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Klaus vom Hofe

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Netzplaner im Glasfaserfieber

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Wenn die Telekom Glasfasern zu den Kunden verlegt, muss das präzise geplant werden. Wladimir Bolt ist einer von vielen Technikern mit dieser Aufgabe. Der 27-Jährige ließ sich dabei über die Schulter schauen.

Alles dreht sich um Glasfaser. Wladimir Bolt legt fest, wie die Leitungen verlegt werden.

Glasfaser nach Plan: Wladimir Bolt legt fest, wie die Leitungen für die Datenautobahn verlegt werden.

Armdicke Kabel mit bis zu 2.000 Kupferdoppeladern, ein paar Meter lang, sauber durchtrennt und für die Entsorgung in Container abgelegt: Wer das Stahltor passiert und über den Parkplatz auf das Gebäude des Technik-Standortes der Telekom in Kassel-Lohfelden zugeht, kommt daran vorbei. Außerdem: riesige Trommeln mit Leerrohren für den Glasfaserausbau, etwa drei Meter hoch. Daneben etwas kleinere mit Glasfaserkabeln für den Ausbau bis an die Häuser der Kunden. Ein fast symbolhaftes Bild.

Kupfer hat ausgedient ...

Kupfer hat ausgedient ...

In dem roten Ziegelsteingebäude arbeitet Wladimir Bolt. Der Glasfaser-Linienplaner teilt sich das Büro mit sieben Kollegen. Und genauso die italienische Kaffeemaschine, die neben dem Pausentisch für wohlige Atmosphäre sorgt. Bolt plant die Datenautobahnen zu den Kunden. Aber nicht etwa im hessischen Einzugsgebiet des Standortes Lohfelden, wie andere Kollegen hier. Bolts Planungsfeld liegt über 250 Kilometer entfernt: der Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. "Dort fiel vor einem Jahr die Entscheidung für die Telekom und dann der Startschuss für den Glasfaserausbau für Haushalte, Schulen und Betriebe", sagt der 27-Jährige, der 2009 als Auszubildender zum IT-Systemkaufmann zur Telekom kam.

Glasfaser ist die Zukunft.

... Glasfaser ist die Zukunft. Die Kollegen in Lohfelden haben ein Modell für FTTH gebaut. Damit zeigen sie zum Beispiel Mitarbeitern von Tiefbaufirmen, wie die Abzweigung zu den Häusern aussieht und verlegt werden muss. In der Kugel befindet sich eine Vorrichtung, mit der die Leitung geortet werden kann, nachdem die Baugrube verschlossen wurde - wichtig, wenn sich Kunden nicht sofort für einen Anschluss entscheiden.

Bolt setzt wie viele andere Kollegen alles in Bewegung, damit Glasfaser fristgerecht näher an die Menschen kommt oder auch an ihr Haus. Allein 84 Schulen und Bildungseinrichtungen bindet die Telekom direkt an. Bis Ende des Jahres sollen rund 98 Prozent der Haushalte und Unternehmen im Ausbaugebiet Bandbreiten von mindestens 50 MBit/s haben. Dazu verlegen die Techniker 790 Kilometer Glasfaserkabel und bauen über 70 zusätzliche Kabelverzweiger auf – teils gefördert, teils in Eigenleistung. Teils Glasfasern bis in die Haushalte (FTTH; Fiber to the Home), teils bis zu den Verteilerkästen (FTTC; Fiber to the Curb) und weiter mit Vectoring. Der ganze Mix also und ein Kraftakt. Die Techniker vor Ort brauchen dafür Unterstützung vieler Kollegen aus der Ferne.

Biber, Bohrer und Bescheide

Linienplaner wie Bolt gehen tief in jedes Detail. Angefangen an der Vermittlungsstelle nimmt er mit Karten und Systemen das Gebiet ins Visier. Er schaut, wie er den Glasfasern den Weg zum Kunden bahnen kann. Er findet neue Routen, um Hindernisse wie Eisenbahngleise zu umgehen. Er recherchiert außerdem, welche Leerrohre er nutzen kann, und was die zum Gelände passende und kostengünstigste Ausbauart ist – sei es Trenching, Spülbohrung, Pflug oder Tiefbau. Bolt ermittelt, wo neue Multifunktionsgehäuse aufgebaut werden müssen. Und wo die Techniker bestehende mit Glasfaser anbinden können – dazu stülpen sie Multifunktionsgehäuse über herkömmliche Kabelverzweiger. Er nutzt dazu Straßenbilder des Geo-Mapping, für das ein „Google-Auto“ Fotoaufnahmen gemacht hat. So sieht er auf dem Monitor, ob ein Standort geeignet ist, also ob etwa der Bürgersteig breit genug ist und der neue „graue Kasten“ auch sonst nicht stört. Kurzum: Planer wie Bolt stellen sich auf jede örtliche Gegebenheit neu ein, ziehen alle Baumöglichkeiten aus wirtschaftlicher Sicht in Erwägung.

Was dann folgt, heißt bei den Technikern „Wegesicherung“ und „Standortsicherung“. Wladimir Bolt holt bei den Städten und Kommunen die Baugenehmigungen für die Trassen und Kabelverzweiger ein. Geht es über die „grüne Wiese“, kommen oft Umweltämter ins Spiel. Mit örtlichen Ingenieurbüros klärt der Planer vorab, ob der Ausbau Flora und Fauna - wie etwa Frauenschuh, Biber und Zauneidechse - gefährdet. Die Fachleute erstellen Gutachten für die Behörden. Erst mit deren positivem Bescheid können die Bagger anrollen.

"Nach unseren Plänen werden Straßen aufgerissen"

Ob FTTH oder FTTC – man merkt es Bolt an, dass er all das gern eigenverantwortlich macht, zusammen mit den Bauführern und Subunternehmen im entfernten Main-Tauber-Kreis. „Wir Planer müssen uns immer bewusst sein, dass nach unseren Plänen Straßen aufgerissen werden“, sagt er.

Unstimmiges klärt er mit seinen Kollegen ab, etwa: „Muss eine Panzerverladestation wirklich mit Glasfaser angebunden werden?“. Dies stellte sich als Wunsch der Kommune heraus: Das Objekt ist eine „ehemalige“ Panzerverladestation und trug nur auf der Karte noch den Namen. „Das ist schon ein geflügeltes Wort bei uns geworden“, lacht Bolt. Wenn alles fertig geplant ist, trägt er im SAP-System sämtliche Dinge ein, die dann gemäß seiner Planung bestellt und verbaut werden: Rund 20 unterschiedliche Teile in allen möglichen Mengen - vom fingergroßen Verbindungsstück über Glasfasern und Muffen bis zu den zugehörigen Speednet-Rohren.

Die Planungsarbeiten, die Bolt heute macht, werden sich auf absehbare Zeit verändern. Denn: Der FTTH-Bedarf wird sprunghaft ansteigen. Die Techniker bereiten sich darauf mit der so genannten FTTH Factory vor, die die Planung automatisieren soll. Das Ziel: mehr und effizienter auszubauen. Wladimir Bolt kennt das Ausbautempo und sieht den anstehenden Veränderungen gelassen entgegen. „Die Idee der FTTH-Factory fasziniert mich. Und Koordinationsleistung von Menschen wird immer gebraucht“, sagt der Techniker, der neben dem Job auf einen Bachelor-Abschluss für Wirtschaft und Management hinstudiert. Für ihn steht fest: „Der Glasfaserausbau ist ein riesiges, wegweisendes Zukunftsprojekt. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein.“


Geo-Mapping

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Markus Jodl

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