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Hubertus Kischkewitz

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Mobilfunk: Mehr Power und Tempo auf einer neuen Datenautobahn

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YouTube, TikTok, MagentaTV und immer mehr Smart Home – die Datenmengen im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom steigen von Jahr zu Jahr. Allein 2021 legten die transportierten Daten dort um weitere 13 Prozent auf unvorstellbare 1,83 Milliarden Gigabyte zu. Und nicht nur die Menge an Daten explodiert regelrecht, sondern dank 5G auch das Tempo. Für den Transport dieser Daten von den 33.000 deutschen Mobilfunkstandorten der Telekom zu den Nutzer*innen hat die Telekom eine neue Mobilfunk-Plattform NGMA aufgebaut, die für noch mehr Leistung und Stabilität sorgt.

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Leistungsfähige Knotenpunkte transportieren die Daten in Bruchteilen von Sekunden weiter.

Das ist NGMA

Die immer höheren Datenmengen, die mit LTE und 5G durchs Telekom-Netz fließen, erfordern nicht nur schnelle Glasfaserleitungen – sondern auch leistungsfähige Knotenpunkte, die die Daten in Bruchteilen von Sekunden verteilen und weiterleiten. Mehr als 900 solcher Betriebsstellen in ganz Deutschland sorgen dafür, dass Texte, Bilder, Videos, Nachrichten, Gespräche und mehr den richtigen Weg vom Absender über die Mobilfunkstandorte zum Empfänger finden. Und in diesen Vermittlungsstellen lief in den vergangenen Monaten die aufwändige Umrüstung auf die neue Plattform NGMA (Next Generation Mobile Aggregation). Dabei geht es um neue, extrem effiziente Routertechnik, die höhere Bitraten und dadurch mehr und schnelleren Datenverkehr ermöglicht. Und das mit kaum noch messbaren Verzögerungen (Latenzen), wie sie für den Echtzeit-Datenverkehr mit 5G typisch sind.

Das kann die neue Technik

Im mittelfränkischen Weißenburg befindet sich eine der Vermittlungsstellen, die mit der neuen Hard- und Software ausgestattet werden. Dort erklärte Norbert Grimm, Projektleiter NGMA, warum die Telekom jetzt auf NGMA umstellt: „Wir haben bei der neuen Plattform eine viel höhere Skalierbarkeit pro Knotenpunkt. Das heißt, wo wir früher vielleicht zwei oder drei Router benötigt haben, reicht jetzt ein Router.“ Und was macht NGMA genau? „NGMA ist die neue Version der Aggregationsplattform der Deutschen Telekom für das Mobilfunknetz“, weiß Experte Grimm. „Das heißt, es aggregiert den kompletten Traffic von bundesweit 900 verteilten Standorten auf 24 Kernstandorte.“

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Norbert Grimm leitet bei der Telekom Technik das Projekt "Next Generation Mobile Aggregation (NGMA)".

Darum geht es beim Aggregieren

Aggregieren – das bedeutet auf Deutsch zusammenfassen oder zusammenlegen. Und genau darum geht es. NGMA fasst die Daten von den 33.000 deutschen Telekom-Mobilfunkstandorten so zusammen, dass sie über 24 übergeordnete Knotenpunkte im Kernnetz enorm schnell, effizient und zuverlässig weitertransportiert werden. Die neuen Router, die pro Einheit einen mindestens zehnmal höheren Datendurchsatz ermöglichen, werden als MAR (Mobile Aggregation Router) bezeichnet.

Blitzschnelles Umschalten bei einem Ausfall

Mit NGMA steigt die Ausfallsicherheit weiter. Die 24 Kernstandorte verteilen sich beispielsweise auf zwölf Städte. In jeder dieser Städte gibt es zwei Standorte, die räumlich weit auseinanderliegend mit der exakt gleichen Technik ausgestattet sind.  So kann etwa beim Ausfall eines Routers oder einer Netzwerkkarte blitzschnell vom defekten System quasi auf seinen „Zwilling“ umgeschaltet werden. Norbert Grimm, Projektleiter NGMA, verrät, was „blitzschnell“ dabei tatsächlich bedeutet: „Wir haben, wie auch bei der alten Plattform, ein Redundanz- und Umschaltkonzept etabliert. Blitzschnell heißt in diesem Zusammenhang weniger als 50 Millisekunden.“ Wenn Hardware bei einem Ausfall störungsfrei innerhalb des zwanzigsten Teils einer Sekunde ersetzt wird, erfüllt das allerbestens die Telekom-Vorgaben für die neue Plattform: Die Kund*innen soll von NGMA idealerweise gar nichts bemerken. Ihr Internet und ihre Telefonie sollen einfach nur funktionieren, schnell, stabil und problemlos. Und auch die Umwelt profitiert. Mit mindestens 20 Prozent weniger Stromverbrauch pro Datenvolumen leistet die Telekom mit NGMA einen weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit.

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Patrick Müller von der Telekom Technik beim Verlegen der Leitungen.

So funktioniert die Umstellung auf NGMA

Bei der technischen Umstellung in Weißenburg schildert Techniker Patrick Müller, wie dort beispielsweise die Umstellung erledigt worden ist: „Wir haben zunächst das wichtigste Stück unseres NGMA-Netzes eingebaut, unseren Router mit all den dazugehörigen Line Cards – also die Erweiterungskarten, um die Mobilfunkstandorte anzubinden. Danach werden die Glasfaserleitungen mit dem neuen System verbunden, und die weitere Verkabelung kann vonstatten gehen.“ Patrick Müller hat unter anderem die operative Projektsteuerung in den Regionen durchgeführt.

Insgesamt dauert der bundesweite Wechsel auf NGMA rund zwei Jahre. Im Laufe des Jahres 2022 werden alle Mobilfunkstandorte der Telekom in Deutschland an die neue Plattform angebunden – mit einem Tempo von rund 500 Standorten pro Woche.

Mehr zum Thema gibt's in diesem Video:

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Sandra Rohrbach

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