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Leonard Dahmen

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5G-Ausbau: Some stand alone, we stand together

5G SA sorgt für Vorfreude und Fragezeichen. Schon wieder was Neues? Ja. 5G SA ist eine weitere Stufe des neusten Mobilfunk-Standards. Aber wofür steht das Kürzel SA? Welche Unterschiede gibt es zum bisherigen 5G? Und: Was bedeutet das für unseren Netzausbau?

Eine Gruppe junger Menschen macht ein Selfie vor einer ländlichen Kulisse am See.

5G für alle: Mit ihrem bisherigen 5G-Ausbau erreicht die Telekom bereits mehr als 85 Prozent der Menschen in Deutschland.

Eines vorweg: Technik neigt zu Komplexität. Mit diesem Text wollen wir daher ganz einfach ganz viel erklären. Warum die Deutsche Telekom 5G so ausbaut, wie sie es tut. Und: Wie wir in Zukunft unsere Kund*innen mit Mobilfunk begeistern wollen.

Unser 5G Ausbau läuft auf Hochtouren. Und das seit Herbst 2019! Die Telekom nutzt für 5G zwei Frequenzen: 2,1- und 3,6-Gigahertz (GHz). Was es damit auf sich hat, haben wir hier verlinkt. Merke dir: Die 2,1-GHz Frequenz eignet sich durch ihre physikalischen Eigenschaften bestens für den Ausbau in der Fläche. Auf der 3,6 GHz-Frequenz funkt die Telekom vor allem in Ballungsgebieten.

Wo 5G draufsteht, ist 5G drin

Die Telekom baut aktuell einen Netzstandard aus, der die technische Bezeichnung „5G NSA“ trägt. Was ein Buchstabensalat! Der steht für „5G Non-Standalone“. Schon besser. Aber wer oder was steht hier nicht allein? Es ist so: In der Architektur von Mobilfunknetzen differenziert man zwei Bereiche, Zugangs- und Kernnetz. Bei 5G NSA basiert das Kernnetz noch auf dem Vorgänger, 4G. Dieses Kernnetz wickelt die Verbindung ab. Das bedeutet: Der Signalverkehr und das Routing passieren im Kernnetz. In der sogenannten Kontrollschicht. Das alles läuft im Hintergrund ab.

Viele innovative Eigenschaften von 5G hast du bereits in der NSA Variante. Zum Beispiel eine höhere Geschwindigkeit. Auf der 3,6 GHz-Frequenz sind mehr als ein Gigabit pro Sekunde drin! Und diese Download-Raten laufen beim mobilen Surfen mit 5G NSA auch über 5G – nicht über 4G. Wo 5G draufsteht, ist auch 5G drin.

5G Standalone schneidet das Netz in Scheiben

Wie immer gilt: Technologien entwickeln sich weiter. Auch 5G. In Zukunft werden wir daher eine Variante anbieten, die ohne 4G im Kernnetz auskommt. Standalone nennt sich diese Evolution. Kurz: SA. Das 5G-Netz steht dann komplett auf eigenen Beinen. Das ist in Zukunft eine wichtige Basis für weitere, technologische Entwicklungen. Und bestimmte Angebote, wie Network-Slicing.

Die Evolution des 5G-Netzes erreicht die nächste Stufe: 5G Standalone.

Die Evolution des 5G-Netzes erreicht die nächste Stufe: 5G Standalone. Download © DTAG

Speziell diese Technologie ist vielversprechend: Beim Network-Slicing teilt ein Netzbetreiber das Netz in Scheiben auf. Wie bei einem Laib Brot. Jede einzelne dieser Scheiben bedient ganz spezielle Anforderungen. Und zwar individuell passend. Vor allem Geschäftskunden werden von diesen Netzwerk-Scheiben profitieren. Bringt das auch Privatkund*innen wir dir einen Vorteil? Klar. Zum Beispiel mit einer separaten Netzscheibe für Gaming. Butterweiches Zocken, auch bei hohen Anforderungen an die Grafik – garantiert. Klingt super? Wird es auch! Und dass es technisch funktioniert, zeigen unsere Tests.

Neuer ist besser – really?

Es ist ein reflexartiger Gedanke: Neuer ist besser. Ist das immer richtig? Ist 5G SA besser als 5G NSA? Schon heute? Schon für all unsere Kundinnen und Kunden? Es gibt Technik-Liebhaber*innen, die bei 5G SA Freudentränen über das Neueste vom Neuesten vergießen. Und es stimmt: 5G SA wird bisher nicht vorhandene Türen öffnen. Aber noch hat die aktuelle Technik entscheidende Vorteile. Mehr Geschwindigkeit zum Beispiel. Die hohen Downloadraten an den einzelnen Standorten schafft das 5G Netz derzeit nur im Zusammenspiel mit 4G. Das gilt für alle deutsche 5G-Netze. Der Grund? Die sogenannte Carrier-Aggregation. Hier werden LTE- und 5G-Frequenzen gebündelt und bieten so mehr Geschwindigkeit. Das klappt bei 5G SA noch nicht. 

Was macht die allermeisten Leute happy? Wenn sie bekommen, was sie erwarten. Bei 5G: Viel Speed, überall und so bald wie möglich. Warum sollten wir jetzt 5G SA großflächig ausrollen – und bewusst weniger Geschwindigkeit anbieten? Für deutlich weniger Kundinnen und Kunden? Der technologische Fortschritt auf Seiten der Netzbetreiber erzählt außerdem nur die halbe Story. Es kommt auch auf Hersteller von Geräten an. Heute unterstützen kaum Smartphones 5G SA. Das limitiert den Nutzen von 5G SA stark. Mit Standalone steht man aktuell also wortwörtlich allein da. Geräte dagegen, die unseren bisherigen 5G Standard empfangen, sind vielfach verfügbar. Und günstig.

5G, die Und-Technologie

Unsere Priorität im Netzausbau lautet: richtig viele Menschen mit dem richtigen 5G versorgen. Das verstehen wir unter digitaler Teilhabe. Der bisherige 5G Ausbau hat das ermöglicht. 85 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erreichen wir schon heute mit 5G. Das sind 70 Millionen Menschen. 70 Millionen Menschen, die schon heute von dieser technologischen Entwicklung profitieren können. Nicht erst in ein paar Jahren. Sondern sofort. Noch nie hat ein Netzbetreiber einen neuen Mobilfunk-Standard so schnell für so viele Menschen ausgerollt.

„5G ist eine Und-Technologie“, hat Walter Goldenits gesagt. Er ist der Technik-Chef der Telekom. Was er damit meint? 5G lässt sich nicht auf ein einziges Schlagwort reduzieren. 5G ist die 2,1 und 3,6 GHz-Frequenz. 5G ist das Netz für Stadt und Land. 5G ist geringe Latenz und schneller Download. 5G ist NSA und SA.

So baut die Telekom 5G aus

Und …nun? Keine Panik! 5G SA kommt. Aber: „Bis zur kompletten Umstellung auf 5G SA sind noch verschiedene Entwicklungsschritte nötig“, so Goldenits weiter: „Der Mehrwert hat für unsere Kundinnen und Kunden oberste Priorität. Und dieser Mehrwert liegt in einer möglichst großflächigen Versorgung mit Highspeed“.

5G SA ist bald so weit, dass Nutzer*innen ein richtig gutes Erlebnis damit haben. Dafür sorgen die Technik-Teams der Telekom gerade. Die „User-Experience“ muss stimmen. Auf allen Ebenen. Und: Es braucht ein inklusives Netz. Kein Netz für einige wenige. Sondern eines für alle. Nicht nur erreichbar über einige wenige Smartphones. Sondern über viele, erschwingliche Geräte. Nur dann überzeugt das nächste Level im Mobilfunk. Ansonsten steht das 5G SA Netz vielleicht schneller – aber doch nur wackelig auf einem Bein. Das ist nicht unser Ziel. Denn wir sind erst dann zufrieden, wenn alle #DABEI sind. Oder, anders gesagt: Some stand alone, we stand together.

Bildmontage zeigt verschiedene 5G-Anwendungsbereiche für Auto, Maschinen und Drohnen.

5G

Das unterscheidet den neuen Kommunikationsstandard von vorherigen Mobilfunkgenerationen.

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