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Lena Raschke

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Wasserwacht: So hilft Mobilfunk beim Helfen

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Mit Action und Romantik wie in der Fernsehserie „Baywatch“ hat die tägliche Arbeit der Wasserwacht in Deutschland wenig zu tun. Ihre Rettungsschwimmer sind überall dort im Einsatz, wo Menschen zu ertrinken drohen – egal, ob im Schwimmbad, am See, auf dem Fluss oder an der Küste. Und es gibt noch einen entscheidenden Unterschied zum TV-Kult aus den 90er Jahren: Während sich David Hasselhoff und Pamela Anderson damals noch mit Funkgeräten verständigen mussten, helfen der modernen Wasserwacht heute Mobilfunk und eine App beim Retten von Leben. Wir verraten, wie das die Arbeit der Wasserwacht verändert hat.

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Wasserwacht auf dem Starnberger See

Mobilfunk – für die Wasserwacht lebenswichtig

Die Wasserwacht ist die Wasserrettungs-Organisation des Roten Kreuzes. Von ihren 140.000 Mitgliedern sind rund 100.000 aktiv im Einsatz. Sie engagieren sich an über 3.000 Wachstationen in ganz Deutschland. Was der Mobilfunk dabei konkret bringt, erklärt gegenüber der Deutschen Telekom Oliver Jauch von der Wasserwacht Starnberg, also quasi von „Bayern-Watch“: „Er erleichtert uns manches und hilft letztendlich beim Helfen. Denn der erste Notruf, der kommt, ist bei uns am See in der Regel über Mobilfunk. Jeder hat jetzt ein Handy. Und wenn man irgendetwas sieht, ist die 112 schnell gewählt.“ Der Anruf landet dann in der Rettungsleitstelle, die die Einsatzkräfte der Wasserwacht alarmiert – zur Sicherheit ganz klassisch per Pager, und ergänzend dazu mit einer App auf den Smartphones der Helfer. Sie übermittelt gleichzeitig auch Einsatz- und Standortdaten zum Notfall. Lebensretter Jauch bringt den doppelten Vorteil so auf den Punkt: „Insofern erleichtert uns der Mobilfunk einiges – weil man mehr Einsatzkräfte erreicht und die Alarme schneller bei der Leitstelle eintreffen.“

Wasserwacht früher und heute

Nicht nur die Art der Kommunikation hat sich verändert und verbessert. Auch die Rahmenbedingungen für die Arbeit der Rettungsleute sind ständig im Wandel – nicht nur, weil sich seit Corona das Baden oder Segeln mehr auf die ganze Woche verteilt, weg vom reinen Wochenendbetrieb. Auch neue Sportarten spielen eine Rolle, wie Oliver Jauch am Starnberger See festgestellt hat: „Die Stand-up-Paddler werden immer mehr. Das führt teilweise auch zu Konflikten. Wir haben hier am Starnberger See viele Motorboote, Segelboote und Schwimmer. Und die müssen sich alle miteinander arrangieren, was nicht immer so einfach ist.“

Was die Wasserwacht bietet – und verlangt

Schon Sechsjährige können als „Junior-Wasserretter“ an vielen Wasserwacht-Standorten in Deutschland dabei sein. Was sie und auch ältere Bewerber*innen neben sicherem Schwimmen an Fähigkeiten und Interessen mitbringen sollten, erklärt die Wasserwacht auf ihrer Website. In den Lehrgängen geht es neben den wichtigsten Schwimmtechniken zum Beispiel um Befreiungsgriffe, Erste Hilfe und um Wiederbelebungsmethoden. Oliver Jauch erklärt die wichtigsten Programmpunkte so: „Zum einen intensives Schwimmen, und dann in den Gruppenstunden Erste Hilfe. Aber natürlich ist auch viel Spaß dabei.“

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Oliver Jauch von der Wasserwacht Starnberg

Die App der Wasserwacht

Der gute alte Pager, der praktisch unter allen Bedingungen Alarm schlägt, ist immer noch das zentrale Instrument, um die Freiwilligen der Wasserwacht zum Einsatz zu rufen. Aber auch Mobilfunk und App werden immer wichtiger. Oliver Jauch erklärt, was dahintersteckt: „Die App nennt sich FF-Agent. Wie der Name sagt, wurde sie ursprünglich für die Feuerwehr entwickelt. Aber die kann natürlich jeder Rettungsdienst und jede Organisation verwenden, die irgendwo alarmiert wird.“ Das Programm der Firma Mackoy Consulting aus Seefeld bei München kümmert sich um Alarmierung, Einsatzablauf und Kommunikation. Es bietet zudem Informationen zur Einsatzhistorie oder ein Personenverzeichnis der Mitglieder. Wenn die App, die es für iOS und Android gibt, per Push-Mitteilung Alarm schlägt, erfahren die Nutzer*innen nicht nur, wo sie gebraucht werden, und um welchen Vorfall es geht. Sie können auch bestätigen, ob sie zum Einsatz kommen können oder nicht. Das erleichtert den Rettungsleitern die Planung enorm.

FF-Agent: Das bringt die „Lebensretter“-App

Oliver Jauch bringt den Nutzen des FF-Agent so auf den Punkt: „Wir haben wesentlich mehr Informationen als vorher. Wir können gleich sehen, was passiert ist, und wo es passiert ist. Und das macht natürlich einen bedeutenden Unterschied in der Art, wie wir ausrücken.“ So erfahren die ehrenamtlichen Helfer*innen sofort, ob es sich beispielsweise um ein gekentertes Segelboot handelt, dessen Insassen alle schon zurück an Land sind, und bei dem es nur darum geht, das Boot wieder aufzurichten. Oder ob es sich tatsächlich um einen ernsten Notfall handelt, bei dem beispielsweise ein Schwimmer von einem Motorboot überfahren wurde. Dann ist die Dringlichkeit naturgemäß drastisch höher.

Kommunikation als Schwerpunkt von FF-Agent

Dass die Helfer direkt mitteilen können, ob sie zum Einsatz kommen oder nicht, war auch der ursprüngliche Grund, dass André Koppany, Geschäftsführer von Mackoy Consulting, vor gut zehn Jahren überhaupt mit der Entwicklung der App begonnen hat. Er war als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr unzufrieden mit den Funktionen des Pagers und hatte den Einfall für den FF-Agent: „So kam die Idee auf, dass es toll wäre, sich über die App zusätzlich alarmieren zu lassen – und dabei weitere Funktionen zu haben, so dass der Einsatzleiter weiß, ob ich jetzt zum Einsatz komme oder nicht.“

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André Koppany hat vor gut zehn Jahren mit der Entwicklung der App begonnen.

So sollte man reagieren, wenn jemand in Not ist

Weil viele Menschen in Notsituationen, in denen sie helfen wollen, überstürzt reagieren, hat Oliver Jauch konkrete Tipps parat: „Auf alle Fälle als Erstes einen Notruf absetzen. Denn es bringt niemandem etwas, wenn man gleich hinrennt, hinschwimmt, und versucht, selbst zu retten, sich selbst in Gefahr begibt – aber die Rettungskette ist noch gar nicht in Gang gesetzt.“ Wer am Handy die 112 wählt, wird sofort mit der Leitstelle verbunden, die die Rettungsmaßnahmen einleitet – und die dann auch Tipps parat hat, wie man direkt vor Ort helfen kann. Und noch einen Wunsch hat Jauch: „Optimal ist es dann auch, die Leute, die gerettet werden müssen, im Auge zu behalten. Denn für uns ist nichts schwieriger, als jemanden suchen zu müssen, den man nicht mehr sieht.“

Rettung mit Hilfe von Mobilfunk: Kommunen und Bürger gefragt

Damit die Wasserrettung in ganz Deutschland weiterhin so gut funktioniert, und damit der Mobilfunk hierfür seinen wichtigen Beitrag leisten kann – dafür braucht die Deutsche Telekom die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen und mit den Bürgern vor Ort. Denn es wird immer schwieriger, neue und geeignete Mobilfunkstandorte zu finden, um das Netz noch enger zu knüpfen und Versorgungslücken zu schließen. Wer einen Standort für einen Mobilfunkmast oder einen höher gelegenen Dachstandort vermieten möchte, sollte sich deshalb bitte bei der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm melden. Alle Kontaktdaten sind unter www.dfmg.de zu finden.

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Pascal Kiel

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