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Lena Raschke

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Breitband für Spiekeroog: Das Eiland als iLand

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Auch die fernsten Ecken der Republik wollen Breitband-Versorgung. Um das zu schaffen, braucht es findige Techniker und besondere Lösungen. Wie im Fall von Spiekeroog.

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Unternehmenssprecherin Lena Raschke vor dem Inselhaus auf Spiekeroog

Im Laufe eines Jahres kommen auf jeden der gut 800 Einwohner der wunderschönen ostfriesischen Insel Spiekeroog über 100 Touristen. Rund 90.000 Menschen sind hier jährlich zu Gast. Und so gut wie alle wollen ihre Fotos und Videos vom berühmten "Alten Inselhaus" aus dem Jahr 1705, von den Dünen an der Strandhalle oder von der Gedenkstätte mit dem (für Nicht-Ostfriesen) faszinierenden Namen Drinkeldodenkarkhoff möglichst schnell an ihre Liebsten zuhause schicken.

Damit das klappt, braucht auch so eine kleine Insel mit relativ wenigen Einwohnern eine leistungsfähige Internet- und Mobilfunkversorgung. Darum kümmert sich die Deutsche Telekom mit cleverer Technik, die dafür sorgt, dass iPhone, iPad & Co. hier bestens angebunden sind. So wird das Eiland quasi zum iLand.

Wir verraten, wie das Breitband auf der Insel funktioniert, und wie die Daten aus dem niedersächsischen Wattenmeer hinauskommen in die weite Welt.

Spiekeroog wird per Richtfunk versorgt

Anfang der Neunziger Jahre wurden fast alle ostfriesischen Inseln mit Glasfaser ans Festland angebunden. Eine der Ausnahmen bildet dabei Spiekeroog, das bis heute per Richtfunk versorgt wird. Die beiden Richtfunkstationen der Insel befinden sich am Polizeimast direkt am Hafen, und auf dem Dach der Vermittlungsstelle der Telekom. Das Gegenstück, das die Signale empfängt, steht auf dem Festland in Esens, rund 15 Kilometer weit entfernt.

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Spiekeroogs Richtfunkantenne

Richtfunk über Wasser, ohne dass Häuser oder Bäume im Weg stehen - das klingt nach perfekten Bedingungen. Ganz so einfach ist es aber nicht, weiß Frank Stockmann, Richtfunk-Experte der Telekom. Er kann fachkundig erklären, dass sich Richtfunk in bis zu 20 Meter hohen Ellipsen ausbreitet - denen manchmal sogar Schiffe und Fähren im Weg stehen.

Zweites Problem, weiß Frank Stockmann: "Außerdem kommt es beim Richtfunk zu Reflexionen, insbesondere über Wasser. Das hat zur Folge, dass der Richtfunkstrahl zu unterschiedlichen Zeiten auf die Empfangsantenne aufläuft." Und das kann dazu führen, dass die Übertragung nicht mehr funktioniert. Aber auch dafür hat die Telekom auf Spiekeroog eine clevere Lösung gefunden, mit mehreren Antennen, die am Funkmast untereinander hängen. Vorteil, so Richtfunk-Spezialist Stockmann: "So hat mindestens immer eine der Antennen optimale Empfangsverhältnisse. Und dadurch erreichen wir tatsächlich eine sehr hohe Qualität."

Was kann Richtfunk eigentlich?

Richtfunk - das klingt für Laien immer ein wenig nach Notlösung, wenn sich keine Glasfaseranbindung realisieren lässt, oder wenn sie zu teuer wäre. Aber von wegen: Der Richtfunk ist alles andere als ein Schlichtfunk, und hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Und so sind die 15 Kilometer Distanz von Spiekeroog nach Esens für die Telekom-Techniker zumindest in Sachen Entfernung ein Klacks. "Die längste Strecke, die wir gebaut haben, ist 100 Kilometer lang", verrät Frank Stockmann stolz. Auch Helgoland ist über eine 63 Kilometer lange Richtfunkverbindung angebunden.

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Der Telekom-Standort auf Spiekeroog

Und wie schnell ist so eine drahtlose Strecke? Die Antwort des Telekom-Experten überrascht: "Ich habe 1990 angefangen, damals hatten wir Übertragungsbandbreiten von 34 Megabit. Und da waren wir schon stolz. Heute ist es üblich, ein Gigabit zu übertragen. Und derzeit sind wir dabei, ein 100-Gigabit-System zu testen." Sogar 5G ist künftig möglich. "Der Richtfunk wurde schon einige Male totgesagt, aber wir haben überlebt", freut sich Technikfuchs Stockmann.

Auch Spiekeroog bleibt auf dem neuesten Stand

Spiekeroog ist (gottlob) nicht das Epizentrum des Hightech. Um die Umwelt und die Menschen zu schonen, ist die Insel bis auf ein paar Rettungs- und Elektrofahrzeuge für Feuerwehr und Gewerbe autofrei. Es gibt keinen Flugplatz - und der Bollerwagen ist immer noch das klassische Transportmittel für Gepäck und für Kinder.

Die Telekom hält ihre Infrastruktur für Telefon, Internet und MagentaTV allerdings immer auf dem neuesten Stand. Erst kürzlich hat Netztechniker Dennis Jung in der Vermittlungsstelle den veralteten Verteiler für die Glasfaserleitungen der Insel durch neue Hardware ersetzt: "Der Verteiler war alt und hatte keine Kapazitäten mehr frei. Deswegen wurde der neue Verteiler aufgebaut, auf dem wir wesentlich mehr Kapazitäten haben, und auf dem wir besser arbeiten können." Mit der Umschaltung begann der junge Techniker nachts um drei, damit die Versorgung möglichst wenig beeinträchtigt wird. Denn: "Wir haben pro Kunde zwar nur eine Downtime von einer Minute. Aber es ist natürlich trotzdem doof, wenn im Nachmittagsprogramm der Fernseher ausgeht."

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Dennis Jung, Netztechniker Telekom

Schon nach einer Dreiviertelstunde war alles erledigt, und die Kunden wieder am Netz. Oder, wie es Dennis Jung ausdrückt: "Alles wieder schick!" Bei dem Umbau ging es darum, die Technik zu harmonisieren, die die Telekom bundesweit einsetzt - um irgendwann auf einer einheitlichen Verteilerstruktur arbeiten zu können.

Noch bessere Versorgung für Spiekeroog geplant

Wie gesagt, derzeit gibt es zwei Standorte für die Festnetz- und Mobilfunkversorgung auf Spiekeroog - den Polizeimast am Hafen und die Antennen auf dem Dach der Telekom-Vermittlungsstelle. Künftig soll ein dritter Standort dazukommen und alles noch "schicker" machen, wie es der pfiffige Techniker Dennis Jung ausdrücken würde.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, die Geschwindigkeit zu steigern - sondern vor allem darum, auch künftig genug Kapazitäten für die Versorgung der vielen Besucher bereitstellen zu können, die alle ihre Insel-Erlebnisse auf Instagram, Facebook oder YouTube teilen wollen. Gespräche der Telekom mit der Gemeinde über einen weiteren Standort laufen, haben bisher aber noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt.

Denn wie immer gilt: Alle wollen schnellen Mobilfunk - aber niemand will einen Mobilfunkmast in seinem Ort.

Die ganze Geschichte jetzt auch im Podcast anhören.

Wie die Umschaltung vom alten auf neuen Verteiler ablief und mehr Infos im Video

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Stefanie Halle

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