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Caroline Bergmann

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Wenn’s in der Pflege eng wird: Roboter können helfen

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Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Gleichzeitig herrschen in der Pflege akute personelle und finanzielle Engpässe. So beschreibt der deutsche Ethikrat schon vor der Krise die Situation in Deutschland. Könnten Roboter in der Pflege die Lösung sein?

Wenn’s in der Pflege eng wird: Roboter können helfen

Roboter können in der Pflege einen wertvollen Beitrag leisten. Zwischenmenschliche Beziehungen kann und soll die neue Technologie nicht ersetzen.

In der Industrie arbeiten Roboter heute schon Hand in Hand mit ihrem menschlichen Kollegen: In der Automobilindustrie beispielsweise setzen Schweißroboter millimetergenau Tausende von Schweißpunkten bis die Karosserie fertig ist. In der Fertigung begleiten Roboter Teile am Fließband entlang der gesamten Produktionskette. Was in der Industrie funktioniert, könnte auch in der Pflege die ersehnte Entlastung bringen.

Die Zusammenarbeit mit einem Cobot– einem kollaborativen Roboter – im Pflegebereich sehen wir Menschen oftmals skeptisch. Mein Zauberwort für eine gute Zusammenarbeit heißt „Akzeptanz“. Nach Ansicht des deutschen Ethikrates leistet die Robotik „einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen und der Arbeitsqualität in der Pflege.“ Wichtig dabei ist, dass die neue Technologie verantwortungsvoll eingesetzt wird. Der Einsatz von Robotern darf zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetzen. 

Hilfreiche Droiden im Seniorenheim

Mit dem Hauptziel in der Pflege mehr Zeit und Raum für menschliche Beziehungen zu schaffen, sieht der Ethikrat verschiedene Einsatzmöglichkeiten für den „neuen Kollegen“. Einerseits kann er Pflegekräfte bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten entlasten. Andererseits aber auch Menschen unterstützen, die noch zuhause leben. Um ihnen ein selbstbestimmtes Leben im heimischen Umfeld zu ermöglichen, könnten über Monitoring-Techniken etwa Körperfunktionen, wie Puls, Zuckerspiegel oder Blutdruck, sensorbasiert aus der Ferne überwacht werden. Im Notfall, etwa bei einem Sturz, würde der Roboter dafür sorgen, dass schnellstens Hilfe geholt wird.

An solch einem Prototypen arbeitet der Seniorenförderclub Berlin. Mit Partnern wie dem Fraunhofer Institut, der Technischen Hochschule in Wildau und auch der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, tüftelt er an einer eigenen Lösung. Ziel ist es, Senioren zuhause sowie Pflegekräfte im Seniorenheim und Krankenhaus durch einen Roboter zu entlasten. Die Anforderungen an die „technische Pflegekraft“ sind vielfältig: sie soll selbstständig Nachtwache fahren und erkennen ob eine Person Hilfe braucht. Zusätzlich soll der Roboter bei der zeitaufwendigen Verwaltung helfen oder auch Pflegekräfte an wichtige Termine oder Pausenzeiten erinnern. Im Kontakt mit den Senioren soll der Roboter freundlich das Gespräch suchen. Er informiert über das Wetter, aktuelle Nachrichten oder das aktuelle Fernsehprogramm. Auf seinem Display bietet er zusätzlich Spiele und auch Sport, Entspannungs- und Bewegungsübungen an.

Für diese innovative Lösung erhielt der Verein den Digital Champions Award in der Region East 2020, in der Kategorie „Digitale Transformation Mittelstand“. Verliehen wird der Award gemeinsam von WirtschaftsWoche und Telekom.

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