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Nicole Schmidt

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Eins stopf ich, eins stopfst du: Wie Kooperationen Funklöcher schließen

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Auch in der Vergangenheit haben Netzbetreiber Masten anderer Netzanbieter mitgenutzt. Doch nun startet eine Mobilfunk-Kooperation zwischen Telekom, Vodafone und Telefonica, die in Qualität und Umfang für Deutschland neu ist. Sie hilft, Funklöcher schneller zu schließen.

Jahr für Jahr investiert die Telekom Milliardenbeträge in den Auf- und Ausbau leistungsfähiger Mobilfunknetze. Und trotzdem gibt es im Flächenland Deutschland immer noch sogenannte „weiße Flecken“. Das sind Punkte auf der Landkarte, die bislang von keinem Mobilfunknetzbetreiber versorgt werden. „Weiße Flecken“ finden sich fast ausschließlich im ländlichen Raum. Sie sind doppelt ärgerlich: Für diejenigen vor Ort, die keinen Mobilfunkempfang haben. Und auch für Netzbetreiber wie die Telekom, die sich trotz beständigen Ausbaus Vorwürfe anhören müssen.

Mit einer Kooperation, die es so noch nie in Deutschland gab, wollen die drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica nun dem Problem der „weißen Flecken“ zu Leibe rücken. Gemeinsam werden die drei Unternehmen 6.000 Funklöcher bis 2024 schließen. „Jeder der drei Netzbetreiber übernimmt ein Drittel der Weiße-Flecken-Standorte. Derjenige, der einen Standort ausbaut, zahlt ihn selbst, kümmert sich um die nötigen Genehmigungsprozesse und stellt ihn den beiden anderen Anbietern inklusive der Anbindung zur Verfügung“, beschreibt Holger Witte, verantwortlich bei der Telekom für die strategische Mobilfunkplanung, das Verfahren. Dabei beginnt die Kooperation schon in der Netzplanung. Die Unternehmen legen ihre Netze übereinander und schauen gemeinsam, wo im ländlichen Raum und entlang von Verkehrswegen Bedarf ist. Die weitere Planung erfolgt in einem koordinierten und abgestimmten Prozess. „Dieser Umfang und diese Qualität der Kooperation ist in Deutschland neu und gewollt von allen drei Partnern“, sagt Holger Witte. 

Ebenso setzt die Telekom bei der Beseitigung der „grauen Flecken“ auf Kooperationsvereinbarungen mit Vodafone und Telefonica. „Graue Flecken“ sind solche Standorte, an denen nicht von allen Anbietern ein Netz vorhanden ist. Meist sind das nur sehr kleine Lücken im Netz eines Anbieters, für die sich die hohe Investition in einen eigenen Mobilfunk-Standort oft nicht lohnt. Diese winzigen Löcher im Netz lassen sich durch gegenseitige Mitnutzungsvereinbarungen, sogenanntes aktives Sharing, wirtschaftlich wesentlich klüger schließen. Auch diese Art der Zusammenarbeit gab es in Deutschland bisher nicht. Dabei gilt das Prinzip der Reziprozität, also eine Partei kann ebenso viele Standorte mitnutzen wie sie selbst aus ihrem eigenen Netz zur Mitnutzung anbietet. Ist ein aktives Sharing für den begrenzten Bereich eines „grauen Fleckens“ vereinbart, nutzt der Anbieter ohne eigene Versorgung die Netzversorgung des anderen Netzbetreibers. Die Kunden merken davon nichts, für sie stellt es sich so dar, als wären sie in ihrem eigenen Netz unterwegs.

Zwei neue Arten von Kooperationen und damit zwei wichtige Ansätze, mit denen die drei  Unternehmen für eine bestmögliche mobile Breitbandversorgung in Deutschland gemeinsam an einem Strang ziehen.

PodcastMehr Informationen zu Kooperationen im Mobilfunk gibt es in der Folge „Neue Freund:Innen im Mobilfunk“ in unserem Digitalpolitik-Podcast.

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