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Markus Jodl

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Nahbereichsausbau: Große Städte, große Bandbreite

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Auf dem Land hat die Telekom viel erreicht, aber in der Stadt? Hier können sich viele Kunden in den sogenannten Nahbereichen freuen. Was das bedeutet, steht hier.

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Für den Nahbereichsausbau wird ein Multifunktionsgehäuse abgeladen

In der Vergangenheit durften Anschlüsse von Kunden, die in einem der so genannten Nahbereiche liegen, nicht mit Breitband ausgebaut werden. Das ändert sich aber jetzt. Mit dem Nahbereichsausbau der Telekom können sechs Millionen deutsche Haushalte schnelleres Internet mit bis zu 250 Mbit/s bekommen. Und wir erklären, wie das in einer Großstadt wie beispielsweise München funktioniert.

Motto: Große Städte, viele Nahbereiche mit großen Bandbreiten.

Was ist ein Nahbereich, und warum muss er ausgebaut werden?

In ganz Deutschland betreibt die Telekom rund 7.500 Betriebsstellen, die im Volksmund auch heute oft noch "Vermittlungsstellen" genannt werden - so wie früher, als dort das Fräulein vom Amt die Gesprächspartner zusammenstöpselte.

Über diese Betriebsstellen, die längst hochmodern ausgestattet sind, läuft der gesamte Internet- und Telefonverkehr der Kunden. Und jeder Anschluss, bei dem der zuständige Telekom-Verteilerkasten maximal 550 Meter von der Vermittlungsstelle entfernt liegt, gehört zum so genannten Nahbereich. Dabei zählt übrigens die Kabellänge.

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Der Kabelschacht muss erst angebohrt werden

Aus regulatorischen Gründen durfte die Telekom hier bisher keinen Glasfaser-basierten Vectoring-/Supervectoringausbau umsetzen. Deshalb war im besten Fall schon bei 50 Mbit/s Schluss. Tempolimit in der Großstadt! Oder auch: Große Städte, kleine Bandbreite.

Ab dem ersten Quartal 2020 ist diese Beschränkung passé. Denn dann ist der Nahbereichsausbau weitgehend abgeschlossen, den wir hier im Blog noch näher erklären.

Was passiert jetzt in München und in anderen deutschen Großstädten?

Seit der Breitbandausbau in den Nahbereichen erlaubt ist, schafft die Telekom in drei bundesweiten Bauabschnitten die Voraussetzungen, dass die sechs Millionen betroffenen Haushalte bis zu 250 Mbit/s schnelle Glasfaseranschlüsse bekommen können. Für die Kunden bedeutet das: Dank modernem Super Vectoring bis zu fünfmal schnelleres Internet als bisher.

Dafür verlegt die Telekom bundesweit knapp 6.000 Kilometer Glasfaser und stellt mehr als 20.000 neue Multifunktionsgehäuse (MFG) auf - das sind die großen grauen Kästen, die meist am Rand des Bürgersteigs stehen. Im letzten Abschnitt des Nahbereichsausbaus, in der dritten Tranche, sind nun auch die Kernbereiche der großen Städte dran.

Hier wohnen drastisch mehr Kunden in einem Nahbereich als auf dem Land. Allein im westlichen Münchner Stadtteil Laim, in dem jetzt die Arbeiten laufen, leben 3.500 Haushalte in einem einzigen Nahbereich - eine enorme Zahl von Menschen, die künftig mit Top-Tempo surfen können.

Ist der Ausbau in der Stadt komplizierter als auf dem Land?

Auf jeden Fall - so lässt sich die Antwort von Thomas Wenk zusammenfassen, der sich als Baubegleiter um dieses Projekt kümmert. Er erklärt: "Wir haben hier mehrere Wohnblocks um uns herum, viel Fußgängerverkehr, viel Autoverkehr - und viele unterirdische Versorgungsleitungen für Strom, Gas oder Wasser, die dann eventuell im Weg liegen oder stören."

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Thomas Wenk, Baubegleiter Siticom

Von den erforderlichen Genehmigungen bis hin zu parkenden Autos, die den Zugang zu Baustellen versperren - der Weg zum Glasfaseranschluss ist gerade in großen Städten oft ein wahrer Hindernislauf.

Wie funktioniert der Ausbau, und was ist dafür nötig?

Herz- und Kernstück der neuen Highspeed-Anschlüsse ist das Multifunktionsgehäuse (MFG) - dessen Abkürzung nicht für "Mit freundlichen Grüßen" steht, sondern quasi für "Mit flotter Glasfaser". Es ersetzt häufig den bisherigen kleineren grauen Kasten, den Kabelverzweiger.

Wenn an dessen Standort nicht genug Platz ist, oder wenn der alte Verzweiger beispielsweise auf Privatgrund steht, wird das neue MFG oft auch daneben gesetzt, als so genannter "Nebensteller". Das Aufstellen des neuen großen Kastens, so wie unlängst in München-Laim, ist einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zu schnelleren Internetanschlüssen in Deutschlands Städten.

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Das Plakat auf dem Multifunktionsgehäuse erklärt dessen Innenleben

Worum es dabei geht, zeigt häufig ein Poster auf dem neu aufgestellten MFG, das den Bürgern bereits ankündigt, dass es gute Nachrichten für sie gibt: "Ich stehe (hier) für schnelles Internet." Hier erfahren sie auch, wo sie sich über den Ausbau näher informieren können, nämlich unter www.telekom.de/schneller.

Wenn der Kasten steht - können die Kunden dann sofort schneller surfen?

Ein wenig Geduld ist nach dem Aufstellen des neuen Multifunktionsgehäuses noch nötig. Denn was man von außen nicht sieht: Zunächst ist der Kasten innen komplett leer. Bauleiter Stefan Wetzl erklärt, was noch alles passieren muss: "Über Lehrrohre wird das neue MFG an das Glasfasernetz und an das Stromnetz angeschlossen." Bei einem Nebensteller ist außerdem eine Kupferverbindung zum bisherigen Kabelverzweiger erforderlich.

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Stefan Wetzl, Bauleiter Nibler

Die Glasfaserleitungen, die in kleinen Plastikröhrchen sitzen, den Speedpipes, werden per Druckluft von der Vermittlungsstelle bis zum Multifunktionsgehäuse geblasen. Zudem muss das neue MFG noch mit seiner kompletten internen Technik ausgestattet werden, die Inbetriebnahme muss mit den Wettbewerbern abgestimmt werden, und die verfügbaren neuen Tarife müssen in den EDV-Systemen der Telekom überhaupt erst buchbar gemacht werden. Da wir grundsätzlich alle MFG einer Betriebsstelle an einem bestimmten Tag umschalten, müssen wir damit warten, bis wirklich auch der letzte Kasten am Netz ist.

Es sind viele kleine Schritte bis zum großen Ziel. Und deshalb kann das Umstellen eines Nahbereichs, bis der Kunde dann tatsächlich das schnelle Internet nutzen kann, bis zu einem Jahr dauern. Aber die Geduld, das Warten aufs neue Großstadt-Tempo ohne Limit - sie lohnen sich!

Ob zu Hause oder unterwegs - die ganze Geschichte bequem im Podcast hören.

Mehr Hintergrund-Info im Video

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