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Sandra Döring

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3G geht – was heißt das für unsere Kund*innen?

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Christian Kühner, Tribe-Leader Mobilfunk bei der Deutschen Telekom, beantwortet die zehn wichtigsten Fragen zur 3G-Abschaltung im Sommer. Und er erklärt, warum Telekom-Kund*innen keine Angst haben müssen, ab 30. Juni im Funkloch zu sitzen.

Zwei Mobiltelefone

Aus für UMTS! Welche Neuerungen kommen nun auf Kund*innen zu?

Tschüss und danke, 3G – es war schön mit dir! Oder, wie Andrea Bocelli singen würde: „Time to say Goodbye!“ 17 Jahre nach dem Start in Deutschland schaltet die Telekom ab 30. Juni 2021 das Mobilfunknetz der dritten Generation ab – also 3G, auch UMTS genannt. Die Frequenzen der heutzutage nicht mehr zeitgemäßen Technologie werden künftig für die Versorgung der Telekom-Kund*innen mit 4G/LTE und mit 5G genutzt. Das neue Motto nach dem Abschied von „3 geh“ lautet „LTE für alle“.

1. Warum schaltet die Telekom 3G ab?

Keine Technik, vom Röhrenfernseher bis zum Diaprojektor, bleibt für immer aktuell. Und so wird nun auch 3G, das beim Surfen maximal Downloads mit 42 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ermöglicht hat, von besseren und schnelleren Nachfolgern abgelöst. Zum Vergleich: LTE bzw. 4G schafft bis zu 300 Mbit/s.

Experte Christian Kühner erklärt das so: „Wir als Deutsche Telekom möchten unseren Kund*innen ein möglichst schnelles Mobilfunknetz anbieten. Und das geht am besten mit modernen Technologien wie 4G und 5G. Damit das bei Kund*innen auch schnell ankommt, müssen wir Frequenzen anders nutzen, die heute von 3G belegt sind. Und wenn ich 3G abschalte, kann ich diese Frequenzen für moderne Technologien verwenden.“

3G macht auf der Datenautobahn also Platz frei für 4G und 5G – die dann auf der Überholspur freie Fahrt haben. Um im Bild zu bleiben, so Christian Kühner: „Das heißt, wir haben gedanklich das Tempolimit entfernt.“

2. Müssen Kund*innen befürchten, dass sie nach dem 30. Juni im Funkloch sitzen?

Der allergrößte Teil der Telekom-Kund*innen nutzt längst das bereits 2010 eingeführte 4G/LTE – oder sogar schon 5G. Aber auch Kund*innen in den wenigen Regionen Deutschlands, die bisher noch auf 3G angewiesen sind, müssen keine Angst haben, künftig im Funkloch zu stecken. Mobilfunk-Spezialist Kühner hat zwar Verständnis für solche Befürchtungen: „Also erstmal verstehe ich die Sorge gut, weil ich auch immer zucke, wenn ich 3G im Display sehe – und mir denke, lieber hätte ich schnelleres Internet, aber scheinbar gibt es hier ja nur 3G.“

Zum Glück kann er Entwarnung signalisieren: „Tatsächlich ist die Sorge unbegründet, weil wir in den letzten Monaten, im letzten Jahr, wahnsinnig viele Standorte umgerüstet haben. Deshalb steht dort, wo in der Vergangenheit nur 3G war, schon heute schnelleres 4G oder 5G zur Verfügung. Und bis Mitte des Jahres, wenn wir 3G abschalten, werden wir damit einmal durch Deutschland durch sein. Das heißt, wir bauen zuerst die schnellere Technologie auf – bevor wir 3G abschalten.“

3. Müssen Telekom-Kund*innen irgendetwas tun, damit sie auch künftig mobil telefonieren und surfen können?

„Die gute Nachricht ist: Eigentlich nicht!“, versichert Christian Kühner. Denn: „Die meisten unserer Kund*innen verfügen über Handys, die nur ein paar Jahre alt sind. Seit mehr als zehn Jahren können die Handys eigentlich alle 4G nutzen. Und wir haben im letzten Jahr sehr viele unserer Hausaufgaben erledigt. Acht Millionen Menschen in Deutschland konnten allein im Laufe des letzten Jahres erstmals mit ihrem Handy schnelles Internet mit LTE nutzen.“

Das bedeutet: Wer keinen absoluten Handy-Oldtimer verwendet, den alten Nokia-Knochen oder ein iPhone bis zum 4S aus dem Jahr 2011 – für den hat die 3G-Abschaltung keine Auswirkungen. Er surft jetzt nur deutlich schneller.

4. Was passiert mit Nutzer*innen, deren Handy noch kein LTE beherrscht?

Hier gibt es Unterschiede: Einerseits gibt es die Kund*innen, die ihr Handy fast ausschließlich zum Telefonieren verwenden – und diejenigen, die mit ihrem älteren 3G-Smartphone sogar noch surfen. Beim Telefonieren und auch bei SMS gibt es gar keine Probleme, so Christian Kühner: „Die Kund*innen müssen nichts tun. Das Handy wird auch in Zukunft für Telefonie wunderbar funktionieren, weil dann eben der 2G- Mobilfunkstandard verwendet wird, den jedes Handy unterstützt.“ Denn 2G, auch als GSM bezeichnet, bleibt auch künftig am Netz, damit in Deutschland wirklich niemand ohne Handyempfang dasteht.

Surfen mit 3G funktioniert ab Sommer aber tatsächlich nicht mehr. Doch davon ist laut Experte Kühner nur eine verschwindend kleine Anzahl von Telekom-Kund*innen betroffen: „Hier ist es einfach mal an der Zeit, sich ein zeitgemäßes Handy anzuschaffen. Und dafür gibt es auch richtig gute Gründe, weil dieses Handy dann mit 4G/LTE in Zukunft zehnmal so schnell funktioniert.“

5. Wird es für die bisherigen 3G-Nutzer ab Sommer teurer?

Nein, Kund*innen müssen durch die 3G-Abschaltung keine höheren Mobilfunkpreise in Kauf nehmen, versichert Fachmann Kühner: „Man zahlt nicht mehr als bisher, die Tarife bleiben alle gleich. Sie funktionieren jetzt eben alle auch mit 4G – ohne dass mehr zu bezahlen ist. Da sind keine versteckten Kosten zu befürchten.“

Mitarbeiter Deutsche Telekom

Christian Kühner, Tribe-Leader Mobilfunk, stellt sich den 10 wichtigsten Fragen rund um das Thema 3G-Abschaltung.

6. Woran merke ich eigentlich, ob ich mit noch mit 3G, oder schon mit 4G/LTE surfe?

Das ist an der kleinen Anzeige zu erkennen, die meist oben auf dem Handy-Bildschirm zu finden ist, so Christian Kühner. Acht Millionen neue 4G-Nutzer bei der Telekom haben das allein im letzten Jahr erleben können: „Dort, wo neben telekom.de in der Vergangenheit höchstens 3G stand, ist jetzt zum ersten Mal ein 4G- oder ein LTE-Symbol sichtbar. Und das ist das Zeichen, dass das Handy dann im schnellen Internet unterwegs ist.“

7. Lohnt sich durch die 3G-Abschaltung ein neues Handy jetzt umso mehr?

Wer mit seinem alten 3G-Handy nur telefonieren und SMS nutzen will, braucht auch nach dem 30. Juni grundsätzlich kein neues Gerät. Denn diese beiden Dienste funktionieren dank 2G/GSM ja weiterhin. Christian Kühner empfiehlt den Nutzern dieser Mobilfunk-Oldies trotzdem, so langsam an ein neues Handy zu denken. Sie gehen ja schließlich zum Telefonieren in aller Regel auch nicht mehr in die Telefonzelle, oder hören Musik mit einem Kassettenrecorder.

„Es gibt auch für Nur-Telefonierer gute Gründe, hier mal 100 oder 200 Euro in die Hand zu nehmen. Und der Grund heißt „Voice over LTE“, also Sprache über LTE. Denn wenn ich so ein Handy habe, profitiere ich davon, dass ich weniger Gesprächsabbrüche habe. Ich habe eine bessere Sprachqualität, das Gegenüber ist besser zu verstehen. Und ich habe einen schnelleren Verbindungsaufbau. Da hat sich wirklich sehr viel getan. Und da rede ich nicht nur über den Akku, der manchmal auch schon ganz schön hinüber ist.“

8. Welchen Geschwindigkeitsvorteil bringt die 3G-Abschaltung in der Praxis?

Der Sprung von maximal 42 Mbit/s (3G) auf 300 Mbit/s (4G) – das sind die nackten Zahlen. Christian Kühner erklärt, wie Nutzer davon im Handy-Alltag profitieren: „Die Telekom hat 45.000 Mobilfunkantennen mit modernerer Technik ausgestattet. Und das hat den Zweck, dass wir 4G anbieten können – aber auch 5G, das jetzt fast schon überall in Deutschland verfügbar ist, gerade auch auf dem Land. Das heißt, dass man im Vergleich zu 3G mit seinem Smartphone zehnmal so schnell surfen kann – mit einer Geschwindigkeit, die in vielen Fällen sogar höher ist als die, die man zu Hause in seinem heimischen WLAN hat. Das ist ein richtiger Leistungsschub.“

9. Was ist mit anderen Anbietern, die das Telekom-Netz nutzen?

Viele Mobilfunk-Anbieter und Discounter in Deutschland verwenden das Telekom-Netz quasi „huckepack“. Auch für sie hat die Telekom jetzt ihr 4G/LTE-Netz geöffnet. Nutzer, die dort bisher noch mit 3G unterwegs sind, können dann also auch im 4G-Tempo surfen – zumindest funktioniert das rein technisch.

Welche Geschwindigkeiten die Anbieter ihren Kund*innen tatsächlich ermöglichen, und was das kostet, entscheiden die Drittanbieter selbst, erklärt Experte Kühner: Hier müssen sich betroffene Kund*innen also direkt an ihre Mobilfunkfirma wenden.

10. Wo können sich Telekom-Kund*innen noch genauer informieren?

Christian Kühner erwartet für den Sommer 2021 einen reibungslosen Wechsel von 3G zu 4G/LTE: „Wir haben uns zusammen mit einem großen Team ganz viel Mühe gegeben, das so einfach wie möglich vorzubereiten, ohne dass die Kund*innen irgendetwas tun müssen.“

Wer trotzdem Fragen hat – für den bietet die Telekom auf all ihren Kanälen Hilfe und Unterstützung: „Wenn noch jemand unsicher ist, ob sein Handy tatsächlich 4G beherrscht, oder ob er eine neue SIM-Karte braucht, kann ich empfehlen, auf die Website www.telekom.de/hilfe/3g-abschaltung zu gehen. Dort gibt es ein ganz einfaches Verfahren, mit dem man selber testen kann, ob sein Handy und die SIM-Karte schon vorbereitet sind.“

Darüber hinaus gibt es weitere Kontakt- und Hilfsangebote, so Mobilfunk-Fachmann Kühner: „Damit das im Einzelfall nicht holprig wird, möchte ich allen noch einmal sagen: Wir sind da, um uns um die Kund*innen zu kümmern. Das heißt, dass für diejenigen, die sich dann doch mit dem Gedanken tragen, ein neues Handy zu kaufen, sowohl die Kolleg*innen in den Shops als auch an der Hotline da sind.“

Sein Wunsch: „Die Kund*innen sollen sich melden.“ Und sein Versprechen für den 4G-Sommer 2021: „Wir sind erst zufrieden, wenn alle dabei sind.“
 

Das ganze Interview im Video:

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Alte 3G fähige Handys

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Marion Kessing

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3G geht, LTE für alle kommt: Die zehn wichtigsten Fragen

Ab 30. Juni 2021 wird nach 17 Jahren UMTS abgeschaltet. Das neue Motto lautet: „ LTE für alle“ – und 5G obendrauf.

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