Infrastruktur teilen war undenkbar – nicht mehr heute

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Ein Beitrag von ​​​​​Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter der Deutschen Telekom für Breitbandkooperation in Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung.

Dido Blankenburg

Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter der Deutschen Telekom für Breitbandkooperation in Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung.

Die Digitalisierung unseres Landes ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Die notwendige Infrastruktur dafür sind schnelle Datennetze. Im Mobilfunk und im Festnetz. Dafür investieren wir in Deutschland jedes Jahr mehrere Milliarden. Wir sind einer der größten Bauherren in Deutschland. Dabei wissen wir: Um dieses Land wirklich flächendeckend auszubauen, brauchen wir mehr Finanzmittel und Ressourcen als wir haben oder bekommen können. Wenn wir kooperieren, können wir mit anderen zusammen unsere Netze besser auslasten und mehr eigenen Retail-Kunden unsere Produkte anbieten.

Kooperationen sind der richtige Weg

Breitbandkooperationen sind für die Telekom der richtige Weg, um die Breitbandabdeckung zu erhöhen, unser Investitionsrisiko zu teilen, unsere Netze auszulasten und unseren Kunden unsere Produkte anzubieten – auch über die Netze von Dritten. Gemeinsam planen und bauen. Infrastruktur teilen. Wettbewerber auf die eigenen Netze lassen – all das war in der „alten Telko-Welt“ undenkbar. Nicht mehr heute. Ein paar Beispiele.

Heute haben wir in Saarbrücken eine Kooperation bekannt gegeben: Gemeinsam mit dem regionalen Telekommunikationsanbieter VSE NET versorgen wir ab Mai insgesamt 400.000 Haushalte mit Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Das sind quasi über Nacht 60.000 Haushalte mehr als bisher. Und das ohne selbst zu bauen. Ein großer Schritt für das Saarland. Wie machen wir das? Wir bieten unseren Kunden unsere Produkte, produziert auf dem FTTC-(VDSL) Netz der VSE, an. Umgekehrt vermarktet die VSE als zusätzlicher Anbieter auch auf unserem Netz und bezahlt uns dafür eine Miete. Dieses Modell ist für die Telekom vergleichsweise neu.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir unsere Zusammenarbeit mit Telefonica ausgeweitet. Zur Erinnerung: Vor ein paar Jahren hat Telefonica Deutschland ihr Festnetzgeschäft an uns outgesourced. Wir erbringen die Netzleistung, die Telefonica reichert das Produkt an und betreibt Endkunden-Pricing sowie Vermarktung unter eigener Marke. Künftig werden dank der Kooperationen noch mehr Mobilfunkstandorte unseres Wettbewerbers auf unserer Glasfaserinfrastruktur laufen. Alle Seiten gewinnen dabei: Telefonica-Kunden bekommen ein besseres Netz und wir erhöhen die Auslastung unserer Infrastruktur. Damit refinanzieren wir unseren Netzausbau zu einem guten Teil.

Unser Kooperationsprojekt mit 179 Kommunen in der Gigabitregion Stuttgart ist noch umfassender. Wir holen lokale Unternehmen – Kabelnetzbetreiber wie Versorger – an einen Tisch. Denn wir haben in der Region Stuttgart ambitionierte Ziele: Bis 2030 sollen 90 Prozent der insgesamt rund 1,38 Millionen Haushalte sowie alle 140.000 Unternehmensstandorte von Gigabit-Anschlüssen profitieren. Zudem schließen wir auch „im Ländle“ Lücken im Mobilfunk und bauen 5G auf. Ein so großes Kooperations-Gigabitprojekt hat Europa bis dato nicht gesehen. Ende Mai werden wir mit der Wirtschaftsregion Stuttgart den Vertrag unterschreiben, der den Ausbau regelt.

Doch es gibt auch andere Formen der Zusammenarbeit, die wir strategisch nutzen. So mag manche(n) unsere Firmengründung mit EWE überraschen. Entstehen soll „Glasfaser NordWest“. Wir wollen gemeinsam mit EWE im Nordwesten Deutschlands in den kommenden Jahren rund 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte ans Glasfasernetz anschließen. Dabei lassen wir andere Anbieter zu marktüblichen Bedingungen auf dieses Netz. Also: Gemeinsam planen, bauen und investieren. Im Endkundengeschäft punktet dann jeder für sich, und gemeinsam lasten wir die neuen Netze aus. Außerdem teilen wir uns so das Risiko der Investition.

Jeder soll in Deutschland #dabei sein

Diese vier Kooperationen sind unterschiedlich. Allesamt zeigen sie: Wir meinen es ernst, wenn wir sagen: Jeder soll in Deutschland #dabei sein. Es geht um nützliche Geschwindigkeiten für viele statt Hochgeschwindigkeit für wenige. Bald schon sprechen wir nur noch über Glasfaser und 5G, heute noch über LTE und Kupfer auf der letzten Breitbandmeile.

Was ich mir wünsche: Weniger Bürokratie und deutlich schnellere Genehmigungsverfahren beim Ausbau. Es dauert im Schnitt noch immer rund zwei Jahre, um einen Mobilfunkmasten in Deutschland aufzubauen. Zugleich hoffe ich auf mehr Verständnis bei den Bürgern. Besonders wenn es darum geht, Leitungen zu verlegen oder Masten aufzubauen. Denn wenn wir alle die digitale Infrastruktur nutzen wollen, müssen wir sie auch in unser Viertel und unser Haus lassen.

Dido Blankenburg

Dido Blankenburg

Vorstandsbeauftragter der Deutschen Telekom für Breitbandkooperation in Deutschland

Breitbandausbau

Netze

Die Telekom investiert jedes Jahr mehrere Milliarden Euro in den Netzausbau.

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