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Konzern setzt auf Stabilität bei TAL-Antrag

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  • Moderne Regulierung sollte Infrastrukturausbau fördern.
  • Glasfaserinvestitionen erfordern längerfristige Preisstabilität.
  • Infrastrukturkosten pro Anschluss sind gestiegen.

Die Deutsche Telekom hat heute bei der Bundesnetzagentur für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) erneut ein monatliches Entgelt in Höhe von 12,90 Euro beantragt. Der Konzern fordert denselben Preis wie vor zwei Jahren und setzt damit ein Zeichen für Stabilität. Zudem sollte das Entgelt für drei Jahre bis 2014 gelten. Die Genehmigung für das aktuell gültige Entgelt (10,20 Euro monatlich) läuft am 31.3.2011 aus.

"Um den Breitbandausbau voranzutreiben, brauchen wir eine moderne Regulierung, die sich nicht weiter auf die Absenkung von Preisen konzentriert. Nur so können die Bereitstellung und der Betrieb einer flächendeckenden Infrastruktur vor allem auch im ländlichen Raum finanziert werden", betont Deutschland-Chef Niek Jan van Damme.

Niedrigere Vorleistungspreise haben bisher vor allem zu Preissenkungsrunden im Endkundenmarkt geführt. Um mehr Spielraum für den Infrastrukturausbau zu haben, darf es für die investierenden Unternehmen keine weiteren Absenkungen geben. Ein zu niedriges TAL-Entgelt entwertet die Investitionen der Telekom und anderer Netzbetreiber, die beispielsweise in Kabelnetze oder in den Glasfaserausbau bis zum Kunden investieren.

Insgesamt muss die Branche nach Expertenschätzungen bis zu 40 Milliarden Euro investieren, damit das Breitbandziel der Bundesregierung erreicht wird: Bis 2014 sollen 75 Prozent der Haushalte Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde nutzen können. Weiter sinkende Preise und Umsätze würden diese Investitionen deutlich erschweren.

Die Telekom beantragt ihre Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung aufgrund ihrer Kostennachweise. Demnach sind die Kosten pro Anschluss trotz effizienterer Prozesse gestiegen. Das ist vor allem auf Verluste von Festnetzkunden an Mobilfunk- und Kabelnetzbetreiber zurückzuführen. Weil trotzdem das gesamte Kupfernetz weiterhin betrieben und finanziert werden muss, wird der einzelne Anschluss nicht billiger. Zudem sind die Kosten für den Tiefbau und für Rohstoffe wie Kupfer gestiegen.

Hintergrund TAL Das TAL-Entgelt zahlen andere Telekommunikationsunternehmen monatlich an die Deutsche Telekom für die Überlassung der Teilnehmeranschlussleitung, der so genannten "letzten Meile". Als "letzte Meile" wird in Telekommunikationsnetzen der Abschnitt der Leitung zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Anschluss beim Kunden bezeichnet. Die Teilnehmeranschlussleitung ist eine der wichtigsten Vorleistungen im deutschen Telekommunikationsmarkt. Mit mehr als 9 Millionen vermieteten Teilnehmeranschlussleitungen liegt Deutschland europaweit an der Spitze - das gilt auch im Pro-Kopf-Vergleich (Deutschland, 11,1 Prozent, GB 10,4 Prozent, Frankreich 9,4 Prozent, Italien 5 und Spanien 3,7 Prozent; Stand Dezember 2009). Die Bundesnetzagentur hat die TAL-Entgelte seit 1999 von damals 12,98 Euro auf heute 10,20 Euro kontinuierlich abgesenkt; die Telekom hatte aufgrund ihrer Kostennachweise stets höhere Entgelte beantragt. In der Vergangenheit wurden die TAL-Entgelte meist für zwei Jahre genehmigt.

Über die Deutsche Telekom AG Die Deutsche Telekom ist mit mehr als 129 Millionen Mobilfunkkunden sowie rund 37 Millionen Festnetz- und 16 Millionen Breitbandanschlüssen eines der führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit (Stand 30. September 2010). Der Konzern bietet Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV für Privatkunden sowie ICT-Lösungen für Groß- und Geschäftskunden. Die Deutsche Telekom ist in rund 50 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit über 250.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2009 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 64,6 Milliarden Euro, davon wurde mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands erwirtschaftet (Stand 31. Dezember 2009).

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