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Markus Jodl

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Neue Verlegemethode: Diamonds are a man’s best friends

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Der Glasfaserausbau der Telekom geht in Deutschland weiterhin mit großen Schritten voran – und das nicht nur in den Städten, sondern auch im ländlichen Raum. Allein 2021 sind über eine Million neue FTTH-Anschlüsse geplant – also „Fiber to the Home“-Anbindungen, bei denen die Glasfaser bis in die Häuser reicht. So bremst kein Kupfer mehr das Tempo. Beim Verlegen ist die Deutsche Telekom, nun ja, um keine Idee verlegen. Ganz neu ist ein Pilotprojekt mit Diamantschleifer – und ohne Röhrchen, in die die Glasfaser aufwändig eingeblasen werden muss. Wir verraten, wie das schnelle Netz so noch zügiger zu den Telekom-Kunden kommt.

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Dank neuer Verlegetechnik mit Diamantschleifer wird eine Gemeinde im Ostallgäu ressourcen- und umweltschonend mit Glasfasernetz versorgt.

Glasfaser-Verlegen 2021: Ganz schön Schlitz-bohrig

Im Ortsteil Kippach der Gemeinde Wald im Landkreis Ostallgäu hat die Telekom zuletzt 13 weitere Haushalte an ihr Glasfasernetz angeschlossen – und das in einem Pilotprojekt mit ganz neuer Verlegetechnik. Niklas Brörmann vom „Competence Center Design to Cost“ der Deutschen Telekom, erklärt, wie das funktioniert: „Bei diesem Piloten setzen wir eine neue Schleifmaschine ein. Sie hat den Vorteil, dass sie minimalinvasiv arbeitet. Der Schlitz, den wir hier in den Asphalt schleifen, ist nur 17 Millimeter breit und 170 Millimeter tief. Außerdem kommt noch ein neues Kabel zum Einsatz.“

Schon beim sogenannten „Trenching“ fräst die Telekom vielfach nur noch einen schmalen Schlitz in die Oberfläche – das spart Zeit, Geld und reduziert die Belastung für die Anwohner durch eine klassische Baustelle. Bei der neuen Methode mit Diamantschleifer wird der Schlitz noch schmaler. Die Vorteile, so Niklas Brörmann, liegen auf der Hand: „Sogar während der Bauarbeiten ist es für jeden Anwohner hier möglich, durch die Straße zu fahren. Hier fahren, während der Schlitz offen ist, Trecker mit tonnenschweren Güllefäsern ohne Probleme drüber. Gestern hatten wir sogar eine Kuhherde, die durchmarschiert ist.“ Der Landwirt musste keine Angst haben, dass eine seiner Kühe in eine Baugrube stürzt.

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Niklas Brörmann von der Telekom schließt Gemeinden an das Glasfasernetz an – in einem Pilotprojekt mit ganz neuer Verlegetechnik.

Diamonds are a man’s best friends

Mit der neuen Methode sind die Erdarbeiten drastisch schneller erledigt als beim üblichen Tiefbau, rechnet Experte Brörmann vor: „Das bedeutet eineinhalb bis zwei Tage Beeinträchtigung, was sonst eineinhalb bis zwei Wochen gedauert hätte.“ Dabei kommt der Diamantschleifer Lissmac Unicut 600 der Firma Lissmac Maschinenbau aus Bad Wurzach in Oberschwaben zum Einsatz. Key-Account-Manager Roland Gaile erklärt den Unterschied zwischen Fräsen, wie es normalerweise beim Trenching üblich ist, und dem hier verwendeten Diamantschleifen: „Bei einer Frässcheibe werden Hartmetallzähne eingesetzt. Was wir hier haben, ist eine Bodenschleifmaschine, bei der wir Diamanttrenntechnik nutzen.“

Dabei sind im Metall Diamantkörnchen eingearbeitet, die das Material extrem hart werden lassen. Die Schleifmaschine bewältigt so jedes nur denkbare Bodenmaterial. Außerdem sorgt sie für einen sehr exakten Schnitt, der geradestehende Wände hinterlässt. Und sie kommt mit mindestens einem Meter pro Minute enorm schnell voran. Wer Interesse an so einer Maschine hat, dem verrät Roland Gaile gerne den Preis: „In der Ausführung, wie sie hier steht, zwischen 120.000 und 130.000 Euro.“ Dafür gibt es jede Menge hübsche Diamantringe.

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Der Diamantschleifer ritzt 17-Millimeter-Schlitze in die Straße – das ist umwelt- und ressourcenschonend.

Das ist beim Glasfaserkabel neu

Bisher verlegt die Telekom ihre Glasfaser in aller Regel mit Speednet-Rohrverbänden. Das bedeutet: Mehrere Leerröhrchen sind zu einem Strang zusammengefasst. In sie werden die haarfeinen Fasern dann mit Druckluft eingeblasen. Dieses Verfahren ist bewährt wie ein VW Käfer – es läuft und läuft und läuft. Doch für die schmalen Schlitze, die der Diamantschleifer umwelt- und ressourcenschonend in die Straße ritzt, ist so ein klassischer Speednet-Verband um gut das Doppelte zu breit.

Deshalb setzt die Telekom bei ihrem aktuellen Pilotprojekt auf eine ganz neue Generation von Glasfaserkabeln, auf die Niklas Brörmann und sein Team ziemlich stolz sind: „Wir sind weltweit die ersten, die das einsetzen. Hier wird es pilotiert.“ Dabei sind mehrere Glasfasern direkt in ein Kabel eingearbeitet, das ohne umgebendes Leerrohr in den Schlitz eingelegt werden kann. Druckluft zum Einblasen wird deshalb nicht mehr benötigt: Glasfaser ohne Blasfaser. Die Kabel passen exakt in den 17-Millimeter-Schlitz. Und wenn mehrere Leitungen benötigt werden, ist der Kanal tief genug, um sie übereinander zu legen – wobei von Hochstapelei wahrlich keine Rede sein kann.

Zum Abschluss der Arbeiten wird der schmale Schlitz mit flüssigem Asphalt aufgefüllt, und die Oberfläche ist kurz darauf wieder voll belastbar. Niklas Brörmann ist überaus zufrieden: „Das hat den Vorteil, dass wir die volle Statik beibehalten, wenn wir die Asphalt-Tragschicht wiederherstellen. Und falls die Asphaltdecke mal saniert werden muss, sind unsere Glasfasermedien davon nicht betroffen.“ Denn sie liegen tief genug.

Eine Methode mit Zukunft

Durch die Zeit- und Kostenersparnis rechnet sich der Glasfaserausbau für die Telekom häufig auch in Gemeinden, die bisher kaum wirtschaftlich zu versorgen waren. Zunächst wird die neue Methode in drei Kommunen getestet, so Experte Brörmann: „Es waren sogar noch mehr bereit, mit uns diesen Piloten zu machen. Wir haben uns jetzt für drei entschieden. Insgesamt werden wir dabei über 230 Gebäude anschließen.“

Er verrät, wie gut die Chancen für die Glasfaser mit Diamantschliff stehen: „Wir hoffen, dass wir bis Mitte, Ende Oktober 2021 mit allen Piloten fertig sind. Und wir erwarten, dass wir noch vor Ende des Jahres sagen können, dass das eine Bauweise ist, die wir im Regelausbau einsetzen wollen.“ Und so, wie es momentan aussieht, ist die neue Verlegemethode ein echtes Juwel.

Das gesamte Video zum Glasfaserausbau im Allgäu gibt es hier zu sehen:

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Hubertus Kischkewitz

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Glasfaserausbau 2021: Schneller, schlauer, digitaler

Jeden Tag baut die Telekom ihr Glasfasernetz in Deutschland weiter aus. Digitalisierung und künstliche Intelligenz sorgen dafür, dass der Ausbau immer schneller und effizienter vorankommt. 

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