Konzern

"Wir haben bereits Wegweisendes auf die Straße gebracht"

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Der Wunsch nach Online-Nutzung im Fahrzeug ist besonders bei den unter 30-jährigen ausgeprägt. Laut einer Studie des Center of Automotive Management sind die Onliner sogar eher bereit auf das Auto zu verzichten, als auf das Handy.

In Westeuropa gab es 2012 bereits über sechs Millionen internetfähige Fahrzeuge, im nächsten Jahr sollen es bereits 48 Millionen sein. IT-Branche und Automobilindustrie betrachten es deshalb als gemeinsame Aufgabe, die Mobilität der Zukunft zu gestalten.

Wegweisende Projekte
Grundlage für die Mobilität der Zukunft sind schnelle Mobilfunknetze und performante Rechenzentren sowie Höchstleistungs-Plattformen. Das Konzerngeschäftsfeld "Connected Car" der Telekom hat bereits eine Vielzahl wegweisender Projekte und Produkte auf die Straße gebracht. Zur Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt wird die Telekom unter dem Motto "Secure Auto Cloud" mit einem eigenen Stand in der New Mobility World vertreten sein.

Hierzu sprachen wir mit dem Chef des Konzerngeschäftsfeldes Heinz Egeler.

Hallo Herr Egeler, fahren Sie noch komplett selber oder lassen Sie sich beim Fahren assistieren?

Heinz Egeler: Natürlich fahre ich noch selber, bin aber auch ganz begeistert von den zahlreichen Fahrassistenten, die in vielen Verkehrssituationen eine wichtige Unterstützung sein können. Ich nutze die Assistenten immer wieder gerne, weil sie mich entspannter ankommen lassen. Außerdem bieten sie in jeder Fahrsituation ein Plus an Sicherheit, darauf möchte ich nicht mehr verzichten.

Ist beim autonomen Fahren das Auto nicht schon in Richtung Google abgefahren?

Heinz Egeler: Ganz und gar nicht. Google ist als Quereinsteiger sicher ein wichtiger Protagonist bei der Digitalisierung des Fahrzeugs. Aber auch Google wird ohne Partnerschaft auf Augenhöhe mit der Automobil- und der IT-Industrie diese große Zukunftsaufgabe kaum alleine stemmen können. Autonomes Fahren kann nur Wirklichkeit werden, wenn das Fahrzeug umfassend vernetzt ist. Zum Ökosystem "Auto" gehören aber auch Ampeln, Tankstellen, Werkstätten, Automobilhersteller und andere Verkehrsteilnehmer wie Motorräder, Fahrräder und Fußgänger. Die Infrastruktur ist entscheidend. Dazu zählen u.a. schnelle und sichere Mobilfunknetze, leistungsfähige Plattformen sowie zuverlässige BigData-Analysen.

Sieht sich die Deutsche Telekom hier gut aufgestellt?

Heinz Egeler: Das Telekom-Konzerngeschäftsfeld "Connected Car" hat bereits eine Vielzahl wegweisender Produkte auf die Straße gebracht. Diese Lösungen zeigen, wie nah sich inzwischen IT- und Telekommunikationsbranche und die Automobilindustrie gekommen sind. So betreiben wir für Daimler das Backend für die Infotainment-Plattform COMAND Online mit bereits über 1 Million vernetzter Mercedes-Fahrzeuge weltweit. Für BMW bringen wir neue Unterhaltungs-Apps ins Fahrzeug und vernetzen Auto und Heim. Am Hamburger Hafen gestalten wir in einer Partnerschaft mit SAP den Lkw-Verkehr effizienter und sorgen für weniger Staus auf dem Hafengelände. Für den chinesischen Markt haben wir mit dem weltweit größten Mobilfunkanbieter China Mobile ein Joint Venture für unsere Vernetzungslösungen geschlossen.

IT-Branche und Automobilindustrie kommen sich immer näher. Auf der diesjährigen IAA wird die Telekom erstmalig mit einem eigenen Stand vertreten sein. Was präsentieren Sie der Fachöffentlichkeit?

Heinz Egeler: Zur IAA präsentieren wir in der "New Mobility World" Echtzeitlösungen für die Vernetzung von Fahrer und Fahrzeug, wie die digitale Infrastruktur für assistiertes Fahren. Kernprodukt ist unsere Connected Car-Plattform, über die Fahrzeuge – egal welchen Herstellers - an die Backend-Systeme der Hersteller und Diensteanbieter angebunden werden können und Services wie Echtzeit-Verkehrsinfos, Warnmeldungen oder Nachrichten über unser Mobilfunknetz schnell und sicher auf die Bildschirme im Auto gelangen.

Die Infrastruktur ist das Rückgrat der Digitalisierung bei Fahrzeugen und Verkehr. Was bringt die Zukunft?

Heinz Egeler: Bereits heute sind in Deutschland geschätzt etwa. fünf Millionen vernetze oder vernetzbare Fahrzeuge bei einem Gesamtbestand von rund 62,4 Millionen Fahrzeugen unterwegs. Und die Zahl wächst tagtäglich. Für Echtzeit-Dienste im Fahrzeug braucht man schnelle Mobilfunknetze. Die Deutsche Telekom baut fortlaufend die Netze aus, um den Bedarf nach höheren Bandbreiten und höheren Kapazitäten dort zu decken, wo Nachfrage besteht oder entsteht. So ist beispielsweise die Funkversorgung entlang des Autobahnnetzes seit Jahren bereits weitgehend mit 3G versorgt, zusätzlich sorgt der massive Netzausbau von LTE dafür, dass schon in wenigen Jahren überall dort, wo heute noch "nur" 2G Versorgung besteht, dann zusätzlich LTE-Versorgung zur Verfügung stehen wird. Damit wird dann für annähernd das gesamte Straßennetz deutlich höhere Bandbreiten und Kapazität zur Verfügung stehen. Es wird also keine eigene Netzinfrastruktur ausschließlich zur Versorgung von vernetzten Fahrzeugen aufgebaut. Im Rahmen von Forschungsprojekten und der Weiterentwicklung der Mobilfunkspezifikation und –standards werden unter Mitarbeit der Deutschen Telekom auch spezifische Erweiterungen für die Kommunikation vernetzter Fahrzeuge, beispielsweise Mobile Edge Computing und LTE-V(ehicular) auf Basis vorhandener Mobilfunknetze vorangetrieben.

Das Thema Sicherheit wird bei der Digitalisierung der Fahrzeuge stark hinterfragt. Welche Antworten hat die Telekom?

Heinz Egeler: Datenschutz und IT-Sicherheit müssen bei jeder Cloud-Lösung oberste Priorität haben. Die Cloud "made in Germany" bietet hier eine wichtige Basis. Der Autofahrer möchte schließlich sicher sein, dass seine persönlichen Daten zwar den Werkstatttermin erleichtern, aber vor Blicken unberechtigter Dritter sicher sind. Hier bietet die Telekom Sicherheitslösungen für das Ökosystem "Fahrzeug" entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und dies nach europäischen und deutschen Datenschutz-Standards.

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