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Lena Raschke

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Burg Eltz: Eine Eiche als Mobilfunkmast

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Es ist gar nicht so leicht, die berühmte Burg Eltz mit Mobilfunk zu versorgen. Denn wer möchte schon die Idylle durch Antennen und Masten gestört wissen? Um das Gesamtbild der Burg zu erhalten, haben wir eine pfiffige Lösung gefunden.

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Mobilfunk auf Burg Eltz bedeutet nicht nur schnelles Internet, sondern auch eine Verbesserung des Sicherheitssystems innerhalb der Burg.

Bis Ende 2001 konnte sich jeder die Burg Eltz in die Hosentasche stecken – ausreichende Finanzkraft vorausgesetzt. Denn auf der Rückseite des 500-Mark-Scheins war sie als eine der berühmtesten deutschen Burgen abgebildet.

Nach der Einführung des Euro bleibt nur noch die Erinnerung an die Geldschein-Burg. Im Kleinformat ist die Burg Eltz heute also nicht mehr im Umlauf. Dafür ist sie im originalen Großformat so beeindruckend und präsent wie eh und je.

Über eine Viertelmillion Menschen kommen jedes Jahr ins Tal der Elz (ohne t!) am Rande der Eifel, um die prächtig erhaltene Burg zu bestaunen. Und sie alle wollen ihre Bilder und Videos natürlich schnellstmöglich auf Instagram oder YouTube teilen. Neuerdings klappt das problemlos, denn die Telekom versorgt die Burg Eltz seit Ende 2019 mit schnellem Mobilfunk – und das trotz jeder Menge Herausforderungen bei Planung und Bau der Anlage.

„Ich finde das wunderbar, weil es uns in die Ist-Zeit bringt“, freut sich Dr. Karl Graf zu Eltz, der die Burg in 33. Generation führt. Wir verraten, wie das Gemäuer aus dem 12. Jahrhundert den technologischen Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat – und was das mit einer Eiche als Mobilfunkmast zu tun hat.

Das ist die Burg Eltz

Im 12. Jahrhundert wurde die frisch errichtete Burg Eltz erstmals erwähnt, in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa. In den darauffolgenden Jahrhunderten blieb ihr das Schicksal unzähliger anderer deutscher Burgen erspart – in kriegerischen Auseinandersetzungen schwer beschädigt oder sogar zerstört zu werden.

Denn umkämpft war die Burg schlussendlich nur ein einziges Mal. Das war zwischen 1331 und 1336, als die Burgbesitzer und weitere Ritter während der „Eltzer Fehde“ gegen Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier aufbegehrten. Damals ließ der Erzbischof oberhalb der Burg Eltz eine Belagerungsburg, die Trutzeltz, errichten, und zwang die Bewohner der Burg Eltz nach zwei langen Jahren zur Aufgabe. Doch gewaltsam erobert wurde die Burg Eltz nie.

Und die Trutzeltz sollte 683 Jahre später noch einmal strategische Bedeutung erlangen – für den Mobilfunkausbau der Telekom. Heute beherbergt die Burg Eltz ein Museum mit Kunstschätzen aus mehreren Jahrhunderten – vom Kinderzimmer aus dem Jahr 1525 bis zum Ölgemälde „Madonna mit Kind und Weintraube“ von Lucas Cranach dem Älteren.

Zwischen Instagram-Superstar und Mosel-Idylle

Mittlerweile ist Burg Eltz eines der beliebtesten deutschen Motive bei Instagram. Dort sind weit über 70.000 Fotos und Videos mit Hashtags wie #BurgEltz oder #BurgEltzCastle zu finden.

Ein Mobilfunknetz aufzubauen, damit diese Inhalte direkt vor Ort gepostet werden können, und um auch den Besitzern der Burg moderne Telekommunikation zu ermöglichen, war eine gewaltige Aufgabe. Denn die Burg Eltz liegt in einem kleinen Seitental der Mosel. Und genau diese idyllische Lage mitten in einem Naturschutzgebiet ist für die Mobilfunkversorgung ein großes Problem.

Denn der Antennenstandort musste durch ein drei Kilometer langes Kabel angebunden werden. Und Baubegleiter Michael Göbel von der Telekom-Technik verrät: „Unsere komplette Tiefbautrasse vom Ortsausgang von Wierschem bis zum Antennenstandort verläuft durch Landesschutzgebiet.“

Naturschutz als oberste Priorität

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Burg und gräflicher Wald liegen im Natura 2000 Schutzgebiet und werden auf europäischer Ebene geschützt.

Jede einzelne Maßnahme während des Leitungsbaus hat die Telekom eng mit den Verantwortlichen für den Naturschutz abgestimmt.

„Wir dürfen die Lebensräume hier nicht beeinträchtigen – auch nicht durch die Verlegung dieses Kabels“, erklärt Max Merrem, der Förster der Burg Eltz. Denn mit etwas Geduld lassen sich hier teils seltene Vogelarten wie Neuntöter, Goldammern, Hohltauben und Spechte beobachten. Aber auch Fledermäuse haben hier ihr Refugium. Und die romantischen Wanderwege wie der Moselsteig sollten ebenfalls nicht beeinträchtigt werden.

Um die Natur zu schonen, hat die Telekom Teile der Trasse im Spülbohrverfahren verlegt. „Das ist im Prinzip eine große Bohrmaschine, die vorne mit einem Wasserstahl gesteuert wird“, weiß Baubegleiter Michael Göbel. So wurde die Trasse wie in einem Tunnel vorangetrieben, während darüber die Oberfläche nicht beeinträchtigt wurde.

Oben Neuntöter, unten Mobilfunk, das war die Devise. Die Telekom wählte zudem nicht die kürzeste Strecke für ihr Kabel, sondern einen Weg, der Baumwurzeln schont. Und die Arbeiten begannen erst nach dem 15. August 2019. Burgförster Merrem erklärt, warum: „Das war der früheste Termin nach der Hauptbrutzeit der Vögel.“

Die Mobilfunk-Eiche der Burg Eltz

Neben der Verlegung der Glasfasertrasse war die zentrale Frage für die Telekom-Experten: Wie bauen wir hier einen Mobilfunkmast so auf, dass er im Naturschutzgebiet möglichst wenig auffällt? Wie verstecken wir ihn mehr oder weniger? Funknetzplaner Wolfgang Schmitz stand zunächst vor großen Fragezeichen: „Beim ersten Termin wurde mir relativ schnell klar, dass ich mit der herkömmlichen Bauweise nicht weit komme.“

Ein klassischer Mobilfunkmast in Stahlgitterbauweise oder gar Beton in direkter Nachbarschaft der Burg Eltz – das wäre nicht genehmigungsfähig gewesen. Aber dann hatte Pfiffikus Schmitz den entscheidenden Einfall: „So kam mir die Idee des Aufbaus mit einem Holzmast. Und der Graf hatte den Vorschlag, dafür eine gräfliche Eiche zu nehmen.“ Und so dient nun eine Eiche aus dem Forst rund um die Burg, die ohnehin hätte geschlagen werden müssen, als bestens getarnter Mobilfunkmast.

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Den Mobilfunkmast nehmen die Besucher von Burg Eltz nur auf ihren Smartphones wahr.

In ihrem Wipfel hängen, unscheinbar wie Vogelhäuschen, die relativ kleinen 60-Zentimeter-Antennen für LTE 800, LTE 1800 und GSM. Sie sorgen für schnellen Mobilfunk mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde – und versorgen damit nicht nur die Burg, sondern das gesamte Elztal.

Der Wald rund um die Trutzburg von Erzbischof Balduin aus dem 14. Jahrhundert, die oberhalb der Burg Eltz liegt, hat sich dabei laut Funknetzplaner Schmitz als „perfekter Standort für den Mobilfunk erwiesen“.

Und was sagt der Burgherr?

Um die jahrhundertelange Geschichte der Familie von Burgbesitzer Dr. Karl Graf zu Eltz würdigen zu können, muss zunächst sein kompletter, beeindruckender Name genannt werden: Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg. Im Gespräch wirkt er aber überaus zugänglich und gegenüber moderner Technik höchst aufgeschlossen.

Der „Tele-Graf“ verrät, warum er so zufrieden mit dem Burg-Mobilfunk ist: „Das ist ein Komfort, den man in der Stadt gewöhnt ist, den unsere Gäste in aller Welt gewöhnt sind. Und wir selbst haben damit beispielsweise auch die Chance, Kartenlesesysteme über Funk nutzen zu können. Aber hauptsächlich fühlen wir uns damit an die Welt angeschlossen.“ Auch Alarmsysteme und Rauchmelder bieten jetzt durch die Funkverbindung mehr Sicherheit für die Burg. „Wir fühlen uns jetzt in vielerlei Hinsicht sicherer und besser.“

Über den einzigen Wermutstropfen kann der Graf nur schmunzeln: „Bisher konnte niemand während einer Führung in der Burg andere durch einen Telefonanruf stören. Jetzt müssen wir unseren Gästen eben sagen, bitte seid so lieb, und stellt das Handy auf Flugmodus.“

Aber das ist ein Klacks gegenüber den alten Zeiten auf Burg Eltz, die erst 1958 ans Strom- und Telefonnetz angeschlossen wurde. Früher kommunizierten die Burgherren über Flaggen- und Feuerzeichen auf dem Turm mit der 15 Kilometer entfernten Nachbarburg Pyrmont.

Oder, so der Graf, „es wurden Brieftauben und Kuriere losgeschickt. Das hat dann Tage und manchmal Wochen gedauert. Aber irgendwann kamen im Zweifelsfall auch diese Nachrichten an.“ Das Telekom-LTE funktioniert allerdings doch schneller und zuverlässiger als das einstige Burg-LTE (Luft-Tauben-Express).

Die ganze Geschichte im Video

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Hubertus Kischkewitz

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