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Hubertus Kischkewitz

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Glasfaser-Schulung: Ohne Spleiß kein Preis

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Wenn es im Sommer brütend heiß ist, schwitzen sie über ihren Glasfaserleitungen. Bei eisiger Kälte im Winter müssen ihre klammen Finger mit den hauchdünnen Fasern hantieren. Und häufig sind die Lichtverhältnisse in finsteren Kellern so schlecht, dass die Farbcodes der Leitungen kaum zu erkennen sind. Die Glasfaser-Monteurinnen und Monteure der Deutschen Telekom, die das schnelle Netz durch ganz Deutschland spannen, erledigen ihre Arbeit oft unter den schwierigsten Bedingungen. Wir verraten, wie die „heimlichen Helden des Internets“ geschult werden – und warum ihr Job nichts für Grobmotoriker ist.

Glasfaser-Monteure arbeiten oft bei schlechten Lichtverhältnissen und unter schwierigen Bedingungen.

Glasfaser-Monteure arbeiten oft bei schlechten Lichtverhältnissen und unter schwierigen Bedingungen.

Die Glasfaser in Deutschland boomt

Die Telekom betreibt Deutschlands größtes Glasfasernetz. Mit einer Länge von über 650.000 Kilometern reicht es rechnerisch etwa 16mal rund um die Erde. Und der Ausbau nimmt gerade noch mehr Fahrt auf. Allein im Jahr 2022 will die Telekom bundesweit rund zwei Millionen weitere FTTH-Anschlüsse verlegen. Bei dieser Technik („Fiber to the Home“) reicht die Glasfaser bis in die Häuser und Wohnungen, ohne dass dazwischen noch Kupferkabel liegen. Das bringt das Gigabit-Internet von morgen schon heute zu den Telekom-Kunden. Aber gerade bei diesem hohen Ausbautempo ist umso wichtiger, dass Qualität und Sorgfalt nicht auf der Strecke bleiben. Dafür sorgen die Ausbilder der Deutschen Telekom mit ihren Schulungen in den Glasfaserausbildungszentren Stuttgart und Hamburg.


Arbeit mit Glasfasern erfordert Feingefühl

Den Glasfaser-Boom spürt Georg Elsner vom Telekom-Training täglich am eigenen Leib. Er ist seit über 15 Jahren als Ausbilder in Stuttgart tätig. Und er verrät: „Wir merken das extrem hier am Schulungsbedarf.“ Die Telekom-Monteure, aber auch externe Techniker, erhalten hier Muffenschulungen oder Hauptverteilerschulungen. Sie lernen den Umgang mit FTTH-Anschlüssen oder mit Glasfaser-Endpunkten in den Häusern der Kunden. Weil die einzelnen Glasfaserstränge sorgfältig miteinander verbunden werden müssen, ist enorme Feinarbeit gefragt. Und die will gelernt sein.

Georg Elsner ist seit über 15 Jahren Monteurs-Ausbilder der Telekom.

Georg Elsner bildet seit über 15 Jahren Monteure der Telekom aus. Er weiß, worauf es beim Training ankommt.

Ohne Spleiß keinen Preis

Das Verbinden der Glasfasern nennen Experten „Spleißen“. Der Begriff stammt aus der Seefahrersprache und beschreibt ursprünglich eine „bruchfeste, dauerhafte, nicht lösbare Verbindung von Tauwerk“. Dauerhaft, nicht lösbar und hoffentlich auch bruchfest (obwohl es um Glas geht) sind auch die Glasfaserverbindungen im Telekom-Netz. Aber sie sind viel, viel feiner als Schiffstaue. Genau gesagt: Mit rund 250 Mikrometern (µm) Durchmesser ist eine Glasfaser zwei- bis dreimal dünner als ein menschliches Haar. Dieser Durchmesser ergibt sich durch einen Aufbau der Glasfaser in drei Schichten: durch das Kernglas, das Mantelglas sowie das sogenannten Coating, eine Schutzschicht aus Kunststoff.

Das Datensignal fließt mit Lichtgeschwindigkeit durch die Fasern – aber nur, wenn die Spleiß-Stellen so exakt gesetzt und quasi miteinander verschmolzen sind, dass das Licht ungetrübt ans Ziel kommt. Denn selbst die kleinsten Störungen und Unterbrechungen verlangsamen das Datensignal oder stoppen es komplett. Marcus Nickel vom Training der Telekom erklärt, worauf es ankommt: „Die größte Herausforderung ist natürlich, dass wir bei der Montage oder beim Beheben von Störungen immer wieder Zeitdruck haben. Und trotzdem bleibt Sorgfalt das Wichtigste.“ Dabei können erfahrene Monteure bis zu 100 exakt gesetzte Glasfaserverbindungen am Tag schaffen.

Glasfaser-Schulung bei der Telekom: Immer auf dem neuesten Stand der Technik

Immer auf dem neuesten Stand der Technik: Die Monteurs- Ausbildung der Deutschen Telekom erfordert Innovationsfreude und große Sorgsamkeit, wie Marcus Nickel vom Training der Telekom erklärt.

Die Glasfaser-Monteure und ihre Helfer

Hierfür haben die Techniker clevere Hilfsmittel zur Verfügung – zum Beispiel sogenannte Gas-Wasser-Stopper. Das sind Hülsen über den Kabeln, die als Abdichtelemente dafür sorgen, dass weder giftige Gase noch Wasser ihren Weg in die Glasfaserkabel finden und die Verbindung beeinträchtigen. Sie müssen in Haus-Verteilungskästen unbedingt eingesetzt werden. Solche Dichtungen werden auch in den Glasfaser-Muffen verbaut. Muffen sind keine schlecht gelaunten Techniker – sondern die Bestandteile im Netz, die die Glasfaserkabel miteinander verbinden und vor Schäden schützen.

Lichtsignale mit Laser vergleichbar

Die Lichtsignale, die durch die Glasfaser fließen, sind mit einem Laser vergleichbar – und damit ähnlich gefährlich für das Augenlicht. Zum Grundwissen für Telekom-Monteure gehört deshalb, dass sie niemals in „aktive“ oder „beschaltete“ Glasfasern schauen dürfen, durch die gerade ein Datensignal fließt. Davor warnt auch Ausbilder Marcus Nickel: „Man darf nicht in offene Faserenden hineinschauen. Und das Erste ist natürlich, dass man ein Prüfgerät hat, um erstmal zu schauen, ob vielleicht doch Betrieb auf der Faser ist.“ Ein kleines Messgerät beugt dabei die Glasfaser. Wäre sie aktiv, würde an dieser Stelle Licht aus der Faser und der Isolierung austreten. Die Meldung auf dem Bildschirm muss also immer lauten: „Kein Signal.“

Neue Produkte, neue Schulungen

In den Schulungszentren ist „live“ zu sehen, wie enorm schnell sich die Technik bei der Telekom weiterentwickelt. Denn für die Ausbildung hängen hier Geräte aus den verschiedensten Generationen an der Wand. Und man staunt, dass beispielsweise zwei Hausanschlusskästen, bei denen sich die Größe mehr als halbiert hat, nur vier Jahre auseinander liegen. Die Technikerinnen und Techniker werden dabei sowohl an den alten als auch an den neuesten Geräten geschult, so Trainer Georg Elsner: „Alles, was unseren Kollegen im Netz begegnet, müssen sie in den Schulungsräumen in Stuttgart oder Hamburg lernen.“

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Die Arbeit mit Glasfasern erfordert Feingefühl und große Lernbereitschaft, denn immer wieder neue Produkte machen stetig neue Schulungen erforderlich.

Die Telekom setzt Maßstäbe bei der Ausbildung

Die Ausstattung in den Schulungszentren ist dabei immer auf dem neuesten Stand, wie Ausbilder Marcus Nickel berichtet: „Wir haben engen Kontakt zu den Kollegen aus den Laboren und Werkstätten, die für die Entwicklung der Produkte zuständig sind. Von denen bekommen wir die neuesten Informationen und die Produkte, um diese schulen zu können.“ Dass die Telekom bei der Ausbildung Maßstäbe setzt, zeigen auch die vielen Anfragen und Besuche in den Schulungsräumen. Hier sind bisweilen auch externe Firmen und Organisationen wie das Technische Hilfswerk zu Gast. Denn auch die Helfer des THW sind bei ihren Einsätzen zum Beispiel in Flutgebieten häufig mit Telekom-Technik konfrontiert. Sie sollten deshalb zumindest die Grundlagen des Netzes kennen. Die Feinarbeit bleibt aber den Monteurinnen und Monteuren der Telekom und anderer Firmen überlassen, die hier ihr Handwerk lernen. Sie sind nach der Ausbildung in der Lage, Glasfasern haargenau zu verbinden – und das bei 250 Mikrometern Stärke im wahrsten Sinne des Wortes.

Mehr zum Thema gibt's in diesem Video:

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20220301_Glasfasertipps für den Hausbau-Teil 1_4

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Georg von Wagner

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