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Gewählt, gehasst – Anfeindungen in der Lokalpolitik

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„Wir wissen, wo dein Kind zur Schule geht!“. Drohungen dieser Art erreichen Lokalpolitiker*innen online, in Briefen, aber auch in der direkten Konfrontation mit Bürger*innen. Nach ihrer Wahl zur Bürgermeisterin erlebt auch Johanna, Protagonistin im aktuellen Digital Crime-Podcast Anfeindungen – auf der Straße genauso wie im Netz.

Digital Crime

Digital Crime

Nach vielen Jahren des ehrenamtlichen Engagements, will Johanna mehr tun, etwas bewegen. Sie stellt sich als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl auf - und gewinnt. Ihr Amt startet während einer politisch herausfordernden Situation. Schon kurz darauf bestimmen Vorwürfe, wie das Unterschlagen von Geldern, Behinderung von wichtigen Entscheidungen und Beleidigungen ihren Alltag. Menschen wechseln die Straßenseite, wenn sie Johanna begegnen. „Als ‚die Alte‘ bezeichnet zu werden und permanent abfälligen Äußerungen ausgesetzt zu sein: „Das gehört zum Tagesgeschäft, leider“, sagt Johanna. In der neuen Podcast-Folge „Digital Crime“ schildert sie eindringlich ihre Erfahrungen. 

Johanna ist kein Einzelfall. 57 Prozent aller Bürgermeister*innen sind schon einmal im Rahmen ihrer Tätigkeit beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen worden. Diese Zahl legte im April 2021 die Körber-Stiftung vor, die über 1.600 Amtsträger*innen befragte. Martin Meister, Programmleiter Engagement in der Stiftung, erklärt im Podcast: „Ein Drittel ist der ‚klassische“ Hate-Speech, anonym, irgendwie aus dem Netz kommend. Das andere Drittel sind Absender, die sich mit Klarnamen zu ihrer Täterschaft bekennen und jemanden adressieren, per E-Mail oder auch ganz klassisch per Brief.“ Das restliche Drittel seien Menschen, die sich persönlich dorthin begeben, wo der oder die Betroffene ist und ihn oder sie beleidigen oder bedrohen. 

Hass in der Politik ist allgegenwärtig

Anders als auf Bundesebene, haben die Anfeindungen und der Hass in der Lokalpolitik oftmals ganz konkrete Auswirkungen. Was kann ich tun, wenn mir jemand mein Auto zerkratzt hat? Wie schütze ich mein Zuhause und meine Familie? Wogegen kann ich rechtlich vorgehen und was muss ich aushalten? Bei Fragen wie diesen erhalten Lokalpolitiker*innen Hilfe von „Stark im Amt“, einer Initiative der Körber-Stiftung gemeinsam mit Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund. Erfahrt im Podcast, wie genau die Initiative arbeitet und warum Beleidigungen unsere Demokratie vergiften.

Es ist wichtig, zu wissen, wie man mit negativen und unwahren Inhalten umgeht, die immer wieder in den Medien und der digitalen Welt aufgegriffen werden, betont Christian Scherg im Podcast. Er ist Geschäftsführer der REVOLVERMÄNNER, deren Schwerpunkt auf Reputationsmanagement und Krisenkommunikation liegt und die auch Lokalpolitiker*innen beraten. Er begründet die Anfeindungen im Fall von Johanna nicht zuletzt durch den schnellen Aufstieg von der „Bürgerin von nebenan“ zu einer von „denen da oben”. Was er Johanna und anderen Politiker*innen rät, vertiefen wir mit ihm im Podcast.

Digital Crime – Echte Geschichten aus der digitalen Welt

Neugierig geworden? Dann hört rein in den aktuellen Podcast „Gewählt, gehasst – Anfeindungen in der Lokalpolitik“, der vorerst letzten Folge unserer Reihe „Digital Crime – Wenn Worte zur Waffe werden“. In jeder Folge haben wir auf das Thema "Hass im Netz" aus einer anderen Perspektive geschaut – spannend, ehrlich, informativ! Alle Folgen der Staffel zum Nachhören findet ihr hier

Und wer sich intensiver in das Thema Hass im Netz einlesen möchte, dem empfehlen wir unser Special „#DABEI - Gegen Hass im Netz“ – mit interessanten Beiträgen von A wie Algorithmen bis Z wie Zivilcourage.

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Jan – eine doppelte Schande

Jan ist jung, kreativ, homosexuell und hat eine dunkle Hautfarbe. Mindestens zwei dieser Merkmale führen dazu, dass er immer wieder mit Diskriminierung und Hass im Netz konfrontiert wird. Sogar in der eigenen Community. Wie es sich anfühlt, wenn man sich nirgends sicher fühlen kann, schildert er in der neuen Folge des Digital Crime Podcasts.

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