber, Handel, Stadtplaner, Verkehrsverbände und Nachbargemeinden profitieren von einer intelligenten Steuerung der Parkplätze: Können Ben und andere Besucher ihren Parkplatz direkt ansteuern, verringert dies den Verkehr und Schadstoffe in der Luft. 

Komfort bei der Parkplatzsuche ist ein echtes Ass im Ärmel der Städte: Er erleichtert die Verflechtung mit der Region und stützt den Handel. Dank der Daten richten die Verkehrsbetriebe ihr Angebot und ihre Fahrpläne besser auf die Bedürfnisse der Kund*innen aus – und steigern damit ihre Anziehungskraft.

Zeichnung René Jeroch: Einkaufsstraße mit vielen Passanten und guter Verkehrsanbindung.

Orte der Begegnung mit lebendigem Einzelhandel

Siggi führt einen Kinderbuchladen mit ausgesuchten Geschenkartikeln. Sein Geschäft kann nur mit Publikum überleben. Dafür macht er mit Lesenachmittagen für Kinder auf ihr Geschäft aufmerksam. 

Siggi setzt dabei auf die neue App der Stadt: Auf einer Karte ist sein Laden markiert mit Infos zu ihrem Angebot und den Veranstaltungen. Die App zeigt die schnellste Route und weist auf freie Parkplätze hin.

Im Hintergrund werden verschiedenste Datenquellen miteinander verknüpft. Die Infos zur aktuellen Verkehrslage speisen sich aus anonymisierten Daten aus Mobilfunknetzen, Daten von Sensoren in Parkplätzen, von Induktionsschleifen oder Kameras bis hin zu Sensoren vernetzter Autos. Sie liefern Empfehlungen für den besten Anfahrtsweg und die Parkprognose. Abrufbar sind sie in der App der Stadt, auf den digitalen Screens an der Straße oder im Park- und Verkehrsleitsystem. 

Ein Highlight im Kalender war der autofreie Sonntag mit dem Stadtteilmarkt. Siggi konnte neue Kunden gewinnen. 

Mit weniger Autoverkehr in der Stadt könnte eine der Doppelspuren dauerhaft für Läden, Gastronomie und Kultur zurückgebaut werden. Das würde das Umfeld um Siggis Buchgeschäft deutlich attraktiver machen.

Egal ob unter der Woche oder am Aktionstag, egal ob für Besucher vom andern Ende der Stadt oder von außerhalb: Die Innenstadt liefert Anreize, vor Ort einzukaufen statt online. Denn Siggis große und kleine Kunden finden unkompliziert und ohne Stress ihren Laden und dessen Inspirationen – und helfen, die Stadt lebendig zu halten.

Zeichnung René Jeroch: Lieferwagen auf vernetztem Parkplatz in der Lieferzone.

Platz da für Lieferverkehr

Lars muss von der Großbäckerei im Gewerbegebiet täglich Brot im Zentrum der Kleinstadt anliefern. Der Lieferverkehr nimmt immer weiter zu. Dazu trägt unter anderem der Onlinehandel bei. Dass die Ladezonen belegt sind, stellt Lars meist erst an Ort und Stelle fest. Oft bleibt nichts übrig, als in zweiter Reihe zu parken, den Geh- bzw. Radweg oder gleich den ganzen Verkehr zu blockieren. Manche Kollegen fahren auch einfach in die Fußgängerzone vor den Laden und treiben die Fußgänger in die Flucht. 

Das geht auch anders. Mit einer digitalen Lösung: einer App und mit Sensoren ausgestattete, „inventarisierte“ Lieferzonen. Lars kann sich in der Liefer- und Ladezone einbuchen. Damit können die städtischen Kontrolleure besser überwachen, ob die Plätze wirklich von berechtigten Fahrzeugen genutzt wird. So gibt es weniger Falschparker in den Ladezone.

Am liebsten fährt Lars aber inzwischen gar nicht mehr mit seinem Auto in die Innenstadt zur Auslieferung. Er nutzt jetzt das neue Verteilzentrum. Von hier fahren Lasten-Fahrräder die letzte Meile in die Innenstadt. Sie haben die Belastung durch Verkehr deutlich verringert. Selbst für die Kleinstadt hat sich das Verteilzentrum finanziell gelohnt. Es ließ sich ohne Zuschuss umsetzen. 

Zum gewerblichen Verkehr in der Stadt liegen der Verwaltung oftmals wenig Daten vor, weder quantitativ noch qualitativ. Diese Zahlen zusammen mit Infos zum Anwohnerparken helfen den Planern, ganzheitlich Zugangskonzepte zu entwickeln, sei es als Leitsystem je nach Berechtigung des Fahrzeugs oder auch als Maut. 

Weniger Verkehr in der Innenstadt macht die City sicherer und attraktiv. Lars spart Zeit (und sein Unternehmen Personalkosten), wenn er gezielt einen freien Platz ansteuert. Der gesamte Verkehr kann besser fließen und weniger Schadstoffe gelangen in die Umwelt. 

Zeichnung René Jeroch: Stadtplanerin am Schreibtisch mit Blick auf die Stadt.

Weichen stellen für die Mobilität von morgen

Die Hauptachse in die Stadt aus südlicher Richtung muss für eine Baustelle gesperrt werden. Verkehrsplanerin Doro denkt über Ausweichstrecken nach.  Kann einer der vorhandenen Park-and-Ride-Plätze zu einer „Mobilitätsstation“ aufgerüstet werden und Pendler mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln weiter bringen? Hilft eine eScooter-Station für die letzten zwei Kilometer ins Büro? Gibt es relevante vorübergehende Stoßzeiten, wie Verkehr zum Fußballstadion? 

Hat Doro sich früher durch dicke Akten kämpfen müssen, liefert ihr nun eine digitale Inventarisierung  gesicherte Daten für ein Konzept: Im digitalen Zwilling, also einer realitätsgetreue Simulation der Infrastruktur für den Verkehr, sind Straßen, Schienen, Parkplätze, Radwege, Ladezonen bis zu hin Verkehrszeichen und Parkschein-Automaten erfasst. Kameras in Fahrzeugen erfassen dafür die Umgebung. Künstliche Intelligenz wertet die Bilddateien aus. Doro kann die Daten in das Geoinformationssystem übertragen und sie sogar als digitales Stadtmodell in einem Dashboard in der Cloud darstellen lassen. Ohne Aufwand per Klick aktualisiert. Zusammen mit historischen Daten, Analysen zur Auslastung und Pendler-Daten kann Doro belastbare Vorschläge für die kommende Baustelle und innovative Konzepte für neue Angebote zur Mobilität machen. 

So kann Doro die Stadt der Zukunft mitgestalten. Die Bürgerinnen und Bürger kommen flexibel und schnell an ihr Ziel. Der Autoverkehr nimmt ab – zum Wohle des Lebensraums Stadt.

Willkommen in der Smart City! Wir verbinden Menschen, Städte und Regionen mit Daten.

Smart City App

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Martina Morawietz

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Smart City App: Eine für alles – vor allem für mich

Keine Nümmerchen auf dem Amt ziehen und „wo ich steh und geh“ Infos zur Stadt sowie Freizeittipps abrufen? Ja, das geht. Mit der Smart City App „Citykey“.  

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