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Norbert Riepl

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Wer will schon in Zeiten von Corona über Daten sprechen?

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Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Es ist global zurzeit schwer, ein anderes Thema anzusprechen. Doch wann geht es wieder normal weiter? Die Wirtschaftskrise ist nicht beendet, wenn Produktionsstopps, Ausgangs- und Kontaktsperren aufgehoben sind. Viele Prozesse müssen von Null gestartet werden. Vorprodukte in der Autoindustrie benötigen ebenso Vorlaufzeit, wie deren Einbau im Fahrzeug. Die Lieferketten sind zu bedienen und alles Personal wieder in die Produktionsprozesse einzuführen.

Das Bild zeigt wie Datenströme, in Einsen und Nullen, in einen Warenkorb fließen.

Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts.

Dafür benötigt man Daten?

Daten sind schon heute für viele Unternehmen die Basis für ihre Geschäftsmodelle. Jedoch sind fast alle Systeme proprietär. Soll heißen, jeder hat sein eigenes Ökosystem. Es ist nicht dafür geschaffen, die Daten anderer zu erfassen oder eigene Daten heraus zu geben. Die Unsicherheit des Missbrauchs überwiegt vor dem möglichen Nutzen. Könnten die benötigten Daten über die Firmengrenzen hinweg ausgetauscht, genutzt und sicher verwaltet werden, würde das den Wertschöpfungsketten der Unternehmen guttun (zum Beispiel Collaborative Condition Monitoring). Und somit der Wiederbelebung des Marktes.

Wie stellt man die Datensouveränität sicher?

Niemand möchte seine Daten einem Konkurrenten anvertrauen. Denn keiner will seine Alleinstellungsmerkmale, Wettbewerbsvorteile und Marktanteile verlieren. Der digitale Datenmarktplatz der Deutschen Telekom setzt genau hier an. Der Data Intelligence Hub (DIH) ermöglicht den Austausch von Daten, ohne die eigenen Geschäftsgeheimnisse preiszugeben. Als Beispiel sei hier umati (Universal Machine Tool Interface = standardisierte Maschinenschnittstelle) genannt. Im Jahr 2017 vom Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) aus der Taufe gehoben, sind mittlerer weile über einhundert Partner beteiligt. Die Daten laufen über eine OPC UA-Schnittstelle (Open Platform Communications Unified Architecture) und können unter anderem im DIH gesammelt, verwertet oder ausgetauscht werden. Allerdings nur im jeweils freigegebenen Rahmen. „Mit umati gelingt ein Quantensprung in der Umsetzung von Industrie 4.0 in der Produktion“, erläutert Dr. Alexander Broos, Projektleiter umati und Leiter Forschung und Technik VDW.

Was geschieht mit den Daten?

Ein klarer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass Daten nicht umständlich über mehrere Schnittstellen ausgetauscht werden müssen. Sie werden direkt von der Quelle an den Zielpunkt geliefert. Der DIH dient dabei aber nicht nur als Datenmarktplatz, sondern auch als sichere Infrastruktur zum Speichern und Weiterverarbeiten der Daten. Hochleistungsrechner, wie etwa der Hawk-Supercomputer in Stuttgart sind in der Lage die Daten eingehend zu analysieren. Ergebnisse wären beispielsweise verbesserte Produktionsprozesse, effizientere Lieferketten oder die „Ausbildung“ künstlicher Intelligenzen.

Können Daten Lieferengpässe vermeiden?

Lieferketten lassen sich lückenlos überwachen. Zugangssysteme für Lieferanten programmieren. Maschinendaten übertragen. Was also im Umfeld von Produktion und Logistik läuft, wäre in einem gewissen Rahmen zu beeinflussen. Es gibt reichlich Daten, an Hand derer sich notwendige Schritte ableiten und negative Auswirkungen reduzieren lassen. 

Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie können derzeit nicht automatisiert werden. Es fehlen einfach die Erfahrungswerte zu Panikkäufen oder Personalausfällen, um mögliche Schritte automatisch einzuleiten. Inwieweit jetzt generierte Daten später helfen können, solche Probleme zu vermeiden, hängt im Wesentlichen von der Zusammenarbeit aller Involvierten ab. Die Bundesregierung hat dazu unter anderem einen Hackathon veranstaltet, auf dem sich kreative Köpfe zu Hilfsmaßnahmen austauschen konnten. Die Daten werden über den DIH anonymisiert und genutzt.

Was bringt die Daten-Zukunft?

Ohne die Auswertung oder Verarbeitung gesammelter Daten werden zahlreiche Chancen vergeben, die Arbeit von morgen zukunftsfähig zu gestalten. Langfristig gesehen kann kaum ein Unternehmen, eine Behörde, eine Gesundheitsorganisation etc. diesen Fakt ignorieren, ohne dadurch wettbewerbstechnische oder strategische Nachteile zu erfahren.

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