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Video-Interview mit Joe Huston

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Das Redaktionsteam sprach mit Joe Huston, Chief Financial Officer von GiveDirectly.

Experteninterview-Huston

Digitalisierung wird die meisten Arbeitsplätze betreffen, die wir heute kennen, aber Kapitalismus braucht Nachfrage. Ist das ein Dilemma?

Joe Huston: Hier wird es sicherlich Spannungen geben. Das klassische Beispiel, das gerne angeführt wird, sind fahrerlose Fahrzeuge und Lkws, die viele Arbeitsplätze im Speditionsbereich auf der ganzen Welt vernichten würden. Dann stellt sich natürlich auch die Frage, wie das vonstatten gehen wird. Okay, verbrauchen sie dann auch weniger? So etwas haben wir schon einmal gesehen. Vor 1900 waren die meisten Arbeiter in Amerika Bauern, heute sind es weniger als zwei Prozent. Der Arbeitsmarkt ist also flexibel. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass diese Arten von Disruption neben den vielen guten Dingen, die sie im Bereich neuer Technologien und neuer Produkte mit sich bringen, Schmerz verursachen können, der entweder dauerhaft oder vorübergehend sein wird.

Sehen Sie in Zeiten, wo Parteien und Gewerkschaften an Einfluss verlieren, Mehrheiten für einen sozialen Weg in die Digitalisierung?

Joe Huston: Ich denke ja. Es gibt gute Chancen für unterschiedliche Arten von Strukturen, die auf dem Weg durch diese Disruptionen sehr hilfreich sein können. Wissen Sie, die Arten von Disruption, die wir derzeit erleben, unterscheiden sich nicht all zu sehr von denen, die mit der Öffnung des Handels einhergingen. Auch da sind Arbeitsplätze verloren gegangen und anderswo neue Gewinn- und Erlösquellen entstanden. Entscheidend ist dabei, ein Sicherheitsnetz zu schaffen, das den Schmerz, den diese Veränderungen hervorrufen, entweder vorübergehend oder dauerhaft lindern kann.

Sie befürworten ein bedingungsloses Grundeinkommen. Welche Probleme können damit aus Ihrer Sicht gelöst werden?

Ich denke, wir sollten einfach diesen Versuch machen und ein universelles Grundeinkommen ausprobieren. Grundsätzlich spricht nämlich vieles für generelle Transferzahlungen. Die Tatsache, dass du einfach jemanden Geld gibst und alles darauf hindeutet, dass er es sinnvoll ausgeben kann, mildert möglicherweise zahlreiche dieser Probleme und Spannungen, denn Armut gibt es überall in der Welt. Mitunter gibt es extreme oder absolute Armut in den Entwicklungsländern, und oft gibt es relative Armut in den entwickelten Ländern. Die Vorstellung, dass du einfach Geld geben kannst, legt nahe, dass es möglicherweise neue, einfache Wege geben kann, um einige dieser Probleme auf so einfache Weise anzugehen, indem du Geld von den Wohlhabenderen auf Hilfsbedürftige umverteilst.

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