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Markus Jodl

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5G Hybrid: Der Zweifach-Booster fürs Internet

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Hybrid – dieses Wort ist 2021 in aller Munde. Auf unseren Straßen sind immer mehr Hybridautos unterwegs, mit einer Kombination aus Strom und Benzin. Auch gearbeitet wird in Corona-Zeiten hybrid – mal zuhause, mal im Büro. Die Deutsche Telekom setzt ebenfalls auf eine Zweifach-Lösung. Ihre neueste Internet-Technik „5G Hybrid“ kombiniert die Geschwindigkeiten von Festnetz und Mobilfunk. Das „Doppelherz“, der Zweifach-Booster fürs schnelle Netz, kann das Tempo annähernd verzehnfachen, wie Tests gezeigt haben. Wir erklären, wie das „5G-DSL“ funktioniert, und welche Möglichkeiten es bietet.

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Für das Trial wurde, neben der zusätzlichen Kupferleitung ins Haus, auch eine Glasfaserleitung ins Network Innovation Center der Telekom nach Darmstadt geschalten.

Hybridanschlüsse – ein bewährtes Konzept

Genau genommen hat die Telekom schon seit Jahren Hybridanschlüsse im Angebot. Bisher machen sie dem Festnetz aber mit einer Kombination aus DSL und 4G/LTE Beine. Kunden, die noch kein allzu schnelles DSL zur Verfügung haben, können ihr Internet durch die zusätzliche LTE-Bandbreite auf Trab bringen – sogar ohne Mobilfunkvertrag bei der Telekom. Immer wenn dabei das Festnetz ins Stocken kommt, schaltet sich automatisch LTE dazu und sorgt für einen Temposchub. Das ist quasi das fixeste Duo seit Fix und Foxi – und fast so magisch wie Siegfried und Roy. Künftig soll das Ganze aber nicht mehr nur mit LTE funktionieren, sondern auch mit dem noch viel schnelleren 5G. Und das erfordert eine völlig neue Technik.

Festnetz – erstmals kombiniert mit 5G

Bei den aktuellen Hybrid-Routern der Telekom für DSL und LTE ist der Mobilfunk direkt im Gerät integriert. Das funktioniert, weil die niedrigen oder maximal mittleren Frequenzen von LTE um 1 GHz herum sehr gut in Wohnungen und ins Innere von Gebäuden vordringen können. So erreichen sie auch den Router im Wohnzimmer problemlos. Die hohen 5G-Frequenzen von beispielsweise 3,6 GHz sorgen zwar für drastisch höhere Bandbreiten. Sie tun sich aber schwer, auch das Innere von Gebäuden zu erreichen. Horst Durben, Telekom-Produktmanager für Breitband, erklärt, was das bedeutet: „Bei mehr als 3 GHz kommen wir maximal noch hinter die Fensterscheibe – was dazu führt, dass wir die Antennenmodule eben nicht in den Router verbauen können.“ Die neue Hybridtechnik erfordert also eine zusätzliche Außenantenne, den 5G-Empfänger.

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Horst Durben, Telekom-Produktmanager für Breitband.

So funktioniert Hybrid-Internet mit Antenne

Die 5G-Antenne im Außenbereich kann angeschraubt, angeklemmt, mit einer Schelle befestigt oder angeklebt werden – zum Beispiel an einem Fenster, auf der Terrasse oder am Balkongeländer. Horst Durben erklärt es genau: „Die Idee ist, dass wir von der Außenantenne mit einem Flachbandkabel durch den Fensterrahmen oder den Balkontürrahmen durchgehen, so dass man nicht unbedingt ein Loch bohren muss – und dass wir dann mit dem Flachbandkabel Richtung Router gehen.“ Die aktive Antenne mit Rundstrahlbereich muss dabei keinen Sichtkontakt zu einem 5G-Sendemast haben. So lässt sie sich praktisch an jeder beliebigen Stelle des Hauses anbringen. Sie kann sowohl 4G als auch 5G empfangen und somit immer die bestmögliche Bandbreite bieten.

Die ersten Kundentests: 450 statt 50 Megabit pro Sekunde

In einer ersten Runde des sogenannten „Trials“ haben Telekom-Kunden wie Matthias Frielingsdorf aus Bonn das 5G-DSL schon getestet. Er verrät, wie er zu seinem Doppelanschluss gekommen ist: „Ich habe Post bei uns im Briefkasten gehabt. Da stand etwas von diesem Trial drin. Und weil bei uns das Internet nicht besonders schnell ist, war das interessant. Ich habe angerufen, und wir sind dann auch genommen worden.“ Er hat zuhause bisher „nur“ DSL mit 50 Megabit – „und das ist für uns beide als Informatiker halt eher langsam und nicht wirklich optimal“. Optimal lief laut Frielingsdorf dagegen die Montage der Außenantenne am Balkongeländer und das Legen des dünnen Flachbandkabels in die Wohnung: „Das musste bloß noch an den Speedport angeschlossen werden, wie beim Festnetz eben auch.“ Die Performance des Hybridanschlusses? „Absolut spitze. Wir haben 400 bis 450 Megabit im Download gehabt, und 50 im Upload. Da kann man sich absolut nicht beschweren. Das war wirklich schön.“ Downloads, acht- bis neunmal schneller als zuvor – aber leider muss Matthias Frielingsdorf momentan in der Vergangenheitsform sprechen, denn mittlerweile ist der Test beendet. Will er sich das Produkt holen, sobald es die Telekom anbietet? „Absolut.“

Der große Testaufwand ist später nicht mehr nötig

Beim technisch aufwändigen ersten Trial bekam der Kunde eine zusätzliche Kupferleitung ins Haus geschaltet, damit das System komplett unabhängig von seinem normalen Anschluss funktioniert. Daneben hat eine eigens geschaltete Glasfaserleitung ins Network Innovation Center der Telekom nach Darmstadt geführt. Dort wurden die Geräte fürs Hybridnetz über acht Monate hinweg zusammen mit den Herstellern entwickelt, und dort liefen alle Tests. „Letztendlich ist es so, dass wir alle Fäden hier in Darmstadt zusammenziehen“, berichtet Telekom-Systemtechniker Dietmar Desch. „Damit sind wir quasi die Spinne im Netz, um den 5G-Trial erfolgreich zu gestalten.“ Der Hybrid-Router basiert auf dem Speedport 4, dem neuen Flaggschiff der Telekom mit dem WLAN-Standard WiFi 6, der Heimnetzwerke mit bis zu 10 bis 11 Gigabit pro Sekunde ermöglicht – im Gegensatz zu den gut 1,3 Gbit/s von WiFi 5. Ziel der Weiterentwicklung, so der zuständige Produktmanager Oliver Krutz, war es, „dass die Mobilfunk-Datengeschwindigkeit mit der Festnetz-Datengeschwindigkeit kombiniert wird“.

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Der Hybrid-Router ermöglicht im Heimnetzwerk bis zu 10 bis 11 Gigabit pro Sekunde.

Hybrid-Internet mit 5G: Ein Temposprung wie noch nie

Telekom-Experte Horst Durben steht vor Charts mit den Messwerten der Hybrid-Testkunden. Die Balken fürs Festnetztempo sind rot – die Balken fürs zusätzliche Mobilfunk-Tempo dagegen blau und deutlich länger. Der enorme Speed-Vorteil ist auf den ersten Blick zu erkennen, so Durben: „Wenn wir hier auf die Durchschnittswerte schauen, haben wir im Schnitt 100 Megabit im DSL erreicht, und obendrauf 446 Mbit im Mobilfunk.“ Höchstwert im Test: 110 Mbit DSL, und on top zusätzliche 634 Mbit durch den Mobilfunk. Aus einem guten DSL-Anschluss mit etwas über 100 Mbit können dank 5G-Booster also annähernd 750 Mbit werden. Die Uploads lagen im Test durchschnittlich bei 137 Mbit, mit 176 Mbit in der Spitze – alles in allem ein Temposprung, wie es ihn fürs heimische Netz noch nie gab.


Und so geht es weiter

Das Hybrid-Internet ist einerseits für Kunden interessant, an deren Wohnort noch kein ausreichend schnelles DSL zur Verfügung steht. Aber auch Nutzer, die beispielsweise schon um die 100 Mbit schnell surfen, die aber mehr Tempo wollen, können enorm profitieren. Wie groß der Sprung ist, so Horst Durben von der Telekom, hängt von den lokalen Gegebenheiten ab: „Die Frage ist immer, welche Frequenzen sind vor Ort empfangbar. Haben wir LTE? Haben wir 5G? Haben wir eine Kombination aus Frequenzbändern? Wie weit ist der Kunde vom Sendemast entfernt? Und wie viele Nutzer sind gleichzeitig in der Zelle und sorgen für Datenverkehr?“ Bevor der Internet-Booster auf den Markt kommt, läuft zunächst ein zweiter Test mit 800 weiteren Kunden. Wer neugierig ist und mitmachen will: Unter telekom.de/telekom-hilft-labor startet in diesen Tagen der Aufruf für den „Friendly User Test Hybrid 5G“.

Mehr zum Zweifach-Booster gibt's im Video:

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George-Stephen McKinney

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