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Roland Schlattmann

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Eine echte Alternative – das Fairphone 3 im Selbsttest

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Eine Woche lang habe ich das Fairphone 3 auf seine Alltagstauglichkeit getestet. Das hier sind die Ergebnisse.


Es sieht aus wie ein ganz normales Smartphone, wie wir es seit nunmehr mehr als zehn Jahren kennen. Es fühlt sich auch an wie ein ganz normales Smartphone. Doch spätestens, wenn man das Fairphone 3 einmal von der Rückseite betrachtet, fällt einem ein erster Unterschied zu ganz normalen Smartphones auf. Durch das leicht transparente Cover sieht man dort nämlich sämtliche Einzelteile des Geräts. Heraus ragt vor allem der Akku, auf dem in weißen Lettern steht: „Change is in your hands“. Und tatsächlich: Auch wenn das Fairphone auf den ersten Blick wie viele seiner smarten Verwandten aussieht, weist es doch im Inneren viele Besonderheiten auf.

Nostalgie zum Anfassen

Beim Auspacken des Fairphones gibt es dann die erste Überraschung: Es ist kein Ladekabel enthalten. Glücklicherweise handelt es sich um einen Standard USB-C Anschluss, von denen eh mehrere in der Schublade liegen. Also kein allzu großes Problem. Zunächst gilt es dann, ins Innere des Fairphones vorzudringen, um die SIM Karte einzulegen. Während man bei vielen aktuellen Modellen heutzutage einen kleinen spitzen Gegenstand benötigt, um die SIM-Karten-Klappe zu öffnen, geht es beim Fairphone fast nostalgisch zu. Denn der SIM-Karten Slot befindet sich unter dem Akku, so wie in der Prä-Smartphone Ära! Neben dem SIM-Karten Slot gibt es auch einen Micro-SD-Karten-Slot, mit dem sich der Speicher erweitern lässt.

Besonderheit: Modulares Design

Bereits bei diesem ersten Schritt sticht einem der baukastenähnliche Aufbau des Telefons ins Auge. Denn statt eines Ladekabels liegt ein Schraubenzieher in der Verpackung. Das macht Sinn, denn das Fairphone ist modular aufgebaut. Der Schraubenzieher ist an sich zwar eine gute Idee, doch im Praxistest ist er doch etwas zu klein, um wirklich eine angenehme Reparatur zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz: Es funktioniert. Die meisten Schrauben ließen sich sehr einfach lösen, lediglich eine versuchte es, mir das Leben schwer zu machen. Aber ich muss zugeben: Etwas ungewohnt ist es schon, sich mit selbst mit einem Schraubenzieher an sein Smartphone zu begeben. Doch nach den ersten kleinen Erfolgsergebnissen, macht es sogar ein bisschen Spaß. Und wer sich das gar nicht vorstellen, der kann ja immer noch zur Werkstatt seines Vertrauens gehen.

Überzeugend im Alltagstest

Im Alltagstest verhält sich das Fairphone 3 relativ unspektakulär, was durchaus positiv zu bewerten ist. Es kommt mit Android 9 daher, und ein Update auf Android 10 ist vom Hersteller schon in Aussicht gestellt. Außerdem verspricht Fairphone Software Updates für die kommenden 5 Jahre. Die Apps laufen soweit flüssig, die 12 Megapixel Kamera knipst insgesamt sehr ordentliche Bilder, und auch die Selfie Kamera überzeugt. Die Sprachqualität beim Telefonieren habe ich als herausragend empfunden, mein Anrufempfänger ebenfalls. Insgesamt ist das Fairphone von den technischen Eigenschaften vergleichbar mit einem Mittelklasse Smartphone, sieht mit seinen etwas breiteren Rändern jedoch für einige vielleicht etwas veraltet aus. Mir persönlich macht der leichte Retro-Look nichts aus – es ist halt eine Geschmacksfrage. Außerdem ist es ziemlich groß (Displaygröße: 5,7 Zoll), vergleichbar mit einem iPhone 11 Pro. Bei mir liegt es dennoch sehr gut in der Hand.

Fazit

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Fairphone durchaus eine echte Alternative ist, auch wenn es nicht mit den absoluten Topgeräten mithalten kann. Da es aber auch nur 450 Euro kostet, kann man das auch nicht wirklich erwarten. Dafür geht es durch seine fairen Produktionsbedingungen mit gutem Beispiel voran. Der modulare Aufbau ist auf jeden Fall ein Pluspunkt, denn er verlängert die Lebensdauer des Smartphones. Ersatzteile lassen sich zu akzeptablen Preisen bei Fairphone bestellen. Ein neuer Akku kostet beispielsweise 29,95 Euro, ein neues Display 89,95 Euro. Wer also nicht jedes Jahr ein neues Smartphone braucht und Gutes tun möchte, für den ist das Fairphone die perfekte Wahl. Für alle anderen, die nicht auf ein iPhone oder Samsung Smartphone verzichten möchten, bietet sich ansonsten der nachhaltige Smartphone Kreislauf an.

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