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Hubertus Kischkewitz

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InstaBurg: Schlossherr voll auf Empfang

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Als die Adelsbrüder Konrad und Arnold von Hirnsberg um das Jahr 1165 mit dem Bau der Burg Hohenaschau im herrlichen Oberbayern begannen – da ahnten sie nicht, welchen Gefallen sie gut 850 Jahre später den Mobilfunkplanern der Deutschen Telekom tun. Damals ging es bei der Wahl des Standorts auf einem 50 Meter hohen Felsrücken um eine perfekte strategische Lage der Burg. Heute eignen sich solche exponierten und hoch gelegenen Gebäude ideal, um mit Mobilfunkanlagen viele Menschen und ein weites Umfeld zu versorgen. Früher Ritter, heute Twitter – wir erklären, wie der „Mobil-Prunk“ auf Schlössern und Burgen funktioniert.

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Moderne Mobilfunktechnik und Burgen-Instagram – davon wären die einstigen Bewohner sicherlich auch begeistert gewesen.

Mobilfunk auf dem Burg-Dach

In ihrer wechselvollen Geschichte wurde die Burg Hohenaschau, die heute in der Gemeinde Aschau im Chiemgau nahe der bayerisch-österreichischen Grenze liegt, mehrfach neu gebaut, umgebaut und zu den verschiedensten Zwecken genutzt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ließ es die Familie des Industriellen Theodor Freiherr von Cramer-Klett von der kargen Burg zum opulenten Schloss ausbauen. Heute befindet sich Schloss Hohenaschau im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Es wird als Ferien- und Erholungsheim genutzt – und im „Nebenjob“ als Mobilfunkstandort. Thomas Bauer, Roof Site Manager bei der Deutschen Funkturm, die für die Masten und Stationen der Telekom zuständig ist, verrät, wer davon profitiert: „Wir versorgen den Bereich um Aschau, circa zwei Kilometer Richtung Norden und circa fünf Kilometer Richtung Süden ins Tal.“ Die Menschen in der Region können so per LTE und 5G schnell im mobilen Netz surfen. Und Experte Bauer erklärt, dass solche Stationen nicht auf Telekom-Kunden beschränkt sind: „Die Deutsche Funkturm vermietet auch an andere Netzbetreiber, damit die ebenfalls einen guten Standort bekommen.“

Hoher Standort, hoher Aufwand

Wer es durch prachtvolle Säle und Gänge bis auf den Dachboden des Schlosses geschafft hat, auf dem die Mobilfunktechnik zu finden ist – der ahnt, wie groß der Aufwand war, um hier alles Notwendige zu installieren. „Wir haben Gottseidank den Antennenträger vom Bayerischen Rundfunk übernehmen können“, erinnert sich Thomas Bauer. „Wir haben aber die Technik hochverlegen müssen hier in den Turm. Und wir mussten den Antennenträger aus statischen Gründen austauschen.“ Das Material wurde per Hubschrauber angeliefert. Die Monteure haben dann alles über schmale Treppen sieben Stockwerke hoch auf den Dachboden gehievt. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Denn die Anlage versorgt nicht nur die Umgebung. Sie leitet auch die Mobilfunksignale, die per Richtfunk aus den umgebenden Bergen ankommen, zur nächsten Vermittlungsstelle weiter.

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Schloss Hohenaschau liegt auf einem 50 Meter hohen Felsrücken.

Herausforderungen durch den Denkmalschutz

Weil hier moderne Mobilfunktechnik in ein Jahrhunderte altes Gemäuer eingebaut wird, steht der Denkmalschutz bei allen Planungen und Arbeiten an oberster Stelle. Thomas Bauer von der Deutschen Funkturm nennt nur ein Beispiel: „Weil es eben ein Denkmal ist, mussten wir die Stromzuleitung und die Telekom-Anbindung quer durch das ganze Gebäude durchführen. Da haben wir aufgelassene Kamine oder Regenrohre genutzt, um möglichst gering in die Baumasse eingreifen zu müssen.“ Und obwohl sein Team den Antennenträger des BR ersetzen musste, bedeutete die vorhandene Anlage dennoch eine Riesenerleichterung für die Arbeiten. Das klingt widersinnig, lässt sich aber leicht erklären, so Thomas Bauer: „Dadurch war das Genehmigungsverfahren deutlich einfacher. Es ist immer leichter, einen bestehenden Standort auszutauschen, als einen komplett neuen Standort auf einem denkmalgeschützten Gebäude anzubringen.“

Kreative Lösungen verbinden Mobilfunk und Denkmalschutz

Und so findet sich auf dem Dach von Schloss Hohenaschau nun nicht mehr nur die klassische Fahne der Burgherren – sondern auch ein moderner Mobilfunkmast, der den historischen Gesamteindruck aber kaum trübt. Eine Ausnahme ist das nicht, schildert Experte Bauer: „Wir haben auch mehrere historische Gebäude in München, in Landshut oder in Passau, wo wir in Abstimmung mit dem Denkmalamt zu sehr guten Lösungen gekommen sind.“ Denkmalschutz schließt Mobilfunk also nicht von vornherein aus: „Es kommt natürlich auf die beteiligten Personen an. Wenn alle gewillt sind und an einem Strang ziehen, findet man immer eine Lösung, um alle Anforderungen unter einen Hut zu bringen.“

Das sind die schlauen Ideen

Der Roof Site Manager und Dach-Fachmann verrät, wie findig sein Team oft vorgeht: „In Landshut oder im Alten Rathaus in Passau haben wir die Technik und die Antennen unter dem Dach angebracht. Wir haben da die Dachziegel ausgetauscht. Es ist von außen nicht zu sehen, dass hier eine Mobilfunkstation verbaut ist.“ Die Funksignale finden dann trotzdem ihren Weg nach draußen. In Kirchtürmen werden die Antennen gerne hinter den Lamellenfenstern angebracht, so dass sie von außen ebenfalls unsichtbar sind. Dabei geht es für die Telekom nicht darum, ihre Technik verschämt zu verstecken, sondern darum, wirklich alle Interessen zu berücksichtigen: „Den Aufwand nehmen wir gerne in Kauf, um solche exponierten Standorte verwirklichen zu können.“

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Thomas Bauer ist Roof Site Manager bei der Deutschen Funkturm, die für die Masten und Stationen der Telekom zuständig ist.

Die Grenzen des Machbaren

Bei allem technischen Aufwand lässt sich trotzdem nicht jedes Vorhaben realisieren. Oft setzen die historischen Gemäuer Grenzen, weiß Thomas Bauer: „Hauptsächlich die Statik ist bei so alten Gebäuden immer ein Thema. Die Balken sind oft sehr dünn, oder auch nicht für diese Last ausgelegt.“ Und weil die alten Dachstühle meist aus komplett ausgetrocknetem Holz bestehen, ist auch der Brandschutz eine enorme Herausforderung. Außerdem ist die exponierte und hohe Lage der Standorte nicht immer nur ein Vorteil. Denn dadurch strahlen sie oft so weit ins Land hinein, dass sie benachbarte Funkzellen stören können. In der Tallage von Aschau ist das weniger ein Problem. Aber Signale von den Mobilfunkanlagen auf Burgruinen bei Pfronten im Allgäu lassen sich bei trockenem Wetter teilweise noch im gut 100 Kilometer entfernten München empfangen. Gegenmaßnahme: Mit dem sogenannten „Tilt“ werden die Antennen nach unten geneigt, damit die Signale nicht in zu weite Entfernung abstrahlen.

Mobilfunk auf den Allgäuer Burgruinen

Während Schloss Hohenaschau prächtig erhalten ist, sind von den Burgruinen Hohenfreyberg und Eisenberg bei Pfronten im Oberallgäu nur mehr die Mauern vorhanden. Dennoch stellen sie ein bayernweit bedeutsames Ensemble in der Burgenregion Allgäu dar. Mit ihrer Höhenlage von rund 1.050 Metern sind sie ebenfalls ein idealer Mobilfunkstandort. Hier versorgen unauffällig verbaute LTE-Antennen die Menschen noch in kilometerweiter Entfernung mit schnellem Internet. Davon konnten die einstigen Bewohner nur träumen, auch wenn sie von einem Burgen-Instagram mit jeder Menge pittoresken Bildern bestimmt begeistert gewesen wären. Zuletzt wurde die Anlage 2010 umfangreich umgebaut. Doch die ersten Antennen hat die Telekom hier schon 1993 installiert. Der Standort ist also beinahe historisch. Er wurde aber immer mit der neuesten Technik ausgestattet – und ist deshalb noch längst nicht reif für den Denkmalschutz.

Mehr zum Thema gibt's in diesem Video: 

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Markus Jodl

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