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Georg von Wagner

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Oberirdische Glasfaserleitungen noch schneller zum Kunden

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Auch zu abgelegen Höfen und durch schwierigies Gelände verlegt die Telekom Glasfaser. Manchmal führt sie das Kabel über Holzmasten – und genau dafür gibt es eine neue spannende Technik.

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Ein Arbeiter verlegt Kabel über Masten.

Wenn die Telekom ihre Glasfaserleitungen fürs schnelle Internet verlegt, dann funktioniert das nach alter Väter Sitte so: Straße aufreißen, Kabel rein, Straße zuschütten, alles wieder in Ordnung bringen. Das hat sich bewährt, dauert aber lange, ist aufwändig, teuer, und nervt häufig die Menschen vor Ort. Aber: "Hilft ja nichts, muss ja sein" – möchte man meinen.

Doch mittlerweile gibt es bei der Telekom exzellente Alternativen zum klassischen Tiefbau. Beim Verpflügen von Kabeln wird ein nur wenige Zentimeter breiter Schlitz gefräst, in den die Leitungen gelegt werden. Dadurch lässt sich die Oberfläche viel einfacher, schneller und günstiger wiederherstellen.

Und statt Tiefbau ist auch der "Hochbau" eine Lösung, die immer interessanter wird – also das Verlegen von Glasfaser über oberirdische Leitungen. Wir verraten, wie das funktioniert, welche Vorteile es hat, und was der Erfinder des iPhone-Bildschirms damit zu tun hat.

Vorteil 1 – keine Tiefbauarbeiten

Das größte Plus der oberirdischen Glasfaserleitungen liegt auf der Hand. Denn dabei sind keine Tiefbauarbeiten erforderlich. Stattdessen werden die Glasfaserleitungen über die Holzmasten geführt, von denen die Telekom bundesweit ohnehin rund drei Millionen Stück mit einer Leitungslänge von über 100.000 Kilometern im Einsatz hat. Das funktioniert schnell und günstig.

Zudem ist es laut Mario Zerson, der bei der Telekom für die internationale Standardisierung verantwortlich ist, zum Beispiel im ländlichen Bereich eine hervorragende Lösung, "um etwas abgelegene Höfe anzuschließen".

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Ein Hof wird über Masten an die Glasfaser angeschlossen.

Und wenn irgendwann der benachbarte Hof auch ans Glasfasernetz will? "Dann", so Zerson, "fährt man nur noch mit einer Leiter raus und steckt den Kunden an. So ist man relativ schnell mit der Verdichtung fertig". Aber auch in anderen Regionen, in denen Tiefbauarbeiten schwierig oder zu teuer sind, zum Beispiel im Gebirge, kann diese Lösung als "Mast-have" zum Einsatz kommen.

Vorteil 2 – jede Menge Erfahrung

Die neue Technologie für die oberirdische Verlegung hat die Telekom zusammen mit dem Erfinder der modernen Glasfaser entwickelt, mit der US-Firma Corning.

Kurze Rückblende: Nachdem Kupferleitungen in den 60er Jahren langsam ans Ende ihrer Möglichkeiten gekommen sind, haben die Spezialisten aus dem Bundesstaat New York die erste verlustarme optische Glasfaser erfunden – bei der am Ende der Leitung immer noch ein Großteil des eingespeisten Lichtsignals ankommt.

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So simpel lässt sich ein Haus-Anschluss mit der MEhrfachbox einstecken.

Für die oberirdische Verlegung wird nun eine neu entwickelte Multiport-Box von Corning verwendet, in die die Leitungen beinahe so eingesteckt werden wie zuhause in eine Mehrfach-Steckdose. "Sie ist speziell für den Außenbereich konzipiert", erklärt Rebecca Miller vom Corning-Vertrieb das Plug-and-play-System, "und dann kann man mit dem Kabel bis zum Haus gehen".

Das ist wieder eine der findigen Lösungen der Glas-Spezialisten von Corning – die mit der Entwicklung des extrem harten "Gorilla Glass" für die Bildschirme des iPhones und anderer Smartphones weltbekannt wurden.

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Rebecca Miller vom Vertrieb der Firma Corning erklärt das Anschlusssystem.

Vorteil 3 – höchste Sicherheit

Das System wird bisher vor allem in den USA, in Kanada oder Australien eingesetzt, wo oberirdische Glasfaserleitungen große Distanzen überbrücken müssen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Staub, Verschmutzungen oder Regen können der Glasfaser und ihren Verbindungselementen nichts anhaben.

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Mario Zerson, Internationale Standardisierung Deutsche Telekom AG.

"So ein Mast ist fünf bis sieben Meter hoch", erklärt Telekom-Experte Mario Zerson, "da kommt man nicht ohne Weiteres ran. Und die eingesetzte Steckverbindung könnte man sogar unter Wasser tauchen, und auch dann wäre das noch sicher". Weiterer Vorteil: Weil die Glasfaser im Gegensatz zu Kupfer ein nichtmetallisches Medium ist, spielen auch Blitzeinschläge praktisch keine Rolle. Auch das macht die Technik wartungsärmer und weniger anfällig für Störungen.

Vorteil 4 – großes Potenzial

60.000 Kilometer Glasfaserleitungen will die Telekom allein im Jahr 2018 quer durch Deutschland verlegen – nach wie vor überwiegend im klassischen Tiefbau. Doch um Versorgungslücken zu schließen, um Wartezeiten zu verkürzen, und um eigentlich unrentable Projekte doch noch realisieren zu können, werden alternative Verlegemethoden immer wichtiger. Das Pflügen gehört ebenso dazu wie der oberirdische Glasfaserausbau.

Mario Zerson von der Telekom blickt zuversichtlich nach vorne: "Ich gehe davon aus, dass wir bei unseren derzeit drei Millionen Holzmasten einige haben, wo wir dieses System anhängen werden."

Mehr Info im Video:

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