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Andreas Kadelke

35 Kommentare

Wie kommen Online-Kriminelle an meine Mail-Adresse?

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Schwarz-gelbes Schild mit der Aufschrift No Phishing

Foto: ivanpw/flickr

Immer wieder rollen Phishing-Wellen durchs Netz, mit denen Kriminelle versuchen, Passwörter, Persönliche Identifikationsummern (PIN) oder Transaktionsnummern (TAN) von Kunden abzugreifen. Aktuell beispielsweise werden gefälschte Rechnungen verschickt, deren Absender angeblich die Telekom sein soll. Solche gefälschten Mails solltet Ihr am besten sofort löschen. Auf keinen Fall solltet Ihr auf in der Mail enthaltene Links klicken. Woran man Phishing-Mails erkennt und was man am besten tut, wenn man welche erhält, könnt Ihr in unserem Datenschutzratgeber nachlesen.

Mich interessiert aber die Frage, woher die Kriminellen, die diese Mails verschicken, unsere Mail-Adressen haben. Dazu habe ich Bernd Eßer befragt. Er ist der Leiter unseres Cyber Emergency Response Teams (CERT), also der Telekom Online-Sicherheitstruppe.

Herr Eßer, immer mehr Phishing- und Spam-Wellen rollen durchs Netz. Wie kommen die Kriminellen, die dahinter stecken, eigentlich an unsere Mailadressen?

Portrait von Bernd Eßer

Bernd Eßer: Es gibt da viele Möglichkeiten. Ein Weg ist, dass die Kriminellen bei großen Mail-Providern ganz einfach alle möglichen Buchstaben- und Zahlenkombinationen durchprobieren. Kommen Mails nicht zurück, ist die Chance gut, dass die Adressen stimmen und genutzt werden. Viele von uns abonnieren aber auch Newsletter oder hinterlassen in Foren ihre Mailadresse. Mit Hilfe bestimmter Programme können Kriminelle diese Adressen abgreifen. Gewinnspiele sind auch so eine Möglichkeit, um an Mail-Adressen zu gelangen. Und dann gibt es noch Schadsoftware, die man sich beim Surfen einfangen kann, wenn der Rechner nicht ausreichend geschützt ist.

Wie kann ich denn als Kunde sicherstellen, dass ich nicht auf eine gefälschte Rechnung hereinfalle?

Bernd Eßer: Wir raten unseren Kunden generell zur Vorsicht, wenn ihnen eine Mail ungewöhnlich vorkommt. Klicken Sie nicht auf Links, die eine solche Mail enthält. Auf unseren Hilfe & Service Seiten im Internet können unsere Kunden nachschauen, woran sie eine echte Telekom-Rechnung erkennen. Privatkunden werden zum Beispiel mit ihrem Namen angesprochen und nicht etwa mit „Lieber Telekom-Kunde“. Außerdem enthält die Rechnung in der Betreffzeile die exakte Buchungskontonummer. Wenn Sie bei einer Mail unsicher sind, können sie im abgesicherten Kundencenter ihre Rechnung einsehen.

Können wir darauf hoffen, dass die Phishing- und Spamwellen irgendwann wieder abnehmen?

Bernd Esser: Nein. Leider gehören solche Phishing-Attacken heute schon zur Tagesordnung. Wir beobachten solche Angriffswellen jeden Monat mehrfach. Und wir müssen auch in Zukunft weiter damit rechnen.

Mehr Infos zum Thema Datenschutz findet Ihr übrigens auch auf unseren Datenschutzseiten im Internet.

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