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Das Telekom-Komplott gegen YouTube

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Socken mit dem YouTube-Logo.

Carsten Knobloch hat in seinem Blog stadt-bremerhaven einen Beitrag verfasst über das Thema Ladezeiten von YouTube-Videos im Netz der Telekom. Der im Text formulierte Frust traf den Nerv: Als ich zuletzt nachgesehen habe, gab es 193 Kommentare auf den Beitrag. Viele davon bestätigen die Beobachtung, einige haben sogar direkt verglichen - bei dem Anschluss eines regionalen Telefonanbieters läuft es, beim magenta Anschluss nicht. Über die Gründe spekulieren Carsten und auch die Kommentatoren : YouTube/Google sei über einen bestimmten US-Anbieter an die Telekom angebunden. Und da wir große Mengen Traffic in die USA schaufeln würden, die Amis im Gegenzug aber nur wenig zu uns, hätten sie die Telekom-Pakete runter priorisiert.

Interessant auch die weiteren Beiträge: Jemand berichtet aus einem Wettbewerbernetz, dass tagsüber alles läuft, aber ab 22 Uhr die Qualität einbricht und sYndrom stellt bei den Kollegen aus Düsseldorf „seit ein paar Tagen“ das selbe Problem fest. Was ist da los? Nicht nur ein Komplott der Telekom gegen YouTube, sondern der Komplott aller Netzbetreiber? Der ein oder andere deutet da auch schon die dunkle Macht der Industrie an, so wie Paradonym's Blog, der Providermacht fürchtet.

Verschwörungstheoretisch würde es ins Bild passen: Die Telekom denkt über Serviceklassen für gesicherte Qualitäten nach und um Druck zu machen, drosselt sie die Kapazität bzw. zahlt dem US-Provider nicht genug Geld für Aufstockung. Achtung! Letzteres müsste eigentlich zum Aufschrei der Community führen, denn dann würde die Telekom ja aktiv durch andere Netzbetreiber diskriminiert – es sei denn, sie zahlt!

Aber jetzt wieder zum Thema aus dem Blog stadt-bremerhaven: Ich weiß nicht, was der Hintergrund bei anderen Netzbetreibern ist, bei der Telekom ist die Beobachtung aber richtig – ja, es läuft langsamer. Allen Verschwörungstheoretikern zum Trotz sind die begrenzten Kapazitäten im Netz die Ursache: Die Nachfrage nach YouTube-Videos explodiert, deshalb werden wir die Kapazitäten jetzt verdreifachen. Das Problem wird also abnehmen.Wenn man die Kommentare aber mal aufmerksam liest, dann sieht man, dass abhängig von der Tageszeit viele Betreiber Probleme mit YouTube haben – den Kabelnetzbetreibern könnten ähnliche Probleme drohen, wenn der Traffic steigt. Ich weiß, das will jetzt keiner lesen: Netze sind keine Dinger, die einmal gebaut werden und danach kann man da reinstopfen, was man will – Netze müssen mit steigendem Bedarf ausgebaut werden und das kostet ständig Geld. Qualitätsklassen, die diskriminierungsfrei angeboten werden, können die Refinanzierung auch auf die Anbieter der Inhalte verlagern. Für einige Services ist eben zu jeder Zeit eine bestimmte Qualität notwendig - so können Netzbetreiber Inhalte, die viel Netzkapazität benötigen, störungsfrei zu jeder Tageszeit zum Anschluss bringen. Anbieter können einwandfreie Services bieten, Kunden können sich auf Verfügbarkeit verlassen, Betreiber investieren in den Ausbau. Jürgen Hill hat dazu in der Computerwoche in einer Kolumne geschrieben: „Wer in politischen Sonntagsreden kämpferisch Breitband für alle fordert, muss sich die Frage gefallen lassen, wer das Ganze finanzieren soll.“

Nachtrag, 19.5.2011: Im Blog der Computerwoche ist der oben genannte Artikel von Jürgen Hill jetzt gepostet.

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