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André Hofmann

Schloss Burg: Der unsichtbare Antennenmast

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Altes Schloss, aber schnelles Netz. Wie Telekom und Denkmalschutz zusammenarbeiten, um den Mobilfunk auf einer Burg zu modernisieren.

Derzeit verwandelt die Deutsche Telekom den 2G-Mobilfunk von Schloss Burg in eine moderne LTE -Anlage.

Derzeit verwandelt die Deutsche Telekom den 2G-Mobilfunk von Schloss Burg in eine moderne LTE-Anlage.

Ein Schloss oder eine Burg? Wer sich für eine repräsentative Altbau-Immobilie interessiert, muss sich in aller Regel entscheiden. Die Ausnahme steht in Solingen. Dort thront 110 Meter über der Wupper das Schloss Burg, das Wahrzeichen des Bergischen Landes – und Nordrhein-Westfalens größte rekonstruierte Burganlage. Das imposante Bauwerk wurde vermutlich um 1133 als Stammburg der Grafen und späteren Herzöge von Berg fertiggestellt. Im 16. Jahrhundert ließen die Herrscher ihren Wohnsitz mit Fachwerk, Erkern und Türmchen veredeln.

So verwandelte sich die karge Burg in ein opulentes Schloss. Und das Verwandeln geht auch in der Neuzeit weiter. Denn derzeit verwandelt die Deutsche Telekom den beinahe schon antiken 2G-Mobilfunk von Schloss Burg in eine moderne LTE-Anlage.

Wir verraten, warum die Besucher ab 2020 von dieser Technik nichts sehen werden - außer dem LTE-Empfangssignal auf ihren Smartphones.

Wie sich Schloss Burg über die Zeit gewandelt hat

Umgebaut und neu gebaut wurde auf Schloss Burg immer wieder. Im 19. Jahrhundert verfiel die Anlage. Erst zwischen 1890 und 1914 wurde die Ruine mit Mitteln des deutschen Kaiserhauses wiederaufgebaut. Seit 2014 werkeln die Bauarbeiter erneut, bis 2021 soll die 32 Millionen Euro teure Renovierung abgeschlossen sein. Gegenüber moderner Technik waren die Ritter und Burgfräulein hier nie abgeneigt.

Schon ab 1500 ließ Wilhelm von Jülich-Berg den Saalbau aus- und umbauen, um seine Jagd- und Feiergäste nobelst beherbergen zu können. Er ersetzte die düsteren Lichtschlitze durch große, helle Fenster, und verlängerte die Küche um vier Meter. Später wurde ein moderner Geschützturm errichtet. Und im 19. Jahrhundert zogen eine Waffenfabrik, eine Mühle, eine Wollspinnerei und die erste Schule des Ortes ein.

Ganz so alt ist die 2G-Sendeanlage auf dem Bergfried des Schlosses, also auf dem großen Aussichtsturm, zwar nicht. Aber auch hier wird es Zeit für moderne, leistungsfähige Technik.

Warum Schloss Burg dringend LTE braucht

Ostermarkt, Ritterspiele, Mittelaltermarkt, Adventsbasar, Theateraufführungen oder die Ausstellungstücke des dort untergebrachten Bergischen Museums – auf Schloss Burg herrscht immer Hochbetrieb. Das lockt jährlich mehr als 300.000 Besucher an - und rund 100 Hochzeitspaare, die sich hier jedes Jahr das Ja-Wort geben. Die meisten Gäste wollen ihre Fotos und Videos möglichst schnell auf Instagram und YouTube teilen - oder sich mit der hochmodernen "Schloss Burg"-App für iOS und Android auch virtuell in dem Bauwerk umschauen.

Per App erfahren die Besucher, welche Geschichten die Wandgemälde im Rittersaal erzählen. Oder sie können sich ansehen, wie es vor über einhundert Jahren hier aussah. Bisher klappt der Download vor Ort aber nicht. Denn die 2G-Sendeantenne der Telekom ist zwar sehr pittoresk im Fahnenmast des 32 Meter hohen Bergfrieds versteckt. Motto: Aber bitte mit Fahne! Doch der Edge-Empfang ermöglicht zwar Telefonieren und SMS, aber Smartphone-Surfen ist damit praktisch nicht möglich.

Warum die neue Mobilfunk-Antenne nicht zu sehen ist

Ab 2020 hat die Antenne im Fahnenmast, die bisher allenfalls auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen war, endgültig ausgedient. Gregor Ahlmann vom Schlossbauverein Burg an der Wupper kennt die größte Herausforderung beim Einbau moderner LTE-Technik: "Wir haben den Turm ja gerade frisch saniert, unter strenger Beobachtung der Denkmalpflege. Und dementsprechend sind auch die Standards hoch, was den Einbau von technischer Infrastruktur angeht." 

Die neue Antennenanlage sollte deshalb nicht einmal auf den zweiten oder dritten Blick sichtbar sein, sondern gar nicht mehr - außer per LTE-Signal auf den Smartphones der Besucher.

Und Gregor Ahlmann kennt darüber hinaus ein echtes Hindernis, vor dem die Telekom-Mitarbeiter stehen: "Der Turm hat natürlich keinen Aufzug. Alle Bauteile müssen also händisch die engen, schmalen Treppen hochgetragen werden." Der Technikraum befindet sich quasi in der sechseinhalbten Etage des sechsstöckigen Bauwerks - auf dem Dachboden, zu dem die Besucher keinen Zugang haben, und der nur über eine schmale Holzleiter erreichbar ist. Dort ist tatsächlich nur Platz für das Allernötigste.

Denkmalschutz und Telekom sind sich einig: die Antenne wird unter das Dach verlegt.

Denkmalschutz und Telekom sind sich einig: Die Antenne wird unter das Dach verlegt.

Wie das Schloss-LTE jetzt funktioniert

Frank Weinbrenner, der kommunale Ansprechpartner der Telekom hier in der Region, kann in vier Worten erklären, warum die neue LTE-Antenne für die Besucher von Schloss Burg so unsichtbar sein wird, als hätte Harry Potter seinen berühmten Tarnumhang darüber geworfen: "Sie kommt unters Dach." Die hochmoderne Mehrband-Anlage mit sieben eingebauten elektrischen Antennen wird unter der Dachhaut des Bergfrieds montiert, sodass man sie von außen nicht sehen kann. Damit erfüllt die Telekom die strengen Auflagen des Denkmalschutzes.

Und weil der Turm mit 32 Metern Höhe die Umgebung exzellent abdeckt, bietet die neue Anlage auch unter dem Dach genug Sende- und Empfangsleistung. Frank Weinbrenner verrät, warum eine ähnliche Lösung wie bisher mit dem Fahnenmast nicht erneut möglich war: "Die neuen Antennen, die wir hier aufbauen, werden erheblich größer sein als bisher. Sie würden also deutlich mehr in Erscheinung treten." Und das ist mit dem Denkmalschutz nicht zu vereinbaren.

Was die Einwohner nahe dem Schloss davon haben

Mit Einwohnern sind nicht die Ritter oder Burgfräulein gemeint, die womöglich heute noch durch die historischen Räume spuken - sondern die Menschen, die in Solingen unterhalb des Schlosses wohnen. Denn sie werden vom Bergfried aus ebenfalls mit LTE versorgt. "Der Bergfried hat eine sehr exponierte Position in diesem sehr zerklüfteten Bereich von Solingen", weiß Kommunalbeauftragter Weinbrenner. "Und wir von der Telekom sind hier der einzige Flächenversorger."

Die Abdeckung mit Breitband-Mobilfunk wird sich hier also deutlich verbessern, wenn die Anlage voraussichtlich im Frühjahr 2020 in Betrieb geht. Und das gilt nicht nur für die Kunden der Deutschen Telekom, sondern auch für die Nutzer von Vodafone und Telefónica/O2. Denn das neue Schloss-LTE ist ein Projekt, dass die Telekom für alle drei großen deutschen Netzbetreiber durchführt. Damit können noch mehr Besucher und Einwohner das schnelle Internet aus dem Bergfried nutzen - vom malerischsten Mobilfunk-Standort Deutschlands aus, den man aber gar nicht sieht.

Die ganze Geschichte jetzt auch im Podcast hören.

Mehr Infos zum Mobilfunk auf Schloss Burg im Video

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André Hofmann

Andre Hofmann, von 2008 bis 2020 Pressesprecher bei der Deutschen Telekom.

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Lena Raschke

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