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Pia Habel

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Sieg oder Niederlage: Der Ping macht’s aus

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Ausverkauft – das meldet der Veranstalter der gamescom in Köln seit Wochen, normale Tickets für die weltweit größte Spielemesse gibt es schon lange nicht mehr. 350.000 Besucher waren im letzten Jahr dort.

 Nur mal so zum Vergleich: 200.000 kamen zur CeBIT, 245.000 zur Funkausstellung. Die Community ist riesig: Allein in Deutschland  zocken 18 Millionen Menschen über Mobile- und Browserspiele. Und laut einer aktuellen Bitkom Umfrage  kann sich sogar fast jeder Vierte vorstellen, dass esports zur olympischen Disziplin wird. 

Ich selber bin ein absoluter Spiele-Laie. Klar, Pong-Tennis habe ich ganz früher auch mal gespielt und von Pokemon-Go habe ich was gehört. Aber ich kenne jemanden, der sich damit auskennt. Bei der Telekom gibt‘s ja fast alles und natürlich haben wir  auch Kollegen, die da richtig fit sind, und die haben’s mir erklärt:

Der Ping der Gamer

Es geht  um Counterstrike, League of Legends oder World of Warcraft. Und hier vor allem  auch ums „Material“. Was die Reifen beim Rennwagen sind, ist heute der Ping beim Computerspiel. Latenz ist das Zauberwort, das mir im Zweifel den Sieg beschert. Die Latenzzeit, auch „Ping“ genannt“, ist quasi die Reaktionszeit des Netzes.

Verzögert sich meine Reaktionszeit, kann das besonders bei Spielen wie Call of Duty oder Halo einen echten spielerischen Nachteil verursachen. Kann ich aber in Echtzeit reagieren, steigert das meine Gewinnchance.

Logisch: Meine eigene schnelle Reaktion nützt nur dann etwas, wenn sie auch blitzschnell ans Spiel weitergegeben wird. Wie lange dauert es also, bis der Spieleserver meine Reaktion erhält? Rein technisch ausgedrückt, ist das die Zeit für den Weg der Daten vom Rechner über das Netz zum Spieleserver. Praktisch bedeutet die Latenzzeit, dass zum Beispiel ein Schuss erst nach dieser Latenzzeit auch vom Spiel ausgelöst wird.

Und es kann ja durchaus um einiges gehen: Gerade erst hat sich das Siegerteam beim größten Dota 2-Turnier ein Preisgeld von fast neun Millionen US-Dollar gesichert. Und das Team auf Platz 16 hat auch noch 90.000 Euro bekommen. Im Bereich eSports lässt sich also einiges verdienen.

Schlechte Latenz macht einsam

Generell gilt also: Je niedriger das Ping - desto besser. 20 bis 40 Millisekunden Latenz - sagen mir meine Experten - sind gut. Ab 100 Millisekunden wird es „doof“, es stockt und ruckelt und der Spielspaß inklusive Gewinnchancen lässt deutlich nach. Noch schlimmer: Solche Latenzen können mein ganzes Team in den Keller reißen.  Ping-Zeiten ab 50 Millisekunden sind für manche Gruppen einfach zu langsam. Wenn ein ganzes Team wegen hoher Latenz nur auf meiner Seite nicht wieder auf die Beine kommt, bin ich raus. Und - schlimmer noch – ich werde auch nicht wieder eingeladen. Und verstecken kann ich das nicht: Die Ping-Zeiten werden bei jedem Spiel angezeigt, so dass jeder sieht, welche „Ausstattung“ ich mitbringe.

Übrigens, die kürzeste Reaktionszeit eines Autofahrers in einer Gefahrensituation liegt bei etwa 200 bis 300 Millisekunden. Trainierte Menschen wie Jetpiloten oder Spitzensportler schaffen „weniger“. Aber insgesamt gibt es kaum Menschen, die unter einer Reaktionszeit von 100 Millisekunden liegen.

Mit zu hoher Latenz landet man an der Bande

Klar muss man bei den Games relativieren: Es kommt auf die Genre an. In einem Racer wird definitiv ein guter Ping benötigt sonst knallt man permanent gegen die Bande. Egoshooter ebenfalls, bei Counterstrike zählt jede Sekunde. Und auch bei League of Legends gilt: Wenn Fähigkeiten mit Verzögerung an den Server rausgeschickt werden, kann ein Charakter schon mal früher oder später sterben. Aber selbst bei einem rundenbasierten Strategiespiel kann eine Latenz ab 80 Millisekunden nervig werden. Denn mit jedem Zug geschehen mehr Sachen auf dem Spielfeld und müssen immer wieder neu synchronisiert werden. In schlimmeren Fällen, also ab 100ms ungefähr, dauert so eine Synchronisierung dann auch gerne mal ein bis zwei Minuten, das nimmt dann schon ordentlich Zeit in Anspruch.

Ich gebe zu, die Nachhilfe unserer Telekom Gamer hat mich da echt ordentlich erstaunt.  Ich hätte nie gedacht, dass Online Gaming so eine ernsthafte Sache ist und auch noch so viel mit Fitness zu tun hat. Denn die braucht man, um seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten für die Games einzusetzen.

Früher war mehr LAN

Das Thema Latenzzeit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Früher wurde fast ausschließlich auf LAN Partys gegeneinander gespielt. Da gingen alle hin, aßen Pizza, tranken Cola und nutzten dasselbe Netzwerk. Insofern waren da auch die Chancen für alle gleich. Mittlerweile kann jeder gegen jeden weltweit online spielen. Da sieht es dann eben anders aus und der geneigte Spieler sucht sich eventuell schon konkret den Platz mit den besten Voraussetzungen  für den Sieg.

Ob ein bestimmtes Netz  Vorteile hat, wollte ich noch wissen. Nicht wirklich - sagen mir die, die es täglich nutzen.  Ob Festnetz, WLAN oder Mobilfunk – das nimmt sich in puncto Latenz alles nicht so viel. Aber natürlich gucken alle auf 5G, das Mobilfunk und Festnetz noch enger verzahnt und das noch mal deutlich niedrigere Latenzen verspricht. Ein echter Hoffnungsträger also für die Gamer Community.

Ping und Pokemon?

Im Moment spielen ja aber eh alle nur Pokemon, war so mein Gedanke. Ja klar, sagt mein Experte. Aber abwarten, denn auch Pokemon-Go wird ja noch weiter entwickelt. Momentan ist die Spielentwicklung gerade mal bei zehn Prozent. Wenn sich die Monsterjagd in Richtung Live-Kampf entwickelt, könnte die Latenzzeit also auch bei diesem Spiel immer wichtiger werden. Also abwarten. Bis dahin wünsche ich allen erst mal eine spannende Gamescom und immer einen guten Ping.

Die aktuellen Netzgeschichten sind da:

Noch nicht olympisch, aber hochprofessionell: Im e-Gaming spielen professionelle Gamer um Preisgelder von bis zu 1 Mio. Euro. Mehr zu den Entwicklungen und der Bedeutung des e-Sports und der Gamescom in den Netzgeschichten!

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