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Hubertus Kischkewitz

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Hier lernen Techniker Glasfaser zu montieren

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Um die filigrane Glasfaser fehlerfrei zu montieren, müssen Techniker erst in einem Schulungszentrum üben. Wir geben Einblicke in die Ausbildungsstätte bei Stuttgart.

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Das Spleißen von Glasfaser muss geübt werden.

Strom, das weiß jedes Kind, kommt aus der Steckdose. Und das Internet kommt aus der Datenleitung der Telekom. Aber wie funktioniert das eigentlich? Wie gelangen die Daten für das schnelle Netz in die Leitung, und das mittlerweile beinahe in jedem deutschen Haus?

Frei nach der "Sendung mit der Maus" könnte man daraus die "Sendung mit dem Haus" stricken, die die Sache mit den Glasfaserleitungen erklärt, die die Menschen mit dem Internet verbinden.

Der beste Ort, um dieses Rätsel zu lösen, ist das Schulungszentrum der Deutschen Telekom in Stuttgart. Denn dort lernen die Monteurinnen und Monteure, die Technikerinnen und Techniker, wie schnelle Glasfasernetze funktionieren, und wie sie aufgebaut werden.

In der Betriebsstelle

Georg Elsner ist seit über 25 Jahren Ausbilder bei der Telekom. Er kann die Aufgabe eines Glasfasermonteurs genau erklären: "Er muss die einzelnen Glasfaser-Komponenten über Schweißgeräte und andere spezielle Gerätschaften und Werkzeuge verbinden."

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Georg Elsner, Deutsche Telekom Fachqualifizierung Technik

Ausgangspunkt in einer der 7.500 Betriebsstellen, die die Telekom in ganz Deutschland nutzt, ist dabei immer der so genannte Optical Line Terminator (OLT). An diesem Gerät beginnt quasi die Verteilung des Lichtsignals, das die Daten transportiert, an die Kunden.

Georg Elsner drückt das auf gut Schwäbisch so aus: "Wo das Licht praktisch rauskommt und die Anschlüsse realisiert werden." Vom OLT aus wandern die Lichtsignale - immer noch in der Betriebsstelle - zum Hauptverteiler (HVt), der in einem riesigen Stahlregal mit endlos vielen Kabeln die DSL-Anschlüsse der Kunden schaltet. Im Keller befinden sich dann noch die Aufteilungsmuffen, über die das Lichtsignal die Betriebsstelle Richtung Kunden verlässt.

Auf dem Weg zum Kunden

Von der Telekom-Betriebsstelle aus führen die Hauptkabel, wiederum geführt durch Muffen, zu den einzelnen Netzverteilern - also zu den großen grauen Schränken am Straßenrand, die jeder kennt. "Die Netzverteiler verbinden über Rohre die einzelnen Häuser", erklärt Glasfaser-Experte Georg Elsner. Genauer gesagt: Von den Netzverteilern aus führen in aller Regel sieben Millimeter dicke Kunststoffröhrchen, die deshalb 7er-Röhrchen genannt werden, zu den Häusern der Kunden.

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Vor einem Netzverteiler zeigt Georg Elsner die Röhrchen, in die die Glasfaser eingejettet wird.

In diese Röhrchen werden die Glasfasern, die etwa so dünn sind wie ein menschliches Haar, per Druckluft eingeblasen. Fachleute sprechen hier vom "Einjetten" - "Jet" wie Luftstrom. Diese Leitungen führen zu den Anschlusspunkten in den Häusern, und von dort aus zu den Buchsen der Telekom in den Wohnungen der Kunden. Damit haben die Daten dann in Lichtgeschwindigkeit ihr Ziel erreicht.

Glasfaser will gelernt sein

Im Telekom-Schulungszentrum trainieren die angehenden Glasfaser-Monteurinnen und Monteure mit allen so genannten Netzabschlusspunkten bzw. Hausanschlüssen verschiedener Hersteller, die die Deutsche Telekom verwendet. Und auch alle weitere Hardware, die beim Aufbau von Glasfasernetzen zum Einsatz kommt, ist hier quasi "live" vorhanden.

Königsdisziplin ist dabei das Verbinden von Glasfasern. Dieses Verschweißen erfordert enorm viel handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl. Und manchmal muss bei dieser Feinarbeit auch die Pinzette helfen. Marcus Nickel, seit 2012 Telekom-Glasfasermonteur und mittlerweile auch Ausbilder in Stuttgart, hat diese diffizile Aufgabe längst perfektioniert.

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Markus Nickel, Deutsche Telekom Technik

Trotzdem gibt er zu, dass ihn ein Aspekt seiner Arbeit immer noch ein wenig nervös macht: "Wenn gerade ein Kabel abgerissen ist, und wir das wieder richten müssen, dann haben wir natürlich einen gewissen Zeitdruck. Aber damit müssen wir als Monteure umgehen."

Die Ausbildung der Telekom

Praktische Übungen und immer wieder Qualitätskontrolle - das sind die Schwerpunkte der Telekom-Schulungen in Stuttgart. Denn wenn beispielsweise zwei Glasfasern nicht perfekt miteinander verbunden oder zu stark gebogen sind, kann das Lichtsignal nicht ungestört fließen, und die Leitung transportiert die Daten nicht mehr mit maximalem Tempo. Dann sprechen Experten wie Georg Elsner von einer zu ungewöhnlichen "Dämpfung" des Signals. Deshalb gibt es hier unter anderem Prüfgeräte, die messen, wie stark diese Dämpfung ist. Baugruppen, Muffen, Netzabschlusspunkte und vieles mehr - in Stuttgart bauen die Schüler praktisch ihre eigenen Glasfasernetze auf, die dann von den Ausbildern exakt überprüft werden.

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Das Prüfgerät deckt auch kleinste Fehler in der Montage auf.

Bei den Schulungen können allerdings nur die Grundlagen vermittelt werden, weiß Ausbilder Georg Elsner. Denn am Ende ist es bei der Glasfasermontage nicht anders als beim Führerschein - die Praxis und die Routine holt man sich erst auf der Baustelle. In den Genuss der Schulungen kommen an rund 140 Trainingstagen im Jahr mehr als 1.000 Teilnehmer - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom ebenso wie Monteure, die im Auftrag anderer Firmen am Telekom-Netz arbeiten.

Wenn am Ende bei der Qualitätskontrolle die Daten schnell und fehlerfrei fließen, haben sie ihr Ziel erreicht. Dass die Monteure dann eine große Muffen-Sause feiern, ist allerdings nur ein Gerücht.

Das Video führt durch das Ausbildungzentrum für Glasfasermontage

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Hubertus Kischkewitz

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