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Georg von Wagner

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5G-Test in Berlin: Fünf Fragen und Antworten

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In Berlin beginnt gerade die Zukunft. Denn im Herzen der Hauptstadt baut die Deutsche Telekom derzeit das erste große Testnetz für den neuen 5G-Mobilfunk auf, der 2020 starten soll.

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Bauarbeiter Helm beim Aufbau der Sendemasten für das 5G-Testfeld

Auf einem fünf Kilometer breiten Streifen zwischen Schöneberg und Mitte entsteht schon heute das Netz von morgen. "Der Test in Berlin ist ein ganz entscheidender Entwicklungsschritt auf dem Weg zum weltweiten Start von 5G", erklärt Telekom-Technologievorstand Claudia Nemat.

Aber was testet die Telekom da in Berlin überhaupt? Was haben die Kunden vom künftigen Mobilfunknetz? Und sind unsere Smartphones nicht schon jetzt schnell genug? Wir beantworten fünf Fragen zu 5G.

1. Was passiert beim Test in Berlin?

Bis Spätsommer installiert die Telekom dort an über 20 Standorten 70 Antennen, um unter realen Bedingungen Erfahrungen mit 5G zu sammeln. "Früh übt sich", so Luz Hasenforther, 5G-Projektleiter der Telekom, über den Probebetrieb zwei Jahre vor der offiziellen Premiere. In Berlin testet und optimiert die Telekom unter anderem Lage, Höhe, Reichweite und Sendeleistung der künftigen Antennen.

Luz Hasenforther: "Diese Informationen werden uns helfen, wenn es dann darum geht, das 5G-Netz kommerziell auszubauen." Um wirklichkeitsnah testen zu können, ist die neue 5G-Technik ins aktuelle LTE-Netz der Telekom integriert. Und nach Abschluss des Versuchs werden die neuen Antennen nicht abgebaut, sondern tatsächlich fürs künftige Berliner 5G-Netz verwendet.

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Ein Mast mit 5G-Antennen wird montiert

2. Warum sind überhaupt neue Antennen nötig?

Das neue Netz erfordert auch eine ganz neue Technik. Nur ein Beispiel: In einer aktuellen Antenne für 4G/LTE, wie sie die Telekom betreibt, sind nur vier Sende- und Empfangseinheiten verbaut. Bei 5G sind es 64! Dadurch werden die Nutzer künftig viel gezielter mit den Mobilfunksignalen versorgt. Das neue Netz ist wesentlich engmaschiger als bei 4G. Das sorgt für stabilere Verbindungen, die kaum mehr abreißen - und für drastisch niedrigere Reaktionszeiten im Datenverkehr.

3. Steht denn die endgültige 5G-Technik überhaupt schon fest?

Die Versteigerung der deutschen 5G-Frequenzen durch die Bundesnetzagentur erfolgt voraussichtlich 2019. Und erst dann wird exakt klar sein, welcher Frequenzbereich Anbietern wie der Telekom zur Verfügung steht. Mit großer Sicherheit geht es dabei aber um Frequenzen um die 3,5 GHz. Mit der Testfrequenz von 3,7 GHz, die der Telekom in Berlin zur Verfügung steht, handelt es sich also um ein sehr realistisches Szenario.

4. Wie schnell wird 5G eigentlich sein?

Sebastian Schaff, Funknetzplaner bei der Telekom, kennt die Zahlen: "Wir werden Datenraten von 1 bis 10 Gigabit pro Sekunde bekommen." Im Vergleich zu einem typischen LTE-Anschluss mit 100 Megabit pro Sekunde legt der Mobilfunk von morgen also um den Faktor 10 bis 100 zu. Doch diese spektakulären Werte sind gar nicht entscheidend, denn das Top-Tempo wird kaum ein Nutzer wirklich brauchen und ausnutzen. Viel wichtiger ist die garantierte Mindestdatenrate, auf die sich 5G-Nutzer künftig verlassen können - und vor allem die Latenzzeit, mit der die neue Technik arbeitet.

Sie steht für die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der sich beispielsweise ein Server und ein Smartphone verständigen. LTE liegt hier bei zehn Millisekunden, und die Versuchsumgebung in Berlin bei drei Millisekunden. Im Livebetrieb ab 2020 soll sogar eine Millisekunde machbar sein. "Das", so Netzexperte Schaff, "ermöglicht erstmals Echtzeit-Anwendungen über das Internet, wie wir sie uns heute noch kaum vorstellen können."

Ebenfalls beinahe unvorstellbar: Zum Start von 5G im Jahr 2020 sollen weltweit 10 bis 20 Milliarden Geräte per Mobilfunk vernetzt sein. Doch weil künftig praktisch jede Art von Hardware online sein wird, ist 5G im Endausbau für 500 Milliarden Geräte und mehr konzipiert.

5. Wozu brauchen wir 5G?

Um Internetseiten oder Apps schnell aufs Smartphone zu laden, wäre kein neues Mobilfunknetz erforderlich. Denn diesen Job erledigt auch LTE schnell genug. Doch darum geht es bei 5G nur am Rande.

Das neue Netz soll vor allem das künftige Internet der Dinge antreiben: Selbstfahrende und vernetzte Autos, die im Zentimeterabstand auf der Autobahn unterwegs sind. Flugtaxis, die autonom ohne Pilot über unsere Städte fliegen, ohne sich dabei in die Quere zu kommen. Telemedizin, virtuelle Welten und die vernetzten Maschinen der "Industrie 4.0" - sie alle brauchen extrem schnelle und zuverlässige Datennetze, die in Echtzeit praktisch ohne Verzögerung funken. Damit gilt: 5G macht die Zukunft möglich.

Mehr Infos zum Test im Video

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