Blog.Telekom

Andreas Kadelke

2 Kommentare

„Blockchain kann die Gesellschaft verändern“

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen
180413-Netzgeschichten-Blockchain

So, alle mal aufzeigen, die Blockchain kurz und verständlich erklären können. ... Dachte ich mir. Es ist ja auch eine ziemlich komplexe Materie, und darum hatte ich vor unserem telegraphen_lunch mit dem Thema „Blockchain - die neue Revolution im Internet?“ auch einen ziemlichen Respekt. Oder genauer: vor diesem Blogbeitrag, den ich darüber schreiben soll. So viel vorweg: Es war eine anspruchsvolle Diskussion, und es wurden ausreichend Fachbegriffe und Fremdwörter zum Lunch gereicht. Aber es war dennoch ein verständlicher und vor allem sehr spannender Talk mit interessanten Experten: der Digital-Beraterin Andrea Bauer, Autorin des Buches „The Krypto Economy“, Peter Grosskopf, Chief Technology Officer der solarisBank, und Friedrich Kurz von der Blockchain Group der Telekom Innovation Laboratories, der die Telekom zu neuen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain berät.

Vorab eine kurze, vereinfachte Definition der Blockchain: Laut Andrea Bauer hat sie ihren Ursprung als Backbone der digitalen Währung Bitcoin und ist ein dezentrales Datensystem, das auf Konsens basiert und einen Mittelsmann (im Fall der Währung Bitcoin also die Banken) nicht mehr benötigt.

Das Prinzip der Blockchain basiert also auf Vertrauen und das wirft schnell die Frage nach der Sicherheit auf, die Moderator Volker Wieprecht stellte. Die Blockchain selber sei noch nie gehackt worden und damit sicher, sagte Andrea Bauer. Die Sicherheit beim Bitcoin, ergänzte Peter Grosskopf, habe auch mit den Menschen zu tun. Denn die haben laut Grosskopf auf die dezentrale Blockchain für den Bitcoin zentrale Plattformen aufgesetzt: so genannte Exchanges, also Marktplätze auf denen die Kryptowährung gehandelt wird. „Wenn die gehackt werden“, so der Banker, „haben wir ein Problem.“ Der Bitcoin sei zwar Vorreiter dieser Technologie, werde aber wohl als Zahlungsmittel im Alltag, zum Beispiel beim Tanken oder für die Gehaltsabrechnung, nicht durchsetzen, so Grosskopf.

Diskutierten beim telegraphen_lunch (v.l.): Andrea Bauer, Peter Grosskopf und Friedrich Kurz.

Diskutierten in Berlin (v.l.): Andrea Bauer, Peter Grosskopf und Friedrich Kurz.

Laut Friedrich Kurz ist die Blockchain-Technologie prädestiniert für den Einsatz als Zentralregister, beispielsweise Handelsregister oder Grundbücher. Heute würden Grundbücher noch in Papierform geführt, weil dies bislang der sicherste Weg sei, um Manipulationen zu verhindern. Mit der Blockchain könne sich das ändern. Eine Blockchain könne offen für alle sein oder ein geschlossenes System. Das könne man vorab festlegen.

"Wahnsinnig demokratisch"

Peter Grosskopf nannte die Blockchain „das trojanische Pferd der offenen Daten“. Die Technologie sei „wahnsinnig demokratisch“. Allerdings bestehe auch die Gefahr, dass sich eine „digitale Aristokratie“ herausbilde, bestätigte Andrea Bauer auf Nachfrage des Moderators. Grund: Diese Technologie ist, Stand heute jedenfalls, wahrlich nicht einfach zu beherrschen.

Für Friedrich Kurz hat die Blockchain „das Zeug, die Gesellschaft zu verändern“. Nämlich dann, wenn sie den Usern die Hoheit über ihre digitale Identität zurückgebe. Heute seien die Daten der Menschen übers ganze Netz verteilt und damit hätten nicht Menschen selber, sondern Plattformbetreiber die Hoheit über diese Daten.

Kurz hält in Deutschland auf diesem Sektor eine stärkere Regulierung für nötig. Andere Länder seien da schon weiter. Dem widersprach Peter Grosskopf. Deutschland mache das genau richtig. „Regulierung kommt immer dann, wenn ein Schaden entstanden ist“, so Grosskopf. New York erlebe gerade, dass  Krypto-Start-Ups den Standort verlassen, weil es dort eine Regulierung gebe.

In der nächsten Folge der Netzgeschichten werden wir uns ebenfalls mit der Blockchain befassen und darin auch die Experten unseres telegraphen_lunch zu Wort kommen lassen. Wer es länger mag, dem empfehle ich die Aufzeichnung unseres Livestreams (wegen technischer Probleme leider in einer etwas verkürzten, aber dennoch spannenden Version).

050418_stream_blockchain
tlounge_podium_generation_digital

Blog.Telekom

Luisa Vollmar

2 Kommentare

„Jedes Gehirn denkt, solange es lebt“

Verlernen wir durch Digitalisierung das Denken? Darüber diskutierten Experten bei der telegraphen_lounge "Generation digital".

FAQ

Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung der Website {js_accept}akzeptieren{js_accept} Sie die Verwendung von Cookies. Weitere Informationen finden Sie hier.