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Luisa Vollmar

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Vorratsdaten hamstern ist nicht bei der Telekom

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Eine Frau telefoniert mit einem Smartphone.

Vorratsdatenspeicherung - der Begriff geistert nicht erst seit gestern durch die Diskussion. Von den einen als Tor zur totalen Überwachung gegeißelt, von den anderen als essentielles Mittel zur Verbrechensbekämpfung gelobt. Mitten in dieser Debatte ist ein Papier der Staatsanwaltschaft München aufgetaucht. Darin steht, welcher Telekommunikationsanbieter angeblich welche Daten wie lange speichert. Die Wellen der Empörung sind hoch geschlagen, nicht nur in den Medien. Grund für uns, einen unaufgeregten Blick auf das Thema zu werfen und uns mit Claus-Dieter Ulmer, Datenschutzbeauftragter der Deutschen Telekom noch einmal darüber zu unterhalten.

Claus-Dieter Ulmer, Konzernbeauftragter für den Datenschutz der Deutschen Telekom

Claus-Dieter Ulmer, Konzernbeauftragter für den Datenschutz der Deutschen Telekom.

Herr Ulmer, was versteht man überhaupt unter Vorratsdaten?

Sämtliche Daten, die beim Telefonieren oder auch Mailen anfallen sofern sie gesondert zum Zwecke der Strafverfolgung dienen. Ganz wichtig: Eine solche Vorratsdatenspeicherung findet bei uns nicht mehr statt. Das Bundesverfassungsgericht hat die gesetzliche Vorschrift Anfang März 2010 gekippt. Die Telekom hat sämtliche gespeicherten Daten gelöscht und keine neuen mehr gespeichert. Warum auch? Daten in einem Volumen von mehreren Terrabyte zu speichern, kostet Geld. Und das investieren wir lieber an anderer Stelle.

Dennoch werden ja Kundendaten gespeichert. Wofür braucht die Telekom die?

Ganz ohne Speichern geht es nicht: Um Gespräche aufzubauen und abzurechnen, damit unsere Kunden im Internet surfen können oder um Missbrauch zu bekämpfen, müssen wir bestimmte Daten speichern. Darüber geben wir in unseren AGBs und im Datenschutzbericht detailliert Auskunft. Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben und die des Bundesdatenschutzbeauftragten. Deshalb arbeiten wir zum Beispiel daran, die Daten, die wir nicht zu Abrechnungszwecken brauchen, schon nach sieben anstatt nach 30 Tagen zu löschen.

Wie lange werden Daten längstens bei der Telekom gespeichert?

Wir speichern Daten für längstens 80 Tage. Einzige Ausnahme: Wenn Telekommunikationsunternehmen ohne eigenes Netz unsere Infrastruktur nutzen. Die Daten, die dann anfallen, speichern wir bis zu 180 Tage. Warum? Zum einen ist die Abrechnung in diesem Fall komplizierter. Zum anderen muss für alle Beteiligten ausreichend Zeit sein, Widerspruch gegen eine Rechnung einzulegen. Und dafür braucht es die Daten.

Wie bewerten Sie das Thema Vorratsdatenspeicherung?

Datenspeicherung und die Vorratsdatenspeicherung im Speziellen wird uns noch länger beschäftigen. Eine offene, faire und sachliche Diskussion darüber begrüßen wir. Und falls es eine Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung gibt, hoffen wir, dass sie die Balance hält zwischen öffentlicher Sicherheit und Datenschutz, aber auch Nutzen und Kosten. Klar ist für uns: Der zusätzliche Aufwand zieht zusätzliche Kosten nach sich. Diese müssen von demjenigen getragen werden, der eine Vorratsdatenspeicherung anordnet.

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