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Video-Interview mit Pinhas Buchris, eh. Leiter der renommierten 8200-Abteilung des israelischen Militärs und Investor

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Welchen Rat würden Sie staatlichen Stellen und Unternehmen in Bezug auf Cybersicherheit geben? 

Pinhas Buchris: Zuerst einmal denke ich, dass der Staat verstehen muss, dass Cyberbedrohungen reale Bedrohungen sind und dass man sich ernsthaft Mühe mit der Entwicklung von Gegenmaßnahmen geben muss. Und weil wir alle, Staaten, aber auch Einzelpersonen, immer besser vernetzt sein und Zugang zu allen möglichen Internetspielen, Facebook, Google und Twitter haben wollen, kann auf unsere Daten in dem Moment, in dem wir gut vernetzt sind, auch komplett zugegriffen werden.  

Es geht nicht darum, ob man sich selbst schützen kann. Auch wenn man sich selbst zu 100 Prozent schützt, können Hacker in das System eindringen. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann sie einen als Ziel eines Angriffs auswählen, weil sie nach den Schwächen im System suchen, in Ihrem Schutzsystem. Und glauben Sie mir - sie werden Schwächen finden und sie können in Ihr System eindringen.  

Daher muss jedes Land diese Bedrohung sehr ernst nehmen und ein Regelwerk schaffen, das sich damit befasst und ein Schutzsystem aufbauen, angefangen von der Infrastruktur, der Kommunikationsinfrastruktur, Schicht für Schicht, und Zeit in die ständige Aktualisierung investieren. Das heißt, es reicht nicht, wenn Sie vor zwei Jahren irgendein Produkt gekauft haben und sich jetzt zurücklehnen und sagen, „Ach, jetzt  bin ich gut geschützt“. Nein, Sie müssen dieses Schutzsystem immer wieder aktualisieren, um aufgrund immer neuer Bedrohungen auf dem neuesten Stand zu sein. Und Sie brauchen ein intelligentes System, das Daten sammelt und versteht, was im Kopf der Hacker vor sich geht.  

Mit am wichtigsten im Kampf gegen Cyberangriffe ist das Bewusstmachen. Menschen, Organisationen und Länder müssen entsprechend geschult werden. Ich frage Sie: Wie oft führt ein Unternehmen Brandschutzübungen durch? Einmal im Jahr? Dreimal im Jahr? Aber wie oft wird der Umgang mit einem Cyberangriff geübt? 

Kann die digitale Welt jemals sicher sein, oder lassen die hohen Risiken das nicht zu? 

Pinhas Buchris: Sicher werden wir nie sein. Wir sind nie sicher, wenn wir uns im Internet bewegen. Und die ganzen neuen Technologien, das Internet der Dinge und anderes, sorgen dafür, dass die Welt immer weniger sicher wird. Wenn wir das Internet der Dinge in unsere Wohnungen und Unternehmen lassen, dann heißt das, dass wir den Hackern neue Angriffspunkte bieten. Das wird also eine spannende Zeit werden, mit dem Internet der Dinge und all den anderen Sachen. Die Frage ist, ob man sich als Unternehmen oder Einzelperson vorher die Zeit nimmt, sich damit zu befassen.

Die Geschichte zeigt uns, dass hoch entwickelte Gesellschaften schnell kollabieren können. Ist die digitale Welle, auf der wir gerade reiten, ein solcher Wendepunkt?  

Pinhas Buchris: So, wie Sie fragen, lautet die Antwort: ja. Aber ich bin mir nicht sicher, weil die Frage ist..., wenn Sie sich die Geschichte anschauen, dann müssen Sie die Geschichte des jeweiligen Volks analysieren und vorab entsprechende Maßnahmen treffen.  Andernfalls holt uns die Geschichte ein und wir stellen fest, dass wieder etwas an einem Endpunkt angekommen ist und wir unser System neu aufbauen müssen. Aber wenn Sie das Risiko bewusst eingehen und versuchen, die Situation zu verstehen und Ihr Unternehmen bzw. die Gesellschaft entsprechend aufzubauen, und all diese Bedrohungen angehen, dann können Sie sich selbst in Ihrem Bereich schützen. Es kann eine Katastrophe eintreten, aber es muss nicht.

Was müssen wir tun, damit wir erst gar nicht diesen Punkt erreichen und diesen Weg einschlagen? 

Pinhas Buchris: Wenn ich sage, es kann eintreten, aber muss nicht, hängt das davon ab, ob Sie bereit sind, sich von Zeit zu Zeit neu auszurichten. Ich kann Ihnen viele große Unternehmen nennen, die in der Vergangenheit marktbeherrschend waren und heute verschwunden sind. Und warum? Weil sie sich um den Einfluss der neuen Technologie auf die Welt nicht gekümmert und ihn auch nicht verstanden haben. Nehmen Sie z.B. Kodak. Aber ich kann Ihnen auch große Firmen nennen, bei denen das anders war, z.B. IBM. IBM war einmal eine Computerfirma, und heute handelt das Unternehmen mit der weltweit innovativsten Technik, um sich seine Marktpräsenz zu sichern.  

Ich denke, dass Unternehmen und Länder sich immer wieder neu ausrichten müssen, sich damit befassen müssen, welche Bedeutung die neu entstehenden Technologien haben, und die Vorteile entsprechend nutzen, ohne sich mit dem Status quo zufrieden zu geben. Wir sollten uns nie mit der momentanen Situation zufriedengeben.

Isaac Ben Israel, Leiter des Programms „Science Technology and Security“ an der University von Tel Aviv.

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