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M2M vernetzt das Auto

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  • Telekom kooperiert erfolgreich mit Partnern aus der Automobilindustrie und Forschung
  • eCall verbessert Notfallkommunikation ab 2015
  • Zuverlässiges Mobilfunknetz der Telekom ermöglicht sichere M2M-Kommunikation

Sich während der Autofahrt E-Mails über den Bordcomputer vorlesen oder freie Parkplätze in der Innenstadt anzeigen lassen: Was nach Zukunftsmusik klingt, macht die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) schon heute möglich. Denn Automobilhersteller integrieren zunehmend M2M SIM-Chips in ihre Fahrzeuge, um den Bedürfnissen der Kunden und neuen Regularien der Europäischen Union (EU) nachzukommen. So forschen Automobilhersteller, Zulieferer, Wissenschaftler und andere relevante Wirtschaftszweige derzeit intensiv an Kommunikationslösungen rund um das vernetzte Auto.

Partnerschaften unterstützen M2M-Fortschritt
Mobilfunkanbieter wie die Telekom spielen eine entscheidende Rolle, denn sie sind es, die die nötige Infrastruktur bereitstellen und durch Partnerschaften die Entwicklung neuer M2M-Lösungen vorantreiben. Die Telekom bietet beispielsweise gemeinsam mit BMW den Service "Connected Drive" an. Hierfür sind verschiedene Fahrzeugklassen des Autobauers mit mitdenkenden Komponenten ausgestattet: vom Wartungssystem und erweiterten Verkehrsinformationen über ein automatisiertes Notrufsystem (eCall) bis hin zum Google-Dienst. Die Telekom steuert als ein Kooperationspartner die M2M SIM-Chips bei, die ein wichtiger Bestandteil der integrierten Telematik-Boxen sind.

Carsharing leicht gemacht
Die Machine-to-Machine-Technologie ermöglicht im Bereich Automotive aber auch vollkommen neue Geschäftsmodelle: Für die Fahrzeugflotten von Carsharing-Anbietern etwa ist M2M eine Schlüsseltechnologie. Hier kooperiert die Telekom zum Beispiel mit dem Daimler Tochterunternehmen car2go. Eine M2M-Lösung in den Fahrzeugen übermittelt laufend die Position sowie Kilometer- und Tankfüllstand an den Anbieter. Er hat die Flotte so stets im Blick und kann durch die lückenlose Dokumentation sogar Strafzettel an den verantwortlichen Fahrer weiterleiten. Die Nutzer wiederum können die Autos einfach über eine App auf ihrem Smartphone orten und sich ein Fahrzeug reservieren.

Versicherungskonzept belohnt sicheres Fahren
M2M schafft aber auch ganz neue Versicherungsmodelle, wie die Kooperation der Telekom mit dem US-amerikanischen Unternehmen DriveFactor zeigt. Beide Unternehmen präsentierten Mitte 2013 eine M2M-Lösung, mit der Autoversicherer ihren Kunden Vergünstigungen für sicheres Fahren anbieten können. Dahinter steckt das Konzept "Usage-Based-Insurance". Versicherungen sind hiermit des Weiteren in der Lage, Prozesse wie die Schadenerstmeldung zu automatisieren. Die hierfür nötigen Geräte sind kompatibel mit den meisten ab 1996 in Nordamerika und ab 2001 in Europa hergestellten Autos. Mit Hilfe eines GPS-Empfängers und mehrerer Sensoren erkennt das System zum Beispiel, wie ein Fahrer den Wagen beschleunigt, bremst und in die Kurven geht. Nach der Fahrt sendet das Gerät die gesammelten Daten via Mobilfunk an einen Server von DriveFactor. Hier werden die Daten ausgewertet und zum Schutz der Kundendaten nur die in den Geschäftsbedingungen vereinbarten Fahrzeuginformationen an die Versicherung weitergeleitet. Dazu gehören typischerweise Kilometerstand, Brems- und Beschleunigungsverhalten sowie die Tageszeit. DriveFactor leitet der Versicherung außerdem eine Gesamtpunktzahl weiter, auf deren Basis die Ersparnisse für sicheres Fahren berechnet werden können.

Notrufsystem eCall für Autofahrer
Ab dem Jahr 2015 könnte der automatisierte Datenaustausch von Fahrzeugen untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle zudem das Autofahren sicherer machen. So wollen Hersteller heute nicht nur Fahrzeuge entwickeln, die Daten empfangen: Die Fahrzeuge sollen auch selbst Nachrichten versenden können. Etwa im Fall eines Unfalls. Einem EU-Beschluss zufolge, müssen ab dem Jahr 2015 alle Neuwagen mit einem automatischen Notrufsystem (eCall) ausgestattet sein. Dieses alarmiert bei einem Unfall selbstständig die Rettungskräfte und verkürzt so die Kommunikationskette zwischen Unfallopfer und Rettungsteam um ein Vielfaches.

Für den eCall wird die Bordelektronik des Fahrzeugs unter anderem mit einem fest verbauten M2M SIM-Chip und einem GPS-Modul ausgestattet. Das Auslösen des Notrufs ist an die Sensoren des Airbags gekoppelt. Bei einem Unfall werden automatisch Positionsdaten des Fahrzeugs, die Uhrzeit, die Fahrgestellnummer, aber auch Fahrtrichtung, Schwere des Unfalls oder die Anzahl der angelegten Gurte an die Notrufleitstelle gesendet. So können die Rettungskräfte umgehend Helfer an die Unfallstelle schicken oder eine Sprachverbindung zum verunglückten Fahrer im Auto aufbauen. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsopfer zu senken. Zum Vergleich: Alleine im Jahr 2011 starben nach Angaben der Europäischen Kommission 30.300 Personen innerhalb der EU im Straßenverkehr. Rund 2.500 Menschenleben pro Jahr könnte das internationale Notrufsystem nach Schätzungen der Kommission retten.

eCall für Motorradfahrer
Dabei spielt das automatische Notrufsystem seine Vorteile nicht nur für Autofahrer aus. Auch Motorradfahrer können seit Mai 2013 ihre eigene Sicherheit im Straßenverkehr mithilfe von M2M erhöhen: mit dem "Schuberth RiderEcall", dem ersten automatischen Notruf für Motorradfahrer in Europa. Durch das System werden nach einem Unfall automatisch die Rettungskräfte alarmiert. Grundlage bildet die Initiative der Björn Steiger Stiftung "eCall für Motorradfahrer in Europa". Neben dem Helmhersteller Schuberth und der Bosch Sicherheitssysteme GmbH unterstützt auch die Telekom dieses wegweisende Projekt.

M2M macht Motorsport sicherer
Auch der Motorsport kann mithilfe einer M2M-Lösung sicherer werden. So hat der Telekom Partner GPSoverIP im Auftrag des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) und der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) ein GPS-Ortungssystem entwickelt, das die Sicherheit an und auf der Rennstrecke erhöht und erstmals die flächendeckende Kontrolle der gefahrenen Geschwindigkeiten ermöglicht. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Fahrer auf der Rennstrecke ihr Tempo in einer Gefahrensituation (Gelbphase), etwa nach einem Unfall, drosseln müssen. Bisher konnte die Einhaltung des Tempolimits nur mit dem Augenmaß der Streckenposten überprüft werden. Nun sieht der Rennleiter mithilfe einer App jederzeit, welche Fahrzeuge trotz Gelbphase ihre Geschwindigkeit nicht reduzieren. Er kann den Regelverstoß dokumentieren und eine Strafe verhängen. Die Machine-to-Machine-Lösung feierte 2013 beim ADAC 24-Stunden-Rennen am Nürburgring Deutschlandpremiere. Hier wurden alle 200 Rennwagen mit dem neuen System ausgestattet.

Auto warnt Auto vor Aquaplaning
Ein weiteres Beispiel, das für mehr Sicherheit im Straßenverkehr steht, ist die Entwicklung einer herstellerübergreifenden Car-to-X-Kommunikation. "Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland“ (SIM-TD) heißt das Projekt, das im September 2008 im Großraum Frankfurt am Main startete. Der Feldtest mit 120 Versuchsfahrzeugen sowie drei Motorrädern in und um die hessische Metropole wurde im Juni 2013 abgeschlossen. Insgesamt waren die Fahrzeuge während des Feldversuchs mehr als 41.000 Stunden auf der Straße unterwegs. Hierbei kamen mehr als 1,6 Millionen Fahrkilometer zusammen. Ziel war es, zu testen, wie sich Autos miteinander vernetzen lassen. An dem umfangreichen Forschungsprojekt war neben drei Bundesministerien, sechs Automobilherstellern, zwei Zulieferern, zwei Kommunen, sechs Universitäten und Forschungseinrichtungen auch die Telekom beteiligt. Sie steuerte unter anderem ihr umfangreiches Know-how im Bereich der Machine-to-Machine-Kommunikation bei. Die Forscher hoffen, dass Autos in wenigen Jahren ganz selbstverständlich direkt oder indirekt miteinander kommunizieren werden. So könnten sich beispielsweise Fahrzeuge in einem Umkreis von 500 Metern gegenseitig bei einer Notbremsung oder vor Eis und Aquaplaning warnen. Sie könnten sich aber auch beim Spurwechsel und Einfädeln helfen, Rettungswagen rechtzeitig eine Gasse frei räumen oder Unfälle und Baustellen anzeigen.

Neben der Kommunikation von Autos untereinander wurde in dem Feldversuch zudem der Datenaustausch mit der Verkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel Ampeln oder Verkehrsleitzentralen, erprobt. Informationen zur Verkehrslage wurden an eine Verkehrsleitzentrale übermittelt, die dann alternative Fahrtrouten für die einzelnen Verkehrsteilnehmer entwickelte. So könnten Staus rechtzeitig erkannt und verhindert werden. Das reduziert nicht nur die Fahrzeit und den Stress, sondern auch den CO2-Ausstoß. Ab 2015 soll die innerhalb des Projektes untersuchte Funktion der Baustellenwarnung im Projekt "Cooperative IST Corridor Rotterdam - Frankfurt am Main - Wien" in die Tat umgesetzt werden. Hierbei handelt es sich um eine öffentlich-private Kooperation. Experten prognostizieren, dass der Verkehr in Zukunft nur mit vernetzten Fahrzeugen sicherer wird.

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