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Markus Jodl

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Mobilfunkausbau - das sind die Pläne für 2018 und 2019

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5G und mehr: Martin Bouchard, Leiter für technische Planung und Rollout der Telekom, stellt gleich ein halbes Dutzend Neuerungen und aktuelle Maßnahmen aus dem Mobilfunk vor.

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Martin Bouchard, Leiter für technische Planung und Rollout der Telekom, im Interview.

Glasfaser, Vectoring und der weitere Breitbandausbau, der das schnelle Internet in noch mehr deutsche Haushalte bringt – diese Themen rund ums Festnetz werden viel diskutiert. Mit ihnen ist die Deutsche Telekom Tag für Tag in der Öffentlichkeit und in den Medien präsent.

Aber was tut sich eigentlich beim Mobilfunk? Was sind hier die Neuerungen und die Schwerpunkte 2018? Und was passiert 2019 mit dem Start der nächsten Mobilfunkgeneration 5G? Hier kommen gleich sechs Ziele, die uns Martin Bouchard, Leiter für technische Planung und Rollout der Telekom, erläutert.

Verkehrswege versorgen

Einer der Schwerpunkte des Mobilfunkausbaus der Telekom liegt derzeit bei den Hauptverkehrswegen, entlang der Autobahnen und ICE-Strecken. "Hier sind wir schon gut unterwegs", erklärt Martin Bouchard. In Zahlen: 95 Prozent der Autobahnen und 90 Prozent der ICE-Trassen sind bereits mit einem schnellen LTE -Datennetz versorgt. Aber die noch bestehenden Lücken will die Telekom nun schnellstmöglich schließen.

Planungschef Bouchard weiß aber, dass hier noch Arbeit bleibt: "Wir sehen durchaus noch einen substanziellen Handlungsbedarf, um die Kundenerfahrung an diesen Strecken weiter zu verbessern."

Weiße Flecken beseitigen

"White Spots" – so nennen Kommunikationsexperten die weißen Flecken auf der Landkarte, in denen bisher noch kein breitbandiger Mobilfunk zur Verfügung steht. Bei der Telekom ist nur noch ein kleiner Teil der Kunden betroffen: Bis Ende 2019 sollen 98 Prozent der Bevölkerung mit LTE -Mobilfunk versorgt sein.

Derzeit arbeitet die Telekom daran, die letzten weißen Flecken von der Landkarte zu tilgen – was aber oft aufwändiger und zeitraubender ist, als es sein müsste. Martin Bouchard weiß von Standortsuchen, die sich oft jahrelang hinziehen. Hier hofft die Telekom auf Erleichterungen bei Antragsverfahren und Baugenehmigungen sowie auf Hilfe bei der Infrastruktur.

Bouchards Appell an die Verantwortlichen vor Ort: "Wenn uns beispielsweise ein Dach oder ein Mast, die schon vorhanden sind, zur Verfügung gestellt werden, sind wir dann auch schneller im Ausbau."

Netz modernisieren

Neben dem kontinuierlichen Ausbau des bestehenden Netzes modernisiert die Telekom derzeit ihr komplettes Mobilfunknetz an allen rund 27.000 Standorten in Deutschland. Hier wird die aktive Netztechnik , also Computer und Hardware, durch eine neue Technologie namens Single RAN (kurz: S RAN) ersetzt. Das Kürzel steht für "Radio Access Network", also für den Zugriff auf den Mobilfunk.

Wichtigster Bestandteil des Namens ist aber das "S" wie "Single". Es beschreibt, dass alle Mobilfunknetze – derzeit also GSM , UMTS und LTE – erstmals in einer einzigen Hardwareeinheit zusammengefasst sind. Bisher waren hierzu jeweils eigene Bausteine erforderlich.

Wesentlicher Vorteil von Single RAN: Je nach Bedarf lassen sich die Bandbreiten flexibel und dynamisch auf die einzelnen Netze aufteilen. Planungschef Bouchard: "So kommt für die Telekom-Kunden immer die optimale Performance heraus." Die S-RAN-Technik ist bereits für 5G ausgelegt, der Start der nächsten Mobilfunk-Generation kann dabei per Software-Update erfolgen.

4x4 MIMO-Antennen montieren

Bereits seit Ende 2017 aktualisiert die Telekom an vielen Mobilfunkstandorten auch die Antennen. Hier heißt die neue Technik 4x4 MIMO. Das Kürzel steht für "Multiple Input Multiple Output" – also für mehrere Antennen sowohl an den Sendeanlagen als auch im Empfangsgerät.

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So funktioniert 4x4 MIMO

Bisher waren sowohl bei den Mobilfunkstationen als auch in den Endgeräten wie Smartphones jeweils zwei Antennen üblich – daher das Kürzel 2x2 MIMO. Nun kommt 4x4 MIMO mit je vier Antennen zum Einsatz. Das ermöglichen vier unabhängige Datenströme, die die Kunden dadurch schneller erreichen. "Wir reden dabei realistischerweise von etwa 60 Prozent Geschwindigkeitssteigerung", weiß Martin Bouchard.

Um den vollen Effekt zu nutzen, sind zwar neue Smartphones erforderlich. Doch viele aktuelle Geräte wie das Samsung Galaxy S8 oder S9 arbeiten bereits mit 4x4 MIMO . Und auch die im Herbst 2018 erwarteten neuen iPhones dürften erstmals die neue Technik unterstützen. Zudem profitieren auch ältere Geräte von einer besseren Netzabdeckung und von einer geringeren Sendeleistung, die dank 4x4 MIMO erforderlich ist. Das schont den Akku.

Kleine Mobilfunkzellen verbreiten

Neben dem Schließen der letzten Lücken in der Fläche arbeitet die Telekom auch an Optimierungen im kleinen, urbanen Bereich, zum Beispiel in vielbesuchten Innenstädten. Hier kommen zunehmend so genannte "Small Cells" zum Einsatz – also kleine Mobilfunkzellen, deren Bandbreite sich zusätzlich über das bereits vorhandene Netz legt, und die es so noch schneller und leistungsfähiger machen. "Das sind sehr kleine Stationen mit einer Hardware in Schuhkarton-Größe, in etwa Schuhgröße 46", erklärt Martin Bouchard. Sie können an Hauswänden und Laternenmasten aufgehängt werden, oder sie passen in bestehende Telefonhäuschen.

Die Reichweite der "Small Cells" liegt bei rund 200 Metern. Solche Makronetze sorgen zum Beispiel in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen oder bei Volksfesten dafür, dass das Netz selbst bei Lastspitzen problemlos und schnell funktioniert.

5G-Auktion 2019 bestreiten

Voraussichtlich im Frühjahr 2019 versteigert die Bundesnetzagentur die Frequenzen für die nächste Mobilfunkgeneration 5G , die dann noch im gleichen Jahr in Deutschland starten soll. Technisch ist die Telekom mit Neuerungen wie S RAN oder den 4x4 MIMO-Antennen "fit" für 5G . Doch erst die Frequenzauktion bringt dann tatsächlich den Startschuss für den neuen Standard, der noch wesentlich höhere Bandbreiten und praktisch verzögerungsfreie Antwortzeiten (Latenz) für autonomes Fahren, Telemedizin oder Industrieanwendungen ermöglicht.

Für die Telekom kommt es dabei nicht nur auf den Auktionspreis an, sondern vor allem auch auf die Frequenzauflagen – also auf die Auflagen der Politik, die die Mobilfunkunternehmen bei der Nutzung der neuen 5G -Frequenzen erfüllen müssen.

Planungschef Martin Bouchard erklärt: "Je nachdem, wie die Auflagen aus der Auktion aussehen, bestimmen diese Rahmenbedingungen nicht unwesentlich die Geschwindigkeit, mit der Deutschland Richtung Digitalisierung geht."

Das ganze Interview mit Martin Bouchard als Video

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