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Hubertus Kischkewitz

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Operation Breitband im Glottertal

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Das Glottertal bei Freiburg ist berühmt für die Schwarzwaldklinik aus der 80er-Jahre TV-Serie. Heute wird dort eine wichtige OP durchgeführt: eine Breitband-Verlegung.

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Breitband-Baustelle im Glottertal

Als Klausjürgen Wussow alias Professor Klaus Brinkmann von 1985 bis 1989 in der ZDF-Schwarzwaldklinik operierte, war das Tastentelefon der Gipfel moderner Kommunikationstechnik. Gaby Dohm als Schwester Christa empfing OP-Berichte per Fax. Und der schnöselige Professoren-Sohn Dr. Udo Brinkmann, gespielt von Sascha Hehn, hat sein weißes Golf Cabrio - das gute alte Erdbeerkörbchen - garantiert nicht auf mobile.de gefunden.

Denn das gab es damals noch gar nicht. Es gab ja noch nicht einmal das World Wide Web, das erst Anfang der 90er erfunden wurde.

Doch drei Jahrzehnte später schaut die Welt im Glottertal, in dem das ZDF damals seine Schwarzwaldklinik drehte, völlig anders aus. Wenn Schwester Christa nicht längst in Rente wäre (immerhin ist Gaby Dohm auch schon 75), könnte sie ihre Berichte ab Anfang 2019 mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aus der Cloud laden – also quasi aus der Wolke, auf der Professor Brinkmann längst sitzt.

Das klappt dank der "Operation Breitband", die die Telekom jetzt im Glottertal durchführte. Wir verraten anhand der Titel alter Schwarzwaldklinik-Folgen, was dahintersteckt.

Die Wunderquelle (Folge 6)

Nein, ein Wunder braucht die Telekom nicht, um die knapp 3.300 Einwohner der Gemeinde Glottertal und die zigtausenden Touristen, die jedes Jahr in den Ort im traumhaften Westschwarzwald kommen, mit schnellem Internet zu versorgen. Bei ihr geht alles mit rechten Dingen zu – im Gegensatz zur Schwarzwaldklinik, in der Professor Brinkmann in Wahrheit gar nicht operierte. Denn alle Innenaufnahmen wurden im Studio im 750 Kilometer entfernten Hamburg gedreht.

Der legendäre "Carlsbau", in dem heute die Thure-von-Uexküll-Klinik für Psychotherapie angesiedelt ist (und in dem es nie einen OP-Saal gab!) war nur eine schöne Kulisse. Bei der "Operation Breitband" der Telekom stimmen dagegen die Fakten. Quelle des wunderbar schnellen Internets ist eine 1,7 Kilometer lange Glasfaserverbindung, über die Bürger, Wirtschaft und Urlaubsgäste ab dem ersten Halbjahr 2019 dank Supervectoring-Technik mit 100 bis maximal 250 Mbit/s ins Internet können.

Der Infarkt (Folge 23)

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Manuel Schultis, Aufbauleiter Deutsche Telekom

Telekom-Techniker Manuel Schultis erklärt das besondere Verfahren, mit dem er und sein Team in Glottertal arbeiten. Denn neben der konventionellen Verlegung kommt auch die Druckluftröhrchen-Technik zum Einsatz: "Das heißt, wir nehmen ein Kupfer-Hauptkabel, das schon besteht, und in dem als Schutz gegen eindringendes Wasser ein Druckluftröhrchen enthalten ist. Und dort schieben wir jetzt ein Glasfaserkabel mit zwölf Fasern ein." Das, so Manuel Schultis, reduziert den Tiefbauaufwand um etwa die Hälfte – "wenn es funktioniert".
Denn die Chance bei diesem Verfahren liegt bei etwa 50:50. Es kann immer passieren, dass das bestehende Hauptkabel teilweise schon beschädigt oder geknickt ist – und dass sich das strohhalmdünne Glasfaserkabel dann nicht mehr durch das Röhrchen schieben lässt.

Professor Brinkmann hätte bei solch einem "Glasfaser-Infarkt" wahrscheinlich einen Stent gelegt. Bei der Telekom sind für so einen 80 bis 100 Meter langen Abschnitt dann doch wieder aufwändigere Erdarbeiten erforderlich.

Der Wert des Lebens (Folge 16)

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Karl-Josef Herbstritt, Bürgermeister Glottertal

Mit dem neuen schnellen Internet soll Glottertal nochmals attraktiver und lebenswerter werden, freut sich Karl-Josef Herbstritt, seit 2014 Bürgermeister. Er weiß: "Gerade für die jungen Leute ist das ein ganz großes Thema." Aber auch die Touristen und die einheimische Wirtschaft haben längst auf die zeitgemäße Anbindung gewartet, so der CDU-Politiker. "Wenn bei uns ein Bauplatz verkauft wird, ist oft die erste Frage, wie er an die Versorgung und ans schnelle Internet angeschlossen ist." Er erhofft sich zudem, dass die Glottertaler durch das neue Breitbandnetz verstärkt zuhause im Home Office arbeiten, und dass sich die Verkehrssituation in der autogeplagten Gemeinde dadurch verbessert.

Vom ersten Kontakt mit Telekom-Regionalmanager Christopher Beußel bis zur Inbetriebnahme des neuen Netzes dauert es übrigens nur ein gutes Jahr. Beußel schwärmt von der "intensiven Zusammenarbeit mit Bürgermeister, Bauamt und der gesamten Gemeinde". Erst sie hat die schnelle Umsetzung ermöglicht. Selbst Udo Brinkmann in seinem weißen VW-Erdbeerkörbchen war in Glottertal einst nicht so flott unterwegs wie in den letzten Monaten die Macher in der Schwarzwaldgemeinde und die Telekom.

Eine starke Frau (Folge 57)

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Andrea Würzburger, Leiterin der Touristinformation Glottertal

Auch für Andrea Würzburger, Leiterin der Touristinformation Glottertal, ist das schnelle neue Netz ein Segen. Sie erklärt, wie groß der Bedarf ist: "In jedem Hotel erwarten die Gäste heute ein funktionierendes und schnelles WLAN. Und auch wir als touristische Organisation arbeiten ja praktisch nur noch im Netz. Für die Werbemittel, für den eigenen Webauftritt oder für Social Media brauchen wir einfach ein sehr schnelles Internet."

Denn Tourismus steht hier, zwischen den steilen Weinbergen, absolut im Mittelpunkt. Auch wenn die eigentlich größte Touristenattraktion des Ortes, die ehemalige Schwarzwaldklinik, überhaupt nicht ausgeschildert und damit gar nicht so einfach zu finden ist. Andrea Würzburger erklärt, warum: "Die Patienten und die Kurgäste in der Klinik sind ja hier, um sich zu erholen. Sie wollen keinen touristischen Rummel."

Das Geständnis (Folge 26)

Ganz Glottertal wird künftig mit schnellem Internet und WLAN versorgt. Ganz Glottertal? Nicht ganz. Drei-Sterne-Hotelier Karl-Heinrich Kunz vom "Landidyll Hotel Zum Kreuz" leistet ein klein wenig Widerstand, wie er gesteht.

Natürlich bietet er seinen Hotelgästen auch das schnelle WLAN an, "das ist für mindestens die Hälfte der Gäste mittlerweile wichtiger als der Fernseher auf dem Zimmer". Aber: Sein exzellentes Restaurant, das unter dem Motto "Begegnungen von Mensch zu Mensch" steht, schirmt er ganz bewusst vom WLAN-Signal ab. "Wir denken, dass die Leute zu uns zum Essen kommen sollen, und nicht, um sich am Tisch mit WhatsApp zu unterhalten. Sie sollen zur Ruhe kommen, miteinander reden" – und ihr Steak vom Hirschbäckle oder Dreierlei vom Schwarzwalder Reh genießen.

Wer sich – in seltenen Fällen – darüber beklagt, dem erklärt Karl-Heinrich Kunz humorig, dass es leider nicht anders geht: "Dann sage ich spaßeshalber gern, dass der Empfang schon beim Bau dieses Gebäudes vor gut 500 Jahren schlecht geplant wurde. Die Erbauer haben damals schon daran gedacht, dass es vielleicht nicht schlecht ist, beim Essen ein bisschen Ruhe von der ganzen Welt da draußen zu haben." Die Gäste in dem renommierten Restaurant müssen in Sachen Internet enthaltsam sein – so enthaltsam und brav, wie es Professor Brinkmann bei Schwester Christa nie geschafft hat.

In unserem Podcast sprechen wir ebenfalls über die Operation Breitband im Glottertal.

Mehr Info im Video:

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