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Markus Jodl

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FTTH-Jahr 2021! Neue Glasfaser-Rekorde bei der Telekom

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Die Deutsche Telekom macht Tempo. Das Jahr 2021 steht bundesweit im Zeichen des Glasfaser-Ausbaus. Bis zu zwei Millionen FTTH-Anschlüsse sollen realisiert werden. Das Kürzel steht nicht für „Furios turboschnelle Telekom, hurra!“ (Wobei, es könnte). Die vier Buchstaben sind die Abkürzung für „Fiber to the Home“, also für Glasfaserleitungen, die bis ins Haus verlegt werden. Damit liegt zwischen dem Verteiler auf der Straße und dem Hausanschluss kein Kupfer mehr. Erst die „100 Prozent Glasfaser“ ermöglichen das enorm hohe Tempo der neuen Anschlüsse. Wir liefern ein Update zum Thema FTTH – und verraten, was es mit dem Glasfiber-Fieber der Telekom in diesem Jahr auf sich hat.

Bauarbeiter verlegen Glasfaser in ein Haus

Für 2021 sollen über 1 Million FTTH-Anschlüsse realisiert werden.

Was hat sich beim Glasfaser-Ausbau geändert?

Bisher hat sich die Telekom eher auf „Fiber to the Curb“ (FTTC) konzentriert – also auf Glasfaser bis zur Bordsteinkante, bis zum Verteilerkasten am Straßenrand. Von dort aus ging es dann meist über bestehende Kupferkabel bis ins Haus und zum Hausanschluss im Keller weiter. Dank modernem Super Vectoring sind auch damit bis zu 250 Megabit pro Sekunde möglich. Für das nochmals um den Faktor vier schnellere Gigabit-Internet sind aber Glasfaserleitungen nötig, die bis ins Haus führen – mit der aktuell schnellsten verfügbaren Technik FTTH.

Wie geht es bei FTTH voran?

Markus Beckmann, technischer Leiter der Niederlassung Süd der Deutschen Telekom, hat zu Beginn des FTTH-Jahres 2021 die aktuellen Zahlen parat: „Letztes Jahr haben wir – Corona zum Trotz – 600.000 Glasfaseranschlüsse in ganz Deutschland gebaut, davon knapp 100.000 allein in Bayern. Und in diesem Jahr legen wir fast das Doppelte drauf. Wir bauen bundesweit über eine Million Anschlüsse. Weitere Anschlüsse kommen über Kooperationen hinzu.“

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Markus Beckmann, technischer Leiter der Niederlassung Süd der Deutschen Telekom.

Wie kommt diese Steigerung zustande?

Für solch einen enormen Anstieg beim FTTH-Ausbau innerhalb von nur einem Jahr muss die Telekom an vielen Stellschrauben drehen. Technik-Experte Beckmann verrät eine der Maßnahmen: „Wir arbeiten mit künstlicher Intelligenz. Wir verwenden Autos, mit denen wir die Ausbaugebiete befahren und mit Kameras aufnehmen. Damit beginnt es, die Planung zu automatisieren, denn wir reden von riesigen, gigantischen Mengen.“ Trotz aller künstlichen Intelligenz stehen aber nach wie vor Menschen im Mittelpunkt aller Maßnahmen, so Markus Beckmann: „Wir qualifizieren natürlich die eigenen Leute dafür, wir machen alle fit fürs Thema Glasfaser. Und wir brauchen starke Partner, die für uns den Tiefbau erledigen.“

Wie kommen so viele Leitungen unter die Erde?

Beispielsweise bei der Firma OFM Communications GmbH in München warten Speedpipes und Glasfaserkabel bereits ungeduldig auf ihren Einsatz. Noch liegen sie aber auf mannshohen Rollen im Schnee – voraussichtlich bis März. Denn die Außentemperaturen müssen dauerhaft mindestens um die 8 Grad Celsius liegen, damit Glasfaser verlegt werden kann. Sonst wird sie brüchig, und ist nicht flexibel genug. OFM ist im Kabelbau und in der Netzwerktechnik aktiv – und damit in einer Branche, die trotz Corona boomt, und die händeringend Lehrlinge und Mitarbeiter sucht. „Wir locken sie beispielsweise damit, dass sie mit 18 einen eigenen Firmenwagen bekommen, oder dass wir den Führerschein bezahlen“, verrät Ausbildungsleiter Andreas Bauch. Gefragt ist dabei vor allem handwerkliches Geschick.

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Andreas Bauch, Bau- und Ausbildungsleiter der Firma OFM Communications GmbH.

Wie wichtig ist die Kooperation mit den Kommunen beim FTTH-Ausbau?

Die enge Kooperation vor Ort ist unerlässlich, damit FTTH schnell bei den Kunden ankommt. Das bestätigt auch Technikchef Markus Beckmann von der Niederlassung Süd: „Die gute Zusammenarbeit mit Kommunen, Städten, Landkreisen und Gemeinden ist ganz wichtig. Denn es geht ja nicht darum, dass die Telekom kommt, und wir können Straßen aufreißen und Glasfaser verlegen, wie wir wollen.“ Jedes gegrabene Loch, jede Wegeführung, jeder Standort der grauen Gehäuse muss selbstverständlich freigegeben werden. Das ist gerade in der momentanen Zeit manchmal schwierig. Denn viele Gemeindemitarbeiter arbeiten wegen Corona derzeit im Gesundheitssektor – und haben oft andere Prioritäten, als Bauarbeiten für den FTTH-Ausbau zu genehmigen. Markus Beckmann bleibt trotzdem optimistisch: „Wir hoffen, dass wir gemeinschaftlich das Infektionsgeschehen zurückdrängen, dass auch die Mitarbeiter in den Bauämtern wieder an ihren Schreibtischen sind, und dann mit uns gemeinsam den Glasfaserausbau schnell entscheiden können.“

Müssen immer noch überall tiefe Baugruben gegraben werden?

Häufig sind die örtlichen Gegebenheiten so, dass daran kein Weg vorbeiführt. Die Telekom setzt aber längst auch auf schnellere, praktischere und günstigere Methoden, die die Bürger vor Ort weniger mit Baustellen belasten. Beispiele hierfür sind das oberirdische Verlegen von Glasfaserleitungen über Strommasten und das Trenching. Dabei wird nur noch ein kleiner Schlitz in die Straße oder den Gehweg gefräst. In diesen Schlitz kommt dann das Glasfaserkabel. Und am Abend ist von der Mini-Baustelle bereits nichts mehr zu sehen. „Das sind Techniken, die wir gerne anwenden – dort, wo es technisch möglich ist“, verrät Technikchef Beckmann. „Denn das bedeutet weniger Belastung für die Bürger, wenn die Garage benutzbar ist, und wenn kein tiefer Graben für mehrere Tage offen ist. Und es beschleunigt natürlich auch die Verlegung. Dementsprechend können mehr Bürger schneller von der Glasfaser profitieren.“

Wie kommt ein Kunde zu FTTH?

Wenn man nicht nur die eigenen Ausbau-Gebiete der Telekom mitrechnet, sondern auch Kooperationen mit Partnern und die Ausschreibungen von Städten und Gemeinden – dann kommen 2021 bundesweit sogar bis zu zwei Millionen neue FTTH-Anschlüsse zusammen. In Bayern betrifft das beispielsweise Orte wie Unterschleißheim, Unterhaching, Taufkirchen, Augsburg und Landshut. Telekom-Regionalmanager Florian Goldhofer weiß, wie Interessenten und potenzielle Kunden überhaupt erfahren, dass FTTH für ihr Zuhause verfügbar ist: „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit der Internetseite www.telekom.de/jetzt-glasfaser. Da kann man ganz einfach recherchieren, ob meine Adresse, meine Stadt im Ausbaugebiet ist. Und hier kann ich, egal, ob ich Eigentümer oder Mieter bin, auch meinen Glasfaseranschluss beauftragen.“ Daneben setzt die Telekom auf enge Kooperationen mit den Kommunen und auf jede Menge Informationswege wie digitale Infoveranstaltungen, Postwurfsendungen, Zeitungsanzeigen, Plakate, Social Media, Telekom-Shops – und auf mobile Beratungsstellen vor Ort, mit den Telekom-Trucks.

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Florian Goldhofer, Regionalmanager der Deutschen Telekom.

Genügt das Glasfaserkabel im Keller schon für Gigabit-Internet?

Nicht ganz. Der FTTH-Anschluss ist der erste und sicherlich auch aufwändigste Schritt. Zusätzlich müssen die Kunden bei der Telekom aber natürlich auch ein Glasfaserprodukt, sprich einen passenden Tarif, buchen. Sonst ist der schnelle neue Anschluss wie ein Auto, bei dem kein Benzin in den Tank kommt. „Der zweite Schritt ist dann wirklich zu sagen, ich möchte mehr Bandbreite haben“, erklärt Regionalmanager Florian Goldhofer. „Da muss man dann auf uns zugehen, und lässt sich beraten.“ Kunde und Telekom planen dann gemeinsam, wie der neue Glasfaseranschluss zum Beispiel im Garten und dann auch im Haus verlegt wird. Erst, wenn wirklich alle Details geklärt sind, beginnen die Arbeiten für den Anschluss – und die künftigen Gigabit-Surfer können sich auf neue Tempo-Rekorde freuen.

Das Video zum FTTH-Ausbau gibt es hier:

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