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Thinking Out-of-the-box: Wie wir Querdenken aktiv fördern

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Innovativ ist nur, wer nicht an tradierten Denkmustern klebt sondern Lösungswege anderer Disziplinen und Kulturen adaptiert. Aber wie schafft es ein Großunternehmen, den Horizont seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch zu erweitern? Der Telekom gelingt das im Center for Strategic Projects mit einem internationalen Austauschprogramm.

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Die Deutsche Telekom ist in mehr als 50 Ländern vertreten.

Deutsche Telekom. Dem Namen sieht man nicht an, wie global unser Konzern tatsächlich ist. Dabei ist unser internationaler Footprint sehr groß: Mit rund 178 Millionen Mobilfunk-Kunden, 28 Millionen Festnetz- und 20 Millionen Breitband-Anschlüssen gehört die Telekom zu den führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit. Aktuell sind wir in mehr als 50 Ländern vertreten und haben im Geschäftsjahr 2018 rund 66 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Dass wir uns als internationales Unternehmen verstehen, können Sie auch an unseren Vorstandsressorts ablesen: Seit 2017 ist Srini Gopalan unser Europa-Vorstand, Thorsten Langheim sein Pendant für die USA und Adel Al-Saleh führt die Großkundensparte. Unser Geschäft wird aber nicht nur vermehrt internationaler, als Telekom sind wir zudem mit neuen globalen Herausforderungen konfrontiert. Steigender Wettbewerb durch Unternehmen wie Google und Facebook, junge Start-ups und der demografische Wandel erfordern innovative Lösungsansätze.

Wer hier Schritt halten möchte, muss natürlich die unterschiedlichen Kulturen und lokalen Gepflogenheiten berücksichtigen. Offen für die Anregungen und Ideen sein, die von den Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt kommen. Die eigenen Denkweisen überprüfen. Seinen Horizont erweitern. Wir nennen das Out-of-the-box-Thinking. Ein Denken, das sich von tradierten Mustern frei macht und sich auch fachfremder Lösungsansätze bedient. Wir halten das für entscheidend. Glauben, dass diese Fähigkeit den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg bedeuten kann.

Raus aus dem Alltagsgeschäft

Auch im Center for Strategic Projects merken wir an unseren Projektanfragen, wie international unser Konzern ist. Egal, wo unser Kunde sitzt, wir wollen für ihn das Maximum herausholen und unserem Leitspruch „Passion for Impact“ gerecht werden. Daher setzen wir auf den Austausch mit anderen Abteilungen, um das Out-of-the-box-Thinking zu fördern. Was uns dabei hilft: Die Telekom bietet ausgewählten Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, drei bis sechs Monate in einer anderen Abteilung zu arbeiten. Auch im Ausland. Denn Impulse von außen sind ausdrücklich erwünscht!

Kognitive Flexibilität durch Auslandserfahrung

Rote Brücke über einem Fluss

Sogar der Dalai Lama rät, mindestens einmal im Jahr einen Ort zu besuchen, an dem man noch nicht war. Unser Autor wählte San Francisco.

Während meines Austauschs durfte ich vier Monate lang für die Partnering-Abteilung der Telekom in San Francisco arbeiten. Die Kollegen dort entwickeln nicht nur unser Geschäft weiter, sondern identifizieren auch potenzielle Partner für unsere Geschäftsfelder. Das alles basiert auf einem dreistufigen Prozess: Erst Scouting & Inspiration (erstes Kennenlernen), dann Qualify & Test (erstes Verproben der potenziellen Partnerschaft) und schließlich Execute (Implementierung der Partnerschaft). Die ersten beiden Stufen setzen maßgeblich die Kolleginnen und Kollegen an den Standorten außerhalb Bonns um. Um immer direkt am Geschehen sein zu können, besitzt die Partnering-Abteilung daher neben dem Standort San Francisco auch Büros in Tel Aviv, London, Peking und Seoul.

Während meines Aufenthalts in Kalifornien habe ich tiefe Einblicke in Innovationsthemen wie Künstliche Intelligenz (KI), Data Analytics, 5G, Entertainment und Cyber Security erhalten – und im engen Austausch mit dem Business in Bonn sehr viel Neues über unser Geschäft und die aktuellen Herausforderungen gelernt. Besonders beeindruckend: das KI-Ökosystem in Nordamerika. Europäer erleben vor Ort eine Innovationskraft, die wirklich begeistert. Aber bei einem solchen Aufenthalt lassen sich nicht nur Kenntnisse über Künstliche Intelligenz und Data Analytics erweitern und vertiefen, der Austausch fördert auch die persönliche Weiterentwicklung.

Es reicht natürlich nicht, einfach wegzufahren. „Auslandserfahrungen erhöhen die kognitive Flexibilität und Intensität sowie die Fähigkeit, neue Zusammenhänge herzustellen“, erklärte Professor Adam Galinsky von der Columbia Business School im Magazin „The Atlantik“. Die entscheidenden Faktoren, so der Experte, seien dabei die multikulturelle Interaktion, das Eintauchen in die fremde Kultur und die Anpassung. Wenn man sich wirklich auf die Fremde einlässt, dann erhöht man damit sogar die Neuroplastizität des eigenen Gehirns, haben zahlreiche Forschungen ergeben.

So erweitern Sie Ihren Horizont!

Hier meine Tipps, damit genau das gelingt – und Ihnen das Out-of-the-box-Denken künftig leichter fällt:

1. Neues? Ja, bitte!

Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre neuen Kollegen anders arbeiten als Sie es gewohnt sind, ist hoch. Seien Sie offen. Lassen Sie sich darauf ein – bewerten können Sie deren Herangehensweise später immer noch. Je weniger Sie auf Ihr übliches Repertoire zurückgreifen, desto offener sind Sie für neue Lösungsansätze. Zeigen Sie sich interessiert, hören Sie gut zu, fragen Sie nach: Die Experten in den USA waren zum Beispiel gerne bereit, mir ihre Lösungsansätze zu erklären, wann immer ich sie darum gebeten habe. Denken Sie daran: Der Erfindergeist des Silicon Valleys speist sich in hohem Maße aus der Bereitschaft, von Menschen anderer Disziplinen zu lernen. Spin-offs von Universitäten wenden oftmals tradiertes Fachwissen anderer Disziplinen auf ganz neue Gebiete an und revolutionieren damit die Märkte. Ein toller Ort, um die neusten Erfindungen im Silicon Valley zu erkunden, ist der B8ta Store.

2. Trainieren Sie Ihr Gehirn

Sobald Sie es mit einem neuen Umfeld oder einer neuen Kultur zu tun haben, können Sie Ihre gelernten Automatismen und Denkmuster erst einmal vergessen. Die bringen Sie nicht weiter. Das ist eine tolle Gelegenheit, bestehende Denkmuster zu hinterfragen und zu ergänzen. Danach fällt Ihnen das Out-of-the-box-Denken bestimmt viel leichter. Die beste Übung für mich war das Erkunden des KI-Ökosystems in Kanada. Das Ausloten von gemeinsamen Zielen und potenziellen Einsatzfeldern der Lösungen von Start-ups bedarf einer Menge mentale Flexibilität und ist für jedes Meeting individuell. Der Effekt verstärkt sich übrigens, wenn die gesamte Kommunikation in einer fremden Sprache abläuft.

3. Raus aus der Komfortzone

In der fremden Umgebung gibt es täglich Neues zu entdecken. Wer sein gewohntes Umfeld verlässt, sich wirklich auf den Austausch einlässt und die alltäglichen Routinen und Gewohnheiten abstreift, der profitiert nachhaltig. Beim Scouting von Start-ups auf Messen und Konferenzen habe ich beim Thema Künstliche Intelligenz und Data Analytics viel über potenzielle Einsatzfelder und Use Cases in der Telekom gelernt. Glauben Sie mir, die neuen Impulse regen das eigene Gehirn an. Also: Schalten Sie den Autopilot einfach mal ab.

4. Beschäftigen Sie sich mit etwas Neuem

Wann immer Sie sich mit etwas Ungewohntem beschäftigen, verändern Sie Ihre Denkstrukturen. Melden Sie sich für einen Kurs an, legen Sie sich ein neues Hobby zu. Für mich war die Bay Area mit ihren vielen Workshops und MeetUps natürlich ideal. Einer der spannendsten Impulse war eine Vorlesung zum Thema „Exponential Mindset“ an der Singularity University, die ich für eine Delegation von deutschen Großkunden der Telekom organisieren durfte. Aber bestimmt teilen Experten auch in Ihrer Stadt ihr Wissen gerne mit Ihnen – oft sogar kostenlos.

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