Blog.Telekom

Georg von Wagner

5 Kommentare

Bad Dürkheim: Mobilfunk für den Pfälzerwald

  • Teilen
    2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen.
  • Drucken
  • Text vorlesen

Die Gemeinde Bad Dürkheim im Pfälzerwald hat sich letztes Jahr erfolgreich bei der Aktion "Wir jagen Funklöcher" beworben. Die Planung für den Bau eines Mobilfunkmasten hat begonnen und wir haben mit den ortsansäßigen Bau- und Forstamtsleitern gesprochen.

Wandertafel Pfälzerwald

Bad Dürkheim im Pfälzerwald wird mit einem neuen Mobilfunkmast versorgt

Die Menschen in Bad Dürkheim wissen, wie man feiert. Hier findet alljährlich im September (außer, wenn Corona ist) der Dürkheimer Wurstmarkt statt. Der „Worschdmarkt“, liebevoll auch als „Schoppen-Olympiade“ bezeichnet, ist mit über 600.000 Besuchern das größte Weinfest der Welt. Und die Kur- und Kreisstadt an der Deutschen Weinstraße hält einen weiteren Rekord: Hier steht das Dürkheimer Riesenfass, mit einem Volumen von 1,7 Millionen Litern das größte Weinfass der Welt. Im Inneren des gigantischen Holzfasses schwappt aber kein Wein, sondern es dient als Restaurant für über 400 Gäste. 

Und im Sommer 2021 haben die Bad Dürkheimer voraussichtlich einen weiteren Grund, zu feiern. Denn dann bekommen der westliche Stadtrand und der angrenzende Pfälzerwald nach momentanem Planungsstand endlich eine zeitgemäße Mobilfunkversorgung. Wir verraten, ganz nüchtern betrachtet, was es mit dem Handyempfang im Weinbau-Paradies auf sich hat.

Das Funkloch im Pfälzerwald

Bad Dürkheim mit seinen rund 18.500 Einwohnern ist an sich bestens mit Mobilfunk versorgt. Nur ganz im Westen der Kurstadt, im Naturpark Pfälzerwald und im Isenachtal, hapert es bisher allein schon aufgrund der schwierigen Geographie mit tiefen Tälern und zahlreichen Biegungen mit dem Empfang. Und deshalb hat sich die Stadt Bad Dürkheim bei der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ der Deutschen Telekom beworben. Mit dieser Initiative schließt die Telekom auf eigene Kosten Lücken in Orten und Regionen, in denen sich eine Versorgung wirtschaftlich meist gar nicht rechnet.

Doch sie will damit das Engagement und die Eigeninitiative von Kommunen belohnen, die von sich aus auf die Telekom zukommen und einen passenden Mobilfunkstandort vorschlagen. Unter den Bewerbern wurde auch Bad Dürkheim ausgewählt. Und nun laufen die Vorbereitungen für das vergleichsweise aufwändige Projekt. 200.000 Euro betragen in aller Regel die Kosten für so einen Maststandort.

Mobilfunk für das Isenachtal

Viele Menschen wohnen zwar nicht im idyllischen Isenachtal. Dafür zieht es gerade am Wochenende zahlreiche Ausflügler zum Wandern und Entspannen in den Naturpark. Thorsten Brand ist Ortsvorsteher des Bad Dürkheimer Ortsteils Hardenburg und Wirt der Waldgaststätte „Alte Schmelz“. Und er ist gewissermaßen auch „Ortsversteher“, der die Gegebenheiten und die Bedürfnisse der Menschen hier bestens kennt. Er erklärt: „Das Thema Mobilfunk wird immer wichtiger. Wir sind einfach auf eine gute Mobilfunkversorgung angewiesen – also nicht nur wir Gastronomen, sondern auch die Gäste.“ Mitte 2021 soll es voraussichtlich so weit sein. Doch bis dahin sind noch jede Menge Vorarbeiten zu leisten.

Interviewpartner Thorsten Brand

Ortsvorsteher Thorsten Brand weiß, wie wichtig eine Mobilfunkversorgung für Gastronomie und Gäste ist

Der Mast auf dem Berg

Um das Waldgebiet, die angrenzenden Gemeinden und einige Papierfabriken mit Mobilfunk zu versorgen, soll auf einer Anhöhe ein 55 Meter hoher Funkmast aus Stahlgitter errichtet werden – der aber so gut in die Landschaft integriert ist, dass er das Idyll im Pfälzerwald kaum beeinträchtigt. Der Mast soll in Einzelteilen angeliefert und ans Ziel gebracht werden – über Forstwege, die für den Holztransport ohnehin schon relativ breit angelegt sind. 

„Strom ist leider mitten auf dem Berg bisher keiner verfügbar“, weiß Andreas Windhab von der Deutschen Funkturm GmbH, die für die Telekom Funkmasten errichtet. Aber hier arbeiten die Stadtwerke Bad Dürkheim bereits an einer Lösung, um ein Stromkabel direkt unterhalb schon bestehender Wege möglichst waldschonend nach oben zu verlegen. Glasfaser muss dagegen keine verlegt werden, denn der geplante Mast wird per Richtfunk ans weltweite Datennetz der Telekom angebunden. Andreas Windhab klingt zufrieden: „So kommen wir ins öffentliche Netz und haben dann die Performance, um das Gebiet breitbandig zu versorgen.“

Interviewpartner Andreas Windhab

Andreas Windhab erläutert, wie der Bau des 55m hohen Stahlgittermasts ablaufen wird

Umweltschutz an oberster Stelle

Weil der Pfälzerwald nicht nur eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands ist, sondern auch UNESCO-Biosphärenreservat, stehen bei allen Planungen und Arbeiten Umwelt- und Naturschutz an oberster Stelle. Frank Stipp, Forstamtsleiter von Bad Dürkheim, erklärt, worum es dabei geht: „Das eine ist das waldrechtliche Verfahren. Das heißt, sie brauchen eine Genehmigung des Forstamtes, wenn sie ein Stück Wald roden oder in eine andere Nutzungsart umwandeln wollen. Und dann müssen wir natürlich naturschutzrechtliche und wasserrechtliche Fragen prüfen.“

Interviewpartner Frank Stipp

Ohne die Zustimmung des Forstamtes geht nichts: Frank Stipp erklärt, was beim Bau zu beachten ist

Erste Hilfe für Wanderer und Touristen

Doch nicht nur Hotellerie, Gastronomie und Erholungssuchende warten dringend auf eine zeitgemäße Mobilfunkanbindung, sondern auch Rettungs- und Einsatzkräfte. Frank Stipp kennt die Probleme vor Ort: „Im Pfälzerwald gibt es noch in nennenswertem Umfang Ecken, die entweder nicht mit allen Netzen erreichbar sind, oder zum Teil auch gar nicht erreichbar sind.“ Und so steht an den Anfahrpunkten für Rettungsfahrzeuge im Wald zwar immer die „112“ als Kontakt – aber ohne Mobilfunk ist auch kein Notruf für verletzte Waldarbeiter möglich, oder für Wanderer, die ohne Hilfe nicht mehr weiterkönnen.

Die sorgfältigen Prüfungen all dieser Fragen liefern die Antwort darauf, ob hier ein Funkmast aus allen Naturschutzaspekten genehmigungsfähig ist. Wenn die Antwort positiv ausfällt, können die Bad Dürkheimer auf dem „Worschdmarkt“ 2021 nicht nur auf die Rückkehr ihres Weinfestes nach einem Jahr Corona-Pause anstoßen, sondern auch auf eine zeitgemäße Mobilfunkversorgung im benachbarten Pfälzerwald.

Das ganze Video gibt es hier

Video Bad Dürkheim
20200121_Burg-Eltz_Header

Blog.Telekom

Lena Raschke

1 Kommentar

Burg Eltz: Eine Eiche als Mobilfunkmast

Es ist gar nicht so leicht, die berühmte Burg Eltz mit Mobilfunk zu versorgen. Um das Gesamtbild der Burg zu erhalten, haben wir eine pfiffige Lösung gefunden.

FAQ