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Hubertus Kischkewitz

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Lightshape: Mit der Telekom in virtuelle Welten

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Virtual Reality, Mixed Reality und Augmented Reality – hier entstehen Fahrzeuge, Gebäude oder Landschaften, die es in Wirklichkeit noch gar nicht gibt. Wir verraten, wie solche virtuellen Welten entstehen. Und wir erklären, was die Deutsche Telekom und die Telekom Cloud damit zu tun haben.

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In der virtuellen Realität ist nichts, wie es scheint. Da fährt ein Mähdrescher, den es gar nicht gibt, über ein Getreidefeld – das ebenfalls nur am Computer existiert. Oder die Manager einer Autofirma stehen mit Datenbrillen gemeinsam vor einem neuen Modell, das noch gar nicht gebaut ist. Und die Menschen, die nebeneinander vor diesem virtuellen Auto stehen, sind sich im wahren Leben noch nie persönlich begegnet.

Die Möglichkeiten sind faszinierend. Und in Stuttgart ist eine Firma zu Hause, die sich mit solchen digitalen Hexereien auskennt. Denn bei dem 2007 gegründeten Tech-Unternehmen Lightshape GmbH entstehen der Mähdrescher oder das Auto, die es eigentlich gar nicht gibt – aber irgendwie eben doch.

Das ist Lightshape

Die Welt der VR-Firma heißt „Multi User Collaboration Software“. „Das heißt, dass wir eine Vielzahl von Nutzern weltweit untereinander verbinden können“, erklärt Geschäftsführer Robin Wenk. Ursprünglich haben sich die Schwaben mit Architektur beschäftigt. Vor gut zehn Jahren kamen dann interaktive Themen dazu. 25 bis 30 Mitarbeiter beschäftigt Lightshape.

„Die Mehrzahl unserer Kunden sind sehr technisch orientiert“, berichtet Robin Wenk. „Da gehört sehr viel Maschinenbau oder Automotive dazu.“ Aber auch Firmen aus dem Medien- oder Dienstleistungsbereich, aus Bau und Architektur, öffentliche Einrichtungen oder Kommunen arbeiten mit Lightshape zusammen.

Und das junge Unternehmen ist dabei so erfolgreich, dass es Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann als eines der „Top-10-Unternehmen 2018“ ausgezeichnet hat.

Das macht Lightshape

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Durch rechnerunterstütztes Konstruieren, kurz CAD, lassen sich am Bildschirm unzählige Gegenstände erstellen und durch die VR-Brille in 3D betrachten.

Im Prinzip geht es um fotorealistische Objekte, die am Computer entstehen, und die der Wirklichkeit täuschend ähnlich sind. An einem Rechner entsteht aus 3D-Daten ein Mähdrescher, den Lightshape so fotorealistisch animiert, dass er in Videos und interaktiven Anwendungen zum Beispiel im Verkauf oder bei Schulungen eingesetzt werden kann.

Robin Wenk erklärt: „Hier wird genau dargestellt, wie dieser Mähdrescher in Aktion funktioniert.“ Jeder Bestandteil der Maschine wird einzeln berechnet und gerendert. So kann eine interaktive Anwendung exakt zeigen, wie vorne das Getreide gemäht wird – und was passiert, bis hinten die Körner herauskommen. Drei Mitarbeiter waren zwei Monate lang mit dieser Anwendung beschäftigt.

An einem anderen Rechner entsteht das virtuelle Abbild einer neuen Spülmaschine. Hier hatte Lightshape keine 3D-Daten des Kunden zur Verfügung. Deshalb wird zuerst ausgemessen und fotografiert – bis die Spülmaschine auf dem Bildschirm so originalgetreu umgesetzt ist, dass sogar der Verschluss per Klick exakt schließt. Diese Spülmaschine ist zwar nicht echt, sieht aber aus wie echt. So lässt sie sich per Augmented Reality auch virtuell in einer Küche aufstellen.

Auf dem Holodeck

Im Holodeck des Unternehmens, in dem sich alles um Virtual Reality und VR-Brillen dreht, steht ein roter Audi. Wobei: Natürlich steht er nicht in echt da. Aber wer eine Datenbrille aufsetzt, staunt nicht schlecht, dass er plötzlich vor einem feuerroten Audi steht. Robin Wenk: „In diesem Fall geht es darum, sich Prototypen in einem frühen Stadium anzusehen, für Designbewertungen.“

Die Auto-Manager sehen sich also neue Modelle bereits in der Planung an und können sich so zwischen verschiedenen Varianten entscheiden. Früher mussten dafür mit großem Zeit- und Geldaufwand Modelle gebaut werden, heute passiert alles virtuell. „Die Mitarbeiter befinden sich zusammen in einem virtuellen Raum und sehen sich sogar gegenseitig als Avatare“, erklärt VR-Experte Wenk – und das, obwohl sie in Wirklichkeit gerade in Ingolstadt, New York oder Shanghai sitzen.

Und wenn das Auto andere Felgen oder Außenspiegel bekommen soll? Kein Problem, mit ein paar Klicks lässt sich die Ausstattung ändern. Software aus Stuttgart macht es möglich.

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In einem virtuellen Raum können mehrere Personen aus unterschiedlichen Standorten zusammenkommen und sich Produkte "in echt" ansehen und sogar ändern.

Die Rolle der Telekom

Die gewaltigen Datenmengen, die für die virtuellen Welten gebraucht werden, hostet Lightshape in der Telekom Cloud. „Von dort“, so Geschäftsführer Wenk, „werden sie an die einzelnen Locations transferiert, also an die Standpunkte, an denen die Kunden vor Ort mit den Daten arbeiten. Der Traffic, der Verkehr im Netz, den wir da produzieren, nimmt ständig zu“.

Wo 3D-Modelle früher noch in Megabyte bemessen wurden, geht es heute längst um Gigabyte. Deshalb warten Firmen wie Lightshape auf immer noch schnellere Netze – und auf 5G, das die Arbeit in der Cloud weiter beschleunigen könnte.

Der Traum von VR-Spezialist Robin Wenk: „Wir wünschen uns, dass wir unsere Daten irgendwann dezentral in der Cloud rendern und sie dann direkt auf eine VR-Brille streamen können.“ 

5G und noch schnellere Glasfaseranbindungen dürften diesen Wunsch erfüllen. Vor Ort hat die Telekom 2019 einen Kooperationsvertrag mit der Gigabit Region Stuttgart GmbH geschlossen, um partnerschaftlich das ultraschnelle Glasfasernetz in den nächsten Jahren auszubauen und ein leistungsstarkes 5G-Netz aufzubauen.

Der TechBoost der Telekom

Nicht nur Ministerpräsident Kretschmann hat die schwäbischen Cleverles ausgezeichnet. Auch die Telekom ist längst auf das Unternehmen aufmerksam geworden und hat Lightshape in sein TechBoost-Programm aufgenommen. „Das ist dazu da, um jungen Unternehmen wie uns, die versuchen, mit der Digitalisierung etwas zu bewegen, die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten und weiterzuentwickeln“, weiß Robin Wenk.

Das Startup-Programm der Telekom unterstützt Firmen, die an innovativen, cloudbasierten Produkten und Dienstleistungen arbeiten. Dazu gehören Support bei Ausarbeitung des Geschäftsmodells, bei Vertrieb, Marketing und Kommunikation – oder auch 100.000 Euro Guthaben für ein Jahr in der Open Telekom Cloud.

Die ganze Geschichte im Video

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Die letzten Meter zum Kunden: Das Glasfaserkabel wird ins Haus gelegt.

Glasfaser für Stuttgart

Neues vom Ausbau des ultraschnellen Glasfasernetzes in der Gigabit Region Stuttgart.

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